Ludwigshafen – IHK Metropolregion Rhein-Neckar fordert ausgewogene Flächenentwicklung über kommunale Grenzen hinweg


        Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak/IHK Metropolregion Rhein-Neckar) –
        In der dichtbesiedelten Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) sind Flächen knapp. Dies darf nicht zu verstärkten Konflikten zwischen Wohnen, Gewerbe und Logistik führen. Vielmehr braucht es überzeugende Konzepte, um bestehende Flächen effizient nutzbar zu machen. Die IHK Metropolregion Rhein-Neckar tritt daher dafür ein, die unterschiedlichen Belange ausgewogen zu berücksichtigen und über kommunale Grenzen hinweg Lösungen zu finden. Die Regionalplanung muss sicherstellen, dass die Bedarfe auch in Zukunft angemessen gedeckt werden können.

        „Die Gewerbeflächenstudie des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN) zeigt, dass wir in den kommenden Jahren zusätzliche Gewerbeflächen benötigen. Die Wirtschaft der Region braucht diese, um Arbeitsplätze und Wohlstand auf Dauer sichern zu können. Die Anforderungen an Gewerbegebiete werden sich verändern, deshalb ist ein enger Austausch zwischen Kommunen, Unternehmen und den Kammern wichtig“, sagt Ulrike Knies, Präsidiumsmitglied der IHK für Rheinhessen.

        Der Einheitliche Regionalplan Rhein-Neckar als zentrales Instrument der regionalen Flächenplanung wird im kommenden Jahr teilweise fortgeschrieben. Albrecht Hornbach, Präsident der IHK Pfalz, befürwortet dieses Vorgehen: „Die Fortschreibung in den Bereichen Gewerbe- und Wohnbauflächen kommt zur richtigen Zeit. Wir begrüßen es, dass der Verband Region Rhein-Neckar die benötigten Flächen für die Wirtschaft analysiert hat und in der Fortschreibung des Regionalplans berücksichtigen will. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass auf kommunaler Ebene die Flächenentwicklung abgestimmt und konsequent umgesetzt werden kann.“

        Bei der Umsetzung sieht die Wirtschaft jedoch Handlungsbedarf: Häufig sind die Entwicklungsprozesse zu langwierig und die interkommunale Zusammenarbeit nicht ausreichend. Um den prognostizierten Bedarf an Gewerbeflächen abzudecken, müssen zunächst zielgerichtet bestehende Potenzialflächen aktiviert werden. Trotzdem besteht nach der Gewerbeflächenstudie des VRRN weiterhin ein Defizit von rund 500 Hektar. Um dies auszugleichen, müssen weitere Flächen mit Potenzial gesucht werden. Mit Sorge sehen die IHKs, dass die Flächenentwicklung bei Konflikten häufig einseitig zugunsten von Wohnbebauung und anderen als Gewerbe-Nutzungen vorangetrieben wird.

        „Wir sehen gerade bei bestehenden Häfen in der Region, dass es zu Konflikten mit Wohnbebauung oder auch anderen Nutzungen kommt. Die Häfen sind aber notwendig, um die Binnenschifffahrt für die Zukunft aufzustellen – immerhin soll diese maßgeblich zur Verkehrswende beitragen“, so Hornbach. Beispiele hierfür sind Hafenflächen in Ludwigshafen, Mannheim, Wörth, Germersheim und Speyer.

        Eine effiziente und zukunftsweisende Nutzung bestehender Flächen ist aus Sicht der Wirtschaft die wichtigste Stellschraube, um Flächenentwicklungen verantwortungsbewusst zu gestalten. Matthias Martiné, Präsident der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar: „Wir sind gut beraten, diesen Gestaltungsauftrag als Gemeinschaftsaufgabe zu verstehen. Die Rahmenbedingungen hierzu müssen durch Politik gesetzt und gestaltet werden. Die regionale Wirtschaft will im strategischen Dialog mit den Gemeinden, Städten und der Region einen Beitrag zu dieser Gemeinschaftsaufgabe leisten. Die noch viel zu selten beachtete Chance liegt in der interkommunalen Flächenentwicklung und der Neudefinition der Stadt-Land-Beziehungen.“

        Um einen Impuls für die Region zu setzen, wie Gewerbeflächen in der MRN zukünftig länder- und kommunenübergreifend entwickelt werden können, haben die IHKs eine Studie in Auftrag gegeben. Diese nimmt einen länderübergreifenden Korridor nördlich der A6 in den Blick, der als Grenzland bisher nicht im Zentrum der Planer stand. Hier sollen Flächenpotenziale für regional bedeutsame gewerbliche Entwicklungen identifiziert werden. Dabei soll besonders berücksichtigt werden, wie künftig Gewerbegebiete innovativ auch unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Wohnen, Verkehr und Digitalisierung entwickelt werden können.

        Gleichzeitig betont Manfred Schnabel, Präsident der IHK Rhein-Neckar, die Bedeutung des Wohnungsmarkts: „Attraktive und bezahlbare Wohnmöglichkeiten für Fach- und Führungskräfte sowie Unternehmer sind ein wichtiger Standortfaktor im Wettbewerb der Regionen. Denn auch davon hängt die Entscheidung ab, ob jemand in die Metropolregion als Fach- oder Führungskraft zieht bzw. hier bleibt oder hier investiert.“ Wohnpolitik sei daher auch Standortpolitik. „Die Kommunen sollten diesen Befund stärker in ihren Planungen berücksichtigen“, so Schnabel.

        Er erinnert daran, dass die Metropolregion Rhein-Neckar polyzentrisch und daher zentrumsnah weniger verdichtet sei als andere Regionen. „Davon können wir profitieren, wenn es uns gelingt, die Digital- und Verkehrsinfrastruktur flächendeckend auf Top-Niveau zu bringen. Wir brauchen eine sehr leistungsfähige Breitbandversorgung und flächendeckend mobiles Internet bis ins letzte Dorf. Ohne diese Infrastruktur lässt sich mobiles Arbeiten nicht realisieren, und die unterversorgten Gebiete werden unattraktiver als Wohnort und als Wirtschaftsstandort“, sagt der IHK-Präsident. Auch bei der Verkehrsinfrastruktur sehen die IHKs Handlungsbedarf: „Damit Wohnflächen und Gewerbeflächen gut miteinander vernetzt sind, brauchen wir eine bedarfsorientierte Verkehrsinfrastruktur“, so Schnabel.

        Die IHK Metropolregion Rhein-Neckar ist die gemeinsame Kooperationsmarke der IHKs Rhein-Neckar, Pfalz, Darmstadt Rhein Main Neckar und Rheinhessen. Sie vertreten in der MRN gemeinsam die Interessen von rund 150.000 Mitgliedsunternehmen.

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