Heidelberg – Ein Jahr mit Corona: Heidelberg geht als solidarische Stadtgesellschaft durch die Krise Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner: “Zusammenhalt ist enorm!”

        Rückblick: 1 Jahr Coronavirus-Pandemie in Heidelberg: Im April 2020 übergab Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner Baden-Württembergs Gesundheitsminister Mafred Lucha(GRÜNE) 380.000 FFP2-Schutzmasken. Foto: MRN-NEWS/Atossa Kamran

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Es ist der 27. Februar 2020, als der erste Patient in Heidelberg nachweislich am Coronavirus erkrankt. Von da an geht es Schlag auf Schlag. Am 13. März untersagt der Bund Großveranstaltungen, am 16. März schließen Schulen und Kitas, ein Tag später folgt der Einzelhandel. Erstmals erlebt Heidelberg einen Lockdown und eine ungewöhnliche Stille in der Innenstadt. Die Stadtverwaltung hingegen muss in kürzester Zeit eine Fülle an Aufgaben bewältigen.

        „Wir blicken auf eine herausfordernde Zeit zurück, die noch nicht zu Ende ist. Die Corona-Pandemie ist ein Jahrhundertereignis, das Generationen prägen und noch lange nachwirken wird. Diese außergewöhnliche Situation hat uns gezeigt, dass in Heidelberg eine solidarische Stadtgesellschaft lebt. Unser Zusammenhalt ist wirklich enorm“, sagt Oberbürgermeister Professor Dr. Eckart Würzner. „Wir als Wissenschaftsstadt erleben gerade deutlicher als zuvor, wie wichtig Spitzenforschung ist. Nur deshalb gibt es Impfstoffe und in kürzester Zeit viele Fortschritte bei der Behandlung. Unser Universitätsklinikum und das gesamte Gesundheitswesen haben Großartiges geleistet während der Pandemie. Momentan sind wir auf einem hoffnungsvollen Weg. Dennoch müssen wir alle weiterhin umsichtig bleiben, dann bekommen wir Stück für Stück die Normalität zurück, die wir uns alle wünschen.“

        Stadt beschafft medizinische Masken und Desinfektionsmittel

        Im ersten Lockdown im März und April 2020 ist eine der frühesten und wichtigsten Aufgaben für die Stadt die Beschaffung von Schutzmaterialien – vor allem Masken und Desinfektionsmittel. Über eine Vielzahl an Kanälen und internationalen Kontakten gelingt es, das begehrte Material nach Heidelberg zu bringen. Heidelberg ist dabei so erfolgreich, dass Oberbürgermeister Würzner am 20. April dem baden-württembergischen Sozialminister Manne Lucha sogar persönlich 300.000 Masken zur Verteilung im Land übergeben kann. In Heidelberg können vor allem Arztpraxen, Pflegedienste und Altenheime ausgestattet werden. Am Karfreitag gibt es eine Verteilaktion auf dem Wilhelmsplatz in der Weststadt, danach ein Verteilzentrum auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr in der Bahnstadt. Vor allem Heidelbergs gute Kontakte nach China haben sich in diesen Wochen als wertvoll erwiesen. Prof. Würzner engagiert sich zudem dafür, dass zwei Heidelberger Unternehmen auch selbst in die Produktion von medizinischen Masken und Desinfektionsmittel einsteigen – mit Erfolg.

        Überall im Stadtgebiet werden zudem Plakate mit zentralen Hinweisen zum Umgang mit der Pandemie verteilt und aufgehängt: Abstand halten, Masken nähen und benutzen, Zuhause bleiben – die zentralen Botschaften werden allgegenwärtig. Die Schneiderei am Theater der Stadt steigt in die Produktion von Alltagsmasken ein – und motiviert viele Heidelbergerinnen und Heidelberger, selbst die Nähmaschine anzuwerfen. Viele Ehrenamtliche schließen sich zusammen und bieten Hilfeleistungen wie Einkaufsdienste speziell für die Risikogruppe der Über-60-Jährigen an.

        Trotz aller Maßnahmen betrauert Heidelberg das erste Todesopfer in Zusammenhang mit dem Coronavirus am 1. April 2020. Am 2. April erreicht die Zahl der aktiven Fälle in Heidelberg den Höchststand im ersten Lockdown von 147. Bis Ende April sind sieben Menschen an oder mit dem Coronavirus verstorben, die Zahl hat sich bis heute auf 54 Menschen erhöht. „Wir trauern um die Verstorbenen und wünschen den betroffenen Familien viel Kraft“, bekräftigt Prof. Würzner.

        Heidelberger Kultur findet digital und im Fernsehen statt

        Um den Einzelhandel zu unterstützen, richtet die Verwaltung die Internetseite www.heidelbergkauftlokal.de ein. Die Wirtschaftsförderung bietet der Gastronomie logistische und finanzielle Hilfe für den Lieferservice. Ebenso erhalten Heidelberger Clubs eine finanzielle Förderung. Händler, Friseure, Schulen, Kitas, soziale Einrichtungen und Vereine erhalten Masken von der Stadt. „Wir waren als Stadt hier in der Krise sehr aktiv. Egal ob Familien, Wirtschaft, Einzelhandel, Kultur oder Vereine – wir haben sowohl finanziell als auch in der Beratung und Aufklärung unterstützt“, erklärt Prof. Würzner.

        Städtische Kulturinstitutionen machen ihre Programme in Zeiten der Corona-Pandemie digital erlebbar: Der „Heidelberger Frühling“, das Theater und Orchester Heidelberg, die Stadtbücherei Heidelberg, das Kurpfälzische Museum, die Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, der Zoo und das Interkulturelle Zentrum präsentieren vielfältige Angebote im Internet. Eine umfangreiche Liste ist im Internet unter www.heidelberg.de/kulturamt zu finden.

        Mit „Solo Fantastico“ startete das Theater und Orchester Heidelberg in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Heidelberg und Unterstützung der Rhein-Neckar-Zeitung im April 2020 eine solidarische Kunstaktion mit lokalen Künstlerinnen und Künstlern. Im Juni folgt eine Kooperation des Kulturamts mit dem Rhein-Neckar-Fernsehen. Unter dem Sendetitel „Coronline“ werden ab 14. Juni 2020 an drei Sendeterminen Fernsehshows ausgestrahlt, die auf der Bühne des Heidelberger Theaters aufgezeichnet wurden. Das dritte Corona-Soforthilfe-Projekt heißt „Auftakt Kunst!“. 100 Hauptberuflich freischaffende und in Heidelberg lebende Künstlerinnen und Künstler präsentieren in Kurzvideos ihre Werke. Unter www.heidelberg.de/auftaktkunst sind die Videos zu sehen.

        Notbetreuung an Grundschulen und Kreise auf der Neckarwiese

        Je näher der Sommer rückt, desto mehr entspannt sich aber das Infektionsgeschehen. Am 15. April 2020 gibt es erstmals seit Wochen keine Neuinfektion in Heidelberg. Die allgemeine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird am 27. April 2020 eingeführt. In Heidelberg ist das zu diesem Zeitpunkt schon weit gelebte Praxis. Die Stadt übernimmt zudem im Mai das Corona-Testzentrum vom Rhein-Neckar-Kreis auf dem Kirchheimer Messplatz. Ebenfalls im Mai endet der erste Lockdown. Zur Freude vieler Familien öffnen auch die Spielplätze und Sporteinrichtungen wieder. Dabei geht ein Foto aus Heidelberg um die Welt: Die Stadt malt am 29. Mai 2020 Kreise auf die Neckarwiese, damit Abstandsregeln eingehalten werden. Viele internationale Medien verwenden die Bilder.

        Auch die Schulen öffnen schrittweise wieder. Viertklässlerinnen und Viertklässler dürfen schon ab 18. Mai wieder in die Grundschulen – aber nur tage- oder stundenweise. Dadurch ergeben sich Betreuungsprobleme. Auf Impuls des Oberbürgermeisters springt die Stadt Heidelberg kurzfristig den Eltern zur Seite und stellt sicher, dass alle Kinder der vierten Klasse nach dem Unterricht bis 17 Uhr betreut werden können. Nach den Pfingstferien gehen alle Schülerinnen und Schüler in einen Wechselunterricht vor Ort.

        Sommer: Start der „neuen Heidelberger Angebotskultur“
        Das Aufleben von Gastronomie, Innenstadt und Kultur unterstützt die Stadt tatkräftig: Einrichtungen in städtischen Gebäuden erhalten einen Mieterlass. Die Bestuhlung der Außengastronomie ist 2020 gebührenfrei und die Fläche darf erweitert werden, um Abstände einhalten zu können.

        „Unser Ziel ist es, Wirtschaft und Kultur in Heidelberg auf breiter Front wieder in Fahrt zu bringen. Die Unterstützung folgt klaren Kriterien und wird breit gestreut: Betriebe wie Einzelhändler, Gastronomen und Hotellerie profitieren ebenso wie Selbstständige und Künstler, Clubs, Institutionen und Vereine. Die neue Heidelberger Angebotskultur vereinfacht Prozesse und Auflagen, um Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen entgegenzukommen. So möchten wir Heidelbergs Attraktivität als Wirtschafts- und Wohnstandort erhalten und fördern“, sagt Oberbürgermeister Prof. Würzner.

        Steigende Zahlen und zweiter Lockdown

        Mit dem Herbst endet die Verschnaufpause und die Fallzahlen steigen. Zunächst entwickelt die Stadt Konzepte, wie der Weihnachtsmarkt umgesetzt werden könnte – bis er am 16. Oktober doch abgesagt werden muss. Am gleichen Tag führt Heidelberg die Maskenpflicht in der Hauptstraße ein und macht diese über eine flächendeckende Beschilderung publik.

        Der Höhepunkt der aktiven Fälle liegt am 6. Dezember bei 400. Das sind fast vier Mal so viele als im April. Der Verlauf der zweiten Welle wird mit der 7-Tagen-Inzidenz gemessen. Am 27. Oktober springt die Inzidenz auf 101,6. Drei Tage darauf beschließt der Bund den Lockdown Light. Heidelberger Gastronomen und Kulturzentren dürfen keine Gäste mehr empfangen, während der Einzelhandel offenbleibt. Die Stadt reagiert mit Dankescheinen, die 125.000 Heidelberginnen und Heidelberger per Post erreichen, um den lokalen Einzelhandel, Gastronomie, Kulturschaffende und Vereine zu unterstützen. Bis Ende Februar können sie eingelöst werden – die Stadtkasse zahlt pro eingereichtem Schein einen Zuschuss in Höhe von 10 Euro aus.

        Plakatkampagne „Zeig´s uns Heidelberg!“ und Infovideos von Ärztinnen und Ärzten

        Den Höchstwert der Inzidenz von 175,9 verzeichnet Heidelberg am 11. November. Am 12. Dezember beschließt Baden-Württemberg eine landesweite Ausgangssperre. Seit dem 16. Dezember befindet sich ganz Deutschland zum zweiten Mal im Lockdown. Alle Schulen, Kitas und der Einzelhandel schließen Tür und Tor. Die Stadt Heidelberg will mit einem Corona-Fonds finanziell helfen: 200.000 Euro werden an Wirtschaft, Kreativwirtschaft, Kultur, Soziales, Sport und Vereine ausgeschüttet. In Schulen werden Luftfiltergeräte installiert. Zusammen mit Akteuren der Kreativwirtschaft motiviert die neue Plakatkampagne „Zeig´s uns Heidelberg!“ zur Einhaltung der Hygieneregeln.

        Auf dem städtischen Youtube-Kanal heidelberg.de unter www.youtube.com sind 63 Videos über die Coronavirus-Pandemie zu sehen. Darunter sieben Videos von Heidelberger Ärztinnen und Ärzten. Sie berichten über ihre Erlebnisse im Umgang mit dem Coronavirus und erklären, wie man sich und seine Familie vor einer Infektion schützen kann. Da Heidelberg eine internationale Stadt mit Menschen aus rund 160 Ländern ist, sind Videos auch in mehreren Fremdsprachen entstanden: Englisch, Türkisch, Russisch, Arabisch und Hindi.

        Oberbürgermeister Prof. Würzner wendet sich im ersten und zweiten Lockdown in einem offenen Brief an alle Heidelbergerinnen und Heidelberger. Regelmäßig erscheinen kurze Videos mit Ansprachen des Oberbürgermeisters auf den städtischen Kanälen der sozialen Medien.

        Zwei Impfzentren nehmen Betrieb auf

        Kurz vor Weihnachten gibt es hoffnungsvolle Nachrichten: Ab dem 27. Dezember können Impfungen im Patrick-Henry-Village beginnen, im Kreisimpfzentrum Pfaffengrund ab Ende Januar. Oberbürgermeister Prof. Würzner schafft die Möglichkeit, dass die Fahrt mit einem Taxi zum Impfzentrum für ältere Bürgerinnen und Bürger von der Stadt bezuschusst wird. Die 100-jährige Marianne Knapp erhält als erste das Vakzin im Kreisimpfzentrum Pfaffengrund. Fast drei Monate lang liegt die Inzidenz über 100. Am 19. Januar 2021 sinkt sie unter die 100er-Marke, am 31. Januar unter die 50er-Marke und fällt in der Folge auf bis unter die 20er-Marke. Da die Inzidenz zurzeit stabil auf niedrigem Niveau verweilt, ist die Ausgangssperre für Heidelberg aufgehoben. Ende Februar sind bereits über 50.000 Impfungen in den Impfzentren Heidelbergs durchgeführt worden.

        Oberbürgermeister Professor Dr. Eckart Würzner sagt abschließend: „Wir hier in Heidelberg haben ein starkes Gemeinwesen und einen tollen Zusammenhalt in der Bürgerschaft. Das hat sich zum Beispiel gezeigt, als sich eine Vielzahl an Freiwilligen gemeldet hat, um bei den Impfzentren mitzuarbeiten. Die derzeit niedrigen Fallzahlen sind ein Ergebnis der Solidarität, weil sich alle gemeinsam an die Regeln halten. Auch wenn es oft schwerfällt, die Großeltern nur noch über Videochat zu sehen oder nicht mehr mit Klassenkameraden zu spielen, gilt es weiterhin stark zu bleiben und dem Virus keine Chance zur Ausbreitung zu bieten. Bald wird es wieder bessere Zeiten geben.“

        Chronik: Ein Jahr mir Corona

        27. Februar 2020: Erster bestätigter Fall einer Corona-Infektion in Heidelberg
        16. März 2020: Schließung von Schulen und Kitas
        17. März 2020: Erster bundesweiter Lockdown mit Schließung des Einzelhandels
        10. April 2020: Verteilaktion von Masken am Karfreitag auf dem Wilhelmsplatz
        20. April 2020: Oberbürgermeister Prof. Würzner übergibt 300.000 Masken an das Land
        27. April 2020: Bundesweite Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung
        28. April 2020: Oberbürgermeister Prof. Würzner dankt der Firma Kluthe, die Desinfektionsmittel herstellt
        Im Mai 2020: Ende des ersten Lockdowns; Schulen, Gastronomie, Handel und Kultur öffnen
        4. Mai 2020: Die Stadt verteilt 56.000 Schutzmasken an öffentliche und private Schulen
        29. Mai 2020: Die Stadt malt Kreise auf die Neckarwiese zum Abstandhalten
        10. September 2020: Die FFP2-Maskenproduktion der Firma Oswald beginnt
        Im November und Dezember 2020: Aufbau der Impfzentren im Pfaffengrund und im Patrick-Henry-Village
        12. Dezember 2020: Nächtliche Ausgangssperren in Baden-Württemberg
        16. Dezember 2020: Zweiter bundesweiter Lockdown
        17. Dezember 2020: Corona-Fonds mit 200.000 Euro wird vom Gemeinderat beschlossen
        27. Dezember 2020: Zentrales Impfzentrum im PHV beginnt mit Impfungen
        22. Januar 2021: Impfungen im Kreisimpfzentrum Pfaffengrund starten
        11. Februar 2021: Nächtliche Ausgangssperre in Heidelberg aufgehoben

        Ergänzend: Aktuelle Informationen zur Lage in Heidelberg gibt es im Internet unter www.heidelberg.de/coronavirus (mit Plakaten zum Download).

        Zum Thema „Ein Jahr mit Corona“ ist unter www.heidelberg.de eine Bildergalerie zu finden. Ein Video auf dem städtischen Kanal heidelberg.de unter www.youtube.com zeigt, was im vergangen Jahr passiert ist, und Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner erklärt im Interview, wie Heidelberg die Corona-Krise bisher gemeistert hat.

        Informationen zu digitalen Kulturangeboten sind online unter www.heidelberg.de/kulturamt 
        > Digitales Kulturangebot aufgelistet. Zur Unterstützung des lokalen Einzelhandels hat die Stadt die Internetseiten www.vielmehr.heidelberg.de und www.heidelbergkauftlokal.de eingerichtet. Unter www.heidelberg.de/auftaktkunst sind 100 Videos von Heidelberg Künstlerinnen und Künstlern zu sehen.

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