Metropolregion Rhein-Neckar – Schlaflos in der Metropolregion!

        Nachts wach im Bett.: Schlafprobleme nehmen zu.

        Heidelberg / Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak/AOK Rhein-Neckar-Odenwald) – Schlafprobleme. Zahlen der AOK Rhein-Neckar-Odenwald zeigen: Schlafstörungen nehmen zu, in der Metropolregion sind über 20.000 Menschen deshalb in Behandlung – Auch Auswirkungen der Corona-Pandemie bedingen wachsenden Ängste und Sorgen.

          Steigende Zahlen. Es sind die zunehmenden Sorgen, die einen quälen und nicht zur Ruhe kommen lassen. Auch und oft gerade dann nicht, wenn man diese Ruhe am nötigsten bräuchte. Wie eine Untersuchung der AOK zeigt, leiden immer mehr Menschen unter Schlafstörungen. Nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie; seither jedoch weiter zunehmend. Bereits 2017 ergab eine im Auftrag der AOK durchgeführte Forsa-Umfrage, dass ungefähr jeder zweite Befragte schon einmal Schwierigkeiten hatte, abends einzuschlafen und/oder durchzuschlafen. Bei vier Prozent war dies sehr häufig der Fall; bei zehn Prozent immer noch häufig, und weiteren 38 Prozent fiel es zumindest ab und zu schwer. Seither sind die Zahlen weiter angestiegen, wie die neue AOK-Erhebung zeigt.

          Leistungseinbußen. Schlafstörungen zu haben bedeutet, keinen erholsamen Schlaf zu finden und sich deshalb tagsüber müde und abgeschlagen zu fühlen. Sie äußern sich als Einschlaf- oder als Durchschlafstörungen, können zu einer Schlafrhythmusstörung oder zu frühem Erwachen und nicht wieder einschlafen Können führen. Wie Fachleute festgestellt haben, sind die Gründe dafür neben medizinischen Ursachen vor allem Dinge wie Termin- und Leistungsdruck, Schichtarbeit oder psychische Belastungen im Arbeitsumfeld, aber auch zu viel abendlicher Fernsehkonsum oder zu starke Computernutzung. Auch hormonelle Veränderungen können zu der Schlaf-Problematik führen; ebenso Medikamente, Alkohol oder Drogen – und nicht zuletzt eben auch psychische Probleme, wie sie durch Ängste, Sorgen und Stress entstehen.

          Wie die Untersuchung der AOK weiter ergeben hat, sind Schlafstörungen im Kindes- und Jugendalter noch sehr gering, werden dann jedoch mit fortschreitendem Alter immer häufiger und erreichen im Rentenalter ihren Höchststand. Frauen sind dabei mit zunehmendem Alter stärker betroffen als Männer, bei denen die Zahlen im Rentenalter stagnieren oder sogar wieder ganz leicht rückläufig sind.

          Trend. 2019 waren insgesamt 198.347 AOK-Versicherte in Baden-Württemberg wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung, davon 96.482 Männer und 101.865 Frauen. Dies entspricht 4,4 Prozent aller Versicherten. Seit 2015 stieg dieser Prozentsatz kontinuierlich an, im Durchschnitt um 3,7 Prozentpunkte pro Jahr. Die Statistik zeigt weiter, dass in dieser Zeitspanne Schlafstörungen bei Männern prozentual stärker zugenommen haben als bei Frauen, auch wenn nach den absoluten Zahlen immer noch mehr Frauen davon betroffen sind.

          In der Metropolregion Rhein-Neckar zeigt ein ähnliches Bild. Hier stiegen die Zahlen von 16.568 im Jahr 2015 kontinuierlich an auf 20.741 im Jahr 2019. Der durchschnittliche Anstieg lag bei 4,1 Prozent. Auch hier sind mehr Frauen als Männer betroffen; die Zahlen erkrankter Männer sind jedoch zuletzt stärker angestiegen als die der Frauen.

          Corona verstärkt. Dass zunehmende Ängste und Sorgen vermehrt zu Schlafstörungen führen, zeigt sich auch aus den ansteigenden Zahlen seit Beginn der Corona-Pandemie. Seither haben immer mehr Menschen Einschlaf-Probleme oder wachen nachts auf und können nicht mehr weiterschlafen, da sie Gedanken quälen an die derzeitige Situation und die damit verbundenen Maßnahmen wie Lockdown und soziale Isolation. Hinzu kommen oft auch Existenzängste. Und auch zunehmender Bewegungsmangel in Zeiten des Lockdowns beeinträchtigt die Situation.

          Hilfen. Bei anhaltenden Schlafstörungen und insbesondere, wenn diese massiv belastend sind und zu Müdigkeit und Unkonzentriertheit führen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Im Rahmen der ärztlichen Beratung können dann Gründe dafür herausgefunden, eventuelle medizinische Ursachen ausgeschlossen und Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Bei besonders starken Schlafstörungen besteht auch die Möglichkeit, eine entsprechende Untersuchung in einem Schlaflabor vornehmen zu lassen.

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