Mannheim – Erstkommunion-Vorbereitung neu gedacht

        Mannheim/Ilvesheim/Edingen-Neckarhausen/Rhein-Neckar-Kreis/Metropolregion Rhein-Neckar. Kontaktbeschränkungen, Gottesdienstabsagen und Lockdown, haben die Erstkommunion-Vorbereitung im Katholischen Stadtdekanat Mannheim deutlich verändert, hält die Verantwortlichen aber nicht ab, mit den Acht- bis Zehnjährigen und deren Familien den Weg zur ersten Heiligen Kommunion zu gehen. Neue Formen, viel kreative Energie und Einfühlungsvermögen eröffnen trotz vieler Einschränkungen einen kindgerechten Zugang zu diesem Sakrament, das sich vom lateinischen Wort für Gemeinschaft „communio“ ableitet.

        Spontan startklar

        Wie vielfältig Gemeinschaft trotz Distanz sein kann, beschreibt Melanie Gutjahr, Gemeindereferentin aus der Seelsorgeeinheit Mannheim-Süd, eindrücklich: „Unsere Erstkommunion-Vorbereitung liegt keineswegs auf Eis. Wir sind eher wie ein vollbepacktes Auto mit laufendem Motor und offenen Türen – bereit, dass die Menschen einsteigen und wir los-fahren können.“ Damit auch alle mitbekommen, was es alles zu entdecken gibt, halten alle Kirchengemeinden regen Kontakt mit den Erstkommunionkindern und deren Familien. Fast alle Mannheimer Seelsorgeeinheiten setzen dabei auf Brief und E-Mail. Aufwändig gestaltete Monatsbriefe haben die Kirchengemeinden Mannheim-Nord, Mannheim-Neckarstadt und Mannheim Maria Magdalena, an die Kommunionfamilien geschickt – noch bevor sie in die eigentliche Vorbereitung starten konnten. Darin enthalten waren aktuelle Themen und viele Tipps, wie sich Familien schon etwas einzustimmen können. Beispielsweise eine feste Gebetszeit einzuführen, einmal wöchentlich in der Kinderbibel zu lesen und einen interessanten Buchtipp. Inzwischen haben sie auch ein Video für die Kommunionkinder gedreht. Die drei Großgemeinden sind erstmals in einem seelsorgeeinheiten-übergreifenden Team mit Ansprechpartnern vor Ort für die Familien aktiv. Ohne Elternabend, aber mit Infogesprächen am Telefon konnten zahlreiche Fragen vorab geklärt werden. Vieles bleibt aber auch offen. Verantwortliche, Eltern und Kinder wissen, dass so manches aktuell spontan entschieden werden muss. Die Katecheten sind daher in allen Seelsorgeeinheiten hochmotiviert. „Wir versuchen einfach, das Beste aus der aktuellen Situation für die Kinder und die Familien zu machen“, sagt Pastoralreferentin Paulina Scheffzek, die gemeinsam mit Gemeindereferentin Elisabeth Stöhr in Mannheim-Nord die Kommunionvorbereitung organisiert.

        Spannende Überraschungen

        Dazu passt das diesjährige Erstkommunion-Motto in Mannheim Süd: Jesus – ein Schatz fürs Leben! „Eine Schatzsuche ist ja schließlich ein Abenteuer mit ungeahnten Wegen, Umwegen und spannenden Überraschungen!“, findet Melanie Gutjahr. Das gilt sowohl für die Erstkommuniontermine, die bisher vielerorts nur unter Vorbehalt festgelegt oder noch gar nicht terminiert wurden, als auch für die gesamte Vorbereitung. Da finden sich in allen Seelsorgeeinheiten im Dekanat zahlreiche spannende Ideen. „Material gibt es auf allen Kanälen, die gerade möglich sind“, betont Melanie Gutjahr, die nicht müde wird, ihre Erstkommunionfamilien per E-Mail, Post, Telefon, Videokonferenzen und über die Social-Media-Kanäle mit Informationen, Angeboten und Aktionen der Seelsorgeeinheit für die Kinder zu versorgen. Dazu zählt auch der Familien-Newsletter des Dekanats. Diesen legen auch Mariell Winter und Barbara Kraus, Gemeindereferentinnen aus den Seelsorgeeinheiten Mannheim Johannes XXIII. und Maria Magdalena, den Familien ans Herz. Gerade jetzt zur Fastenzeit gibt es in dem während des ersten Lockdowns entstandenen Format eine Mischung aus biblischen Geschichten, Gedankenexperimenten zum Glauben kombiniert mit Spiel- und Bastelideen. Wobei der Newsletter nicht nur für Erstkommunionkinder geeignet ist. Auf „Erstkommunionvorbereitung aus der Tüte“ setzt in der Seelsorgeeinheit Mannheim-Südwest die Verantwortliche Gemeindereferentin Sandra Nitsche. Dafür erhalten die Kinder Tüten mit Vorbereitungsmaterial bis wieder Präsenztreffen möglich sind. „Ich mische in der Vorbereitung immer das Weltliche mit dem Theologischen“, so Nitsche. Und so gab es zur kindgerechten Erläuterung des Abendmahls, in der Erstkommunion-Tüte digitale Einblicke in die Hostienbäckerei, aber auch Zutaten und Rezept, um selbst Brot zu backen. Für die Fastenzeit gibt es ab 1. April auch einen täglich von 10 bis 16 Uhr geöffneten Stationenweg mit acht Passionsgeschichten für die Erstkommunionkinder zum Selbsterkunden an der St. Jakobus-Kirche (Rheingoldstraße 11).

        Multimedial Gottesdienst entdecken

        In der Seelsorgeeinheit St. Martin, die neben Seckenheim und Friedrichsfeld auch Edingen-Neckarhausen einschließt, geht Pastoralreferent Raphael Brantzen mit den Erstkommunionkindern regelmäßig auf Entdeckertour: Zum Beispiel via Kirchenralley, bei der die Kinder mit einer erwachsenen Begleitperson ihre Kirche in Stationen entdecken konnten. Auf einer digitalen Pinnwand finden die Kinder zudem regelmäßig Erklärvideos von Brantzen gemeinsam mit Gemeindereferentin Cordula Mlynski. Sie beantworten Fragen zur Feier des Gottesdiensts. Wie sind die Abläufe? Was steht im Gotteslob? Was passiert in der Sakristei? Wusstet Ihr, dass in der Kirche geküsst wird? Diesen und weiteren Fragen geht das Team in den Gotteshäusern der Seelsorgeeinheit in selbstgedrehten 7-Minuten-Clips auf den Grund. Rätsel und Übungen zur Vertiefung gibt es zusätzlich wie auch ein Erstkommunion-Lied. Bei dieser multimedialen Form der Erstkommunionvorbereitung, wie sie gerade verstärkt stattfindet, sind die Katecheten noch stärker auf die Mithilfe der Eltern oder Paten angewiesen. Aber auch für diese bieten sich Möglichkeiten, Kirche neu zu entdecken, finden die Verantwortlichen. Was die Zahl der Erstkommunionkinder angeht, so liegt diese unter denen der Corona-freien Jahre. Manche Familie verschiebe einfach direkt aufs nächste Jahr, wissen die Verantwortlichen. Sie alle vermissen die unmittelbare Gemeinschaft und verstehen, die Eltern, die diesen Formen skeptisch gegenüberstehen, nur zu gut. Bei den Reaktionen der Eltern auf die neuen Konzepte, sei alles dabei, weiß Barbara Kraus. „Manche, die im Herbst unsere Livestream-Erstkommunionen mitbekommen haben, sind zuversichtlich, dass wir auch für ihre Kinder eine gute Lösung finden. Wir haben aber auch einige, die mit gar nichts einverstanden sind. Sie sehnen sich wohl in der Tiefe ihres Herzens nach einem Stück Normalität, wie viele von uns.“ (schu/ Bild:kathma.de)

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