Mannheim – Gewerbegebiet Hirschberg – IHK Rhein-Neckar fordert Erweiterung

        Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Die Erweiterung des Hirschberger Gewerbegebiets ist in der Kommune umstritten. Ein Streitpunkt sind die Auswirkungen auf den Haushalt. Dazu hatte die Gemeindeverwaltung ein Gutachten in Auftrag gegeben. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar begrüßt diesen Schritt und die mit den Ergebnissen verbundene Klarheit in der bisher strittigen Frage. So stellt das Gutachten der CIMA fest, dass die Gemeinde Hirschberg mit der Erweiterung des Gewerbegebiets in allen drei Entwicklungsszenarien substantielle Zuwächse bei den Nettoeinnahmen erzielen kann: Für den Zeitraum von 2021 bis 2030 geht das Gutachten – abhängig vom Szenario – von einem Zuwachs in der Spanne von 1,14 Millionen Euro bis zu 1,3 Millionen Euro aus. Zugrunde gelegt wurden dabei vorsichtige Annahmen, Ausgleichseffekte des kommunalen Finanzausgleichs sind berücksichtigt. „Wir appellieren daher an die Gemeinde, aus eigenem Interesse die Erweiterungen voranzutreiben. Es wäre fahrlässig, darauf zu vertrauen, dass Nachbargemeinden Gewerbeflächen ausweisen und Hirschberg indirekt davon profitiert“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Axel Nitschke.

          Darüber hinaus erinnert die IHK daran, dass die Erweiterung in Hirschberg ein wichtiger Beitrag zur Bereitstellung von Gewerbeflächen in der gesamten Region ist. „Wirtschaft braucht Platz, wo sie stattfinden kann. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass immer wieder Gewerbeflächen in Wohnflächen umgewidmet und damit der Wirtschaft für immer entzogen werden“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Jede Gemeinde sei deshalb gut beraten, ein vorausschauendes Gewerbeflächenmanagement zu betreiben, um kurzfristig auf Flächenbedürfnisse der bereits ansässigen Betriebe, aber auch auf Ansiedlungsanfragen reagieren zu können. „Nur so kann das gute wirtschaftliche Niveau erhalten und ausgebaut, Arbeits- und Ausbildungsplätze gesichert und geschaffen werden. Wer hingegen bei der Ausweisung von Gewerbeflächen übermäßig restriktiv ist, läuft Gefahr, seine Gemeinde auch haushaltspolitisch in eine Sackgasse zu manövrieren“, warnt Nitschke.

          Mit der nun vorgesehenen Erweiterung um zehn Hektar würde die Gemeinde Hirschberg in etwa den Anteil erbringen, mit dem sie in der regionalen Gewerbeflächenstudie der Metropolregion RheinNeckar aus dem Jahr 2019 veranschlagt wurde. Sie leistet damit noch keinen Beitrag zur Schließung des Flächenbedarfs, den die Gutachter mit 490 Hektar bis zum Jahr 2035 ermittelt haben.Auch das von den Gegnern der Erweiterung vorgetragene Argument, vor einer Ausweisung neuer Flächen zunächst die innerstädtischen Flächenpotentiale zu erschließen, überzeugt nicht, so die IHK. „Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. Die Reaktivierung von Gewerbebrachen im Wege der Innenentwicklung ist grundsätzlich sinnvoll, aber innerstädtische Flächen sind aufgrund ihrer Lage, ihres Zuschnitts und ihrer verkehrlichen Auswirkungen nicht für alle Interessenten geeignet und stellen insofern keine Alternative zur Ausweisung neuer Flächen dar“, so Nitschke. „In Hirschberg gibt es bereits Unternehmen, die Interesse an einer Expansion auf der neuen Fläche bekundet haben. Stellt die Gemeinde keine geeigneten Erweiterungsflächen zur Verfügung, besteht grundsätzlich die Gefahr, dass Unternehmen dorthin abwandern, wo die Standortvoraussetzungen für eine wirtschaftliche Entwicklung besser sind“, sagt der Hauptgeschäftsführer abschließend.

          Hintergrund:

          Im Juli 2020 fasste der Hirschberger Gemeinderat den Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans „Gewerbepark Hirschberg Süd, 2. Änderung“, mit dem das bestehende Gewerbegebiet nach Süden um zehn Hektar erweitert werden soll. Im Laufe der folgenden Monate formierte sich aus der Bürgerschaft Widerstand gegen die geplante Erweiterung: Eine Bürgerinitiative wurde gegründet und Unterschriften gesammelt. Schließlich bewirkte ein Bürgerbegehren einen Bürgerentscheid. Am 14. März 2021 können die Hirschberger nun über die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses abstimmen. Die Gewerbeflächenstudie des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN) aus dem Jahr 2019 untersucht den Bedarf an Gewerbeflächen in der Metropolregion bis zum Jahr 2035 und berücksichtigt dabei auch deren Marktgängigkeit. Sie stellt einen Bedarf von 1.500 Hektar fest. Dem stehen verfügbare Flächen in Höhe von nur 1.010 Hektar gegenüber. Es fehlen perspektivisch also 490 Hektar.

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