Mannheim – 44 Jahre Beratung zu Schwangerschaft und Elternsein – Diakonisches Werk Mannheim erweitert Beratungsangebote

        Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Zwischen Liebe, Leid und Freude – es ist das pralle Leben in der ganzen gesellschaftlichen Bandbreite, das jeden Tag in der Beratungsstelle des Diakonischen Werks ankommt. Im Jahr 2019 wandten sich rund 600 Frauen und Familien mit ihren Sorgen und Fragen an die Beratungsstelle, es wurden knapp 1000 Beratungsgespräche geführt. „Das sind sehr hohe Fallzahlen“, berichtet Margret Stein-Geib, Abteilungsleiterin für die Bereiche Kinder, Jugend, Familie und Bildung, „die höchsten in ganz Baden“. Ein Grund, das Angebot in Mannheim nun auf zwei Vollzeitstellen zu erweitern. Monika Welsch und Johanna Wagner sind zwei erfahrene Sozialpädagoginnen, die schon lange in diesem Bereich arbeiten. Seit 44 Jahren gibt es die Beratungsstelle des diakonischen Werks, sie gehört damit zu den Ältesten in ganz Deutschland.

          44 Jahre und viele Gesetze – Beratung erweitert und angepasst
          Im Mai 1976 trat das erste Gesetz zur Schwangerschaftskonfliktberatung mit einer Fristenlösung und einer Pflichtberatung in Kraft. Der viel diskutierte § 218. Seitdem gibt es auch eine entsprechende Beratung von Seiten der Diakonie Mannheim. Vor 25 Jahren wurde der §218 durch ein Schwangerschaftskonfliktgesetz abgelöst. Seitdem entscheidet die Frau selbst innerhalb der ersten 12 Wochen, ob sie die Schwangerschaft abbrechen möchte. Voraussetzung für den Abbruch ist jedoch ein Beratungsgespräch mit einem entsprechendem Beratungsschein. „Wichtig ist uns, dass wir die Gespräche ergebnisoffen führen“, sagt Margret Stein-Geib, „die betroffene Frau trifft die Entscheidung selbst, das ist ganz wesentlich“. Es gilt eine Entscheidung zu finden, mit der die Frau gut leben kann. Diese Offenheit gehört zum Selbstverständnis der evangelischen Schwangerschaftskonfliktberatung. Ein Prozess, der oft nicht einfach ist. Die Beratungsstelle arbeitet seit Jahren mit verschiedenen Ämtern und Institutionen zusammen, um den Frauen so gut wie möglich auch finanziell zu helfen. Zudem gibt es auch „hausinterne“ Angebote des diakonischen Werks. Beispielsweise den Nothilfefonds oder das Kinderkaufhaus Plus.

          Frauen im Konflikt – zwischen Ängsten und Ansprüchen
          Auch wenn die Entscheidung, eine Schwangerschaft abzubrechen, allein bei der Frau liegen sollte; das Umfeld spielt eine große Rolle. „Da reden viele direkt oder indirekt mit“, sagt Sozialpädagogin Monika Welsch. Sie berichtet von einer Studentin, die ungewollt von einem verheirateten Mann schwanger wurde, der 600 Kilometer entfernt wohnt und eine Familie hat. Er wünscht sich einen Abbruch der Schwangerschaft, um seine bereits bestehende Ehe nicht zu gefährden. Ihr eigener Vater macht ihr massive Vorwürfe und spricht von „Versagen“ und „Disziplinlosigkeit“. Er fürchtet um den „guten Ruf“ der Familie. Die junge Frau weiß nun also, dass sie von diesen Männern keinen Rückhalt bekommen wird, im Gegenteil. Nach mehreren Gesprächen entscheidet sie sich dennoch für das Kind. Auch nach der Geburt hilft die Beratungsstelle weiter, um die Frau durch diese schwierige Zeit zu begleiten.

          Weitere Beratungsangebote – Vertrauliche Geburt, Pränataldiagnostik
          Seit 10 Jahren bietet die Beratungsstelle auch Gespräche zur Pränataldiagnostik an. Hier geht es vor allem um die Frage, wie Mütter und Eltern reagieren, wenn sie während der Schwangerschaft erfahren, dass ihr Kind mit Behinderungen und massiven Einschränkungen zur Welt kommen wird. Auch hier gibt es die gesetzliche Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruches. Diese Gespräche erfordern in besonders hohem Maße Sensibilität und den ganz individuellen Blick auf die Lebensumstände der Betroffenen. Gleiches gilt für die seit 5 Jahren mögliche vertrauliche Geburt. Ein entsprechendes Gesetz wurde im Mai 2015 verabschiedet. Danach können Frauen das Kind anonym zur Welt bringen und es anschließend zur Adoption freigeben. Ein schwerer Weg, der von der Beratungsstelle streng vertraulich begleitet wird. Neben diesen Ausnahmesituationen wenden sich auch viele Eltern aus allen Gesellschaftsschichten mit sachlichen Fragen an die Beratungsstelle. Etwa, wenn es um gesetzliche Ansprüche oder Anträge, wie beispielsweise Elterngeld, Kindergeld oder Unterhalt, geht. In einem Bewertungsforum schrieb dazu eine Klientin: „Sehr nette Leute, niemand wird im Stich gelassen. Wer seinen Papierkram nicht ausfüllen kann, hier sind sie richtig“. Treffender kann man es nicht formulieren.

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