Heidelberg – halle02 sagt Goodye und bezieht Stellung zur Kulturpolitik im 21. Jahrhundert

        Bildrechte: Tilo Ross

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak/halle02) – In Ihrer Stellungnahme vom Juni 2020 halle02 sagt goodbye! gaben die beiden Geschäftsführer der halle02 GmbH & Co.KG, Felix Grädler und Hannes Seibold, das vorläufige Ende des kuratierten Programms der halle02 bekannt und werden nach 18 Jahren erfolgreicher Kulturarbeit bis auf weiteres keine selbst produzierten Kulturveranstaltungen
        mehr im Güterbahnhof Heidelberg auf die Beine stellen. Sie begründeten es damit, dass
        es an Folgendem fehle, an:

          ● einer Perspektive für eine wirtschaftliche Geschäftsgrundlage als Kulturbetrieb,
          dessen Basis nicht persönliche Ausbeute, Raubbau an Mitarbeiter*innen, illegale
          Grenzzonen-Gänge oder persönlich unkalkulierbare Haftungsrisiken sind.
          ● einer Perspektive für nachhaltige, innovative, kreative Kulturarbeit, die auf
          gesellschaftliche Anerkennung und auf Verständnis für die wirtschaftlichen
          Anforderungen trifft.
          ● einer Perspektive, die Verantwortung für 120 Mitarbeiter*innen übernehmen zu
          können, Kulturlieferant zu sein, Newcomerförderung zu betreiben, Nachhaltigkeit als
          Unternehmen zu leben und die Stadtgesellschaft kulturell mitzugestalten.
          Dennoch wollen sich die Beiden weiterhin für Gegenwartskultur und für Kultur für junge Menschen stark machen und daran mitwirken, dass es zusehends zu einer stärken
          Kulturgerechtigkeit in unserer Gesellschaft kommt und dass Gegenwartskultur einen
          höheren Stellenwert erfährt als sie aktuell innehat. Das hatten Sie ebenfalls im bereits erwähnten Statement angekündigt:

          Wir arbeiten mit aller Kraft an
          ● einer Perspektive, diese Hürden zu überwinden und in neuer Form
          zurückzukommen! Das können wir jedoch nicht aus eigener Kraft, aber wir fühlen
          uns mitverantwortlich, einen konstruktiven Prozess zu initiieren und engagierte
          Partner dafür zu finden. Gerade die aktuelle Pandemie zeigt, wie weit die Schere zwischen etablierter, institutionell geförderter und privat initiierter, freier Kultur gerade für junge Menschen auseinander geht.

          Die aktuelle Kulturpolitik in Deutschland ist noch immer geprägt von ihrer veralteten
          Förderpolitik, dem Erhalt des Status Quo durch die meinungsbildende Elite, den ewig
          gleichen kulturpolitischen Richtlinien, einem bewußt engen Kulturbegriff mit dem Fokus auf Hochkultur und einem traditionellen Verwaltungshandeln .
          Seit Ende des 19. Jahrhunderts, mit Ausnahme der “Kultur für Alle”- und der
          “Demokratisierung der Kultur”-Bewegung in den 1970er-Jahren, hat sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis heute an der angestaubten deutschen Kulturlandschaft nicht viel getan. Daher ist es an der Zeit diese überalterte und elitäre Kulturpolitik neu zu denken und eine generationengerechte Kulturpolitik voranzubringen. Dabei müssen sowohl theoretische Diskurse innerhalb der Soziologie, der Politologie und innerhalb der Kulturwissenschaften geführt werden. Aber gleichzeitig braucht es konkrete praktische Ansätze als Best-Practise-Beispiel für die Kulturpolitiker vor Ort.
          Daher rufen Felix Grädler und Hannes Seibold Wissenschaftler*innen, Kulturschaffende,
          Kulturpolitiker*innen und Journalist*innen dazu auf ihre Beiträge zum Thema
          “Kulturgerechtigkeit im 21. Jahrhundert – Der Versuch einer generationengerechten
          Kulturpolitik” den Beiden zuzusenden. Aus den Einsendungen soll ein sehr
          praxisorientierte Handreichung für Kulturpolitiker, Kulturschaffende, Künstler*innen und junge aktive Kulturkonsument*innen entstehen, um dem Ziel einer gerechteren Kulturpolitik im 21. Jahrhundert näher zu kommen. Einsendungen von Konzepten können bis zum 28.02.2021 eingereicht werden. Die Veröffentlichung ist geplant für 2021.

          Zu den Personen/Herausgebern:
          Felix Grädler ist gebürtiger Heidelberger, 36 Jahre jung und als geschäftsführender
          Gesellschafter der halle02 in Heidelberg verantwortlich für Geschäftsführung und Programm des nachhaltigen Veranstaltungshauses mit über 200.000 Gästen jährlich, über 100 Mitarbeitern und 450 Veranstaltungen im Jahr. Er engagiert sich zum Thema Nachhaltigkeit als Betreiber der halle02 aber auch seit 2014 als Stadtrat in Heidelberg für Bündnis90/ die Grünen mit den Themen Kultur- und Kreativwirtschaft, Mobilität und Digitalisierung. Als Gründungsmitglied des regionalen Netzwerkes “Eventkultur Rhein-Neckar“ und des Bundesverbandes „LiveKomm” für Musikspielstätten, bei dem er im Vorstand sitzt, verfügt er außerdem über ein umfangreiches Netzwerk im Kulturbereich.

          Hannes Seibold ist in Ulm geboren, 45 Jahre alt, studierte Germanistik und Politologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und ist geschäftsführender Gesellschafter der halle02 GmbH & Co KG. Seine Magisterarbeit schrieb er zum Thema “Kommunale Kulturpolitik im Vergleich” bei Prof. Dr. Klaus von Beyme.
          Hannes kennt die Kultur- & Veranstaltungsbranche schon seit über 25 Jahren aus dem FF
          und gründete noch während seines Studiums die Designagentur Atelier Kontrast (2000) unddas Kultur- und Veranstaltungshaus (2002) halle02 in Heidelberg. Hier verantwortet er seit 2016 die Business-Sparte und setzt Veranstaltungen für Unternehmen wie den DFB, dieVolkswagen AG oder die Daimler AG ganzheitlich um.

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