Heidelberg – MLP Academics Heidelberg verlieren bei den BAYER Giants Leverkusen

        Heidelberg/Metropolregion Rhein-Neckar. Leverkusen startete mit Lohaus, Hujic, Eberhardt, Mann und Heinzmann in das Spiel, Frenki Ignjatovic schickte Nelson, Würzner, Geist, Ely und Heyden als Startformation auf das Parkett. Den besseren Start in die Partie erwischten die BAYER Giants Leverkusen. Nach zwei schnellen Körben von Heinzmann, darunter einer mit Bonusfreiwurf, stand es schnell 5: 0 für die Heimmannschaft. Die MLP Academics wirkten in dieser Anfangsphase ein wenig fahrig und unkonzentriert, konnten sich dann aber berappeln. Insbesondere durch schnellen und entschlossenen Zug zum Korb konnten sich Würzner, Geist (der im ersten Viertel 11 Punkte erzielen sollte) und Nelson nach und nach in die Scorerliste eintragen. Nelson zeigte insbesondere in dieser Phase, dass er mit seiner Schnelligkeit oft nur durch Fouls aufzuhalten ist.

        Auf der anderen Seite hielt das spätere Topscorer-Dreigestirn der Rheinländer aus Eberhardt, Heinzmann und gegen Ende des Viertels Hujic dagegen. Über eine erste knappe 19:18 Führung für die MLP Academics in der zehnten Spielminute stellte Hujic mit 5 Punkten am Stück (erst Korbleger, dann Dreier) den 23:21 Viertelstand für Leverkusen her. Das 2. Viertel eröffnete erneut Nelson mit unwiderstehlichem Zug zum Korb mit Foul, der aufgrund des vergebenen And One “nur” zum kurzfristigen Ausgleich für Heidelberg führte. Danach folgte eine Sequenz, die zeigte, warum Basketball als “Game of runs” gilt: Dreier durch Hujic, Korbleger Bacak, Dunk von Heinzmann mit Foul. In solchen Phasen sind häufig Kleinigkeiten entscheidend, etwa kleinere Fehler in der defensiven Rotation, und das insbesondere gegen ein starkes Team wie Leverkusen. Eine weitere dieser Kleinigkeiten war ein offensiver Rebound der “Riesen vom Rhein” nach dem vergebenen Freiwurf von Heinzmann, der zum einem erfolgreichen Dreipunktewurf von Hujic führte – innerhalb weniger Sequenzen führte Leverkusen nun also mit 10 Punkten (33:23), keine zweieinhalb Minuten nach dem Start ins Viertel.

        Diesem Rückstand sollten die Academics im Prinzip das ganze Viertel hinterherlaufen. Es folgte eine Phase, in der überwiegend Niklas Würzner und Shyron Ely Heidelberg offensiv am Leben hielten, wobei vor allem Ely zunehmend aufblühte. Und so waren es auch diese beiden Protagonisten, die einen völlig offenen Dreier für die Giants von Eberhardt 12 Sekunden vor der Halbzeit noch mit Ablauf der Uhr kontern konnten: Assist Würzner, “Buzzer Beater”-Dreier von Ely, Basketball in seiner reinen Dramaturgie. Und doch konnte man gerade auch in diesen spektakulären letzten Sekunden der Halbzeit, die insbesondere eine altehrwürdige Halle wie die Ostermann-Arena in einen Hexenkessel verwandelt hätten, bemerken, dass Basketball in Pandemiezeiten gelegentlich doch etwas anders ist. Halbzeitstand 48:41.

        Die zweite Halbzeit eröffnete Mannschaftskapitän Phillipp Heyden mit einem Korbleger für die Gäste, danach plätscherte das Spiel ein wenig vor sich hin, ehe es für die MLP Academics nach einem Dreier von Hujic mit einem 9-Punkte-Rückstand nach 4 Minuten erneut etwas bedrohlicher auf dem Scoreboard wurde. Doch dann folgte eine Shootout-Demonstration: Dreier Ely, erneut Dreier Ely, Dreier von Geist, Dreier von Ely, Dreier von Geist: Das war der offensive Arbeitsnachweis der Heidelberger in den letzten 5 Minuten des Viertels. Alle Punkte durch Dreier, mit zunächst 65:64 auf einmal auf Schlagdistanz – auch so geht Basketball heutzutage eben manchmal. Einen Layup der Leverkusener kurz vor Ende des Viertels hätte Shy Ely (wer auch sonst) beinahe mit einem Dreier (wie auch sonst) gekontert; aber eben nur beinahe. Mit einem erträglichen Rückstand von 3 Punkten und dem guten Gefühl, das Viertel mit 4 Punkten gewonnen zu haben, gingen die Heidelberger in die Viertelpause (67:64).

        Basketball als “Game of runs”, war da nicht etwas? Den Schlussabschnitt eröffneten die Gastgeber durch einen individuell schön herausgespielten Korbleger von Eberhardt, auf der anderen Seite verursachte Ely nach einem Turnover Heidelbergs ein unglückliches, nicht gewolltes, aber regeltechnisch nun mal unsportliches Foul. JJ Man konnte die beiden fälligen Freiwürfe sowie einen Korbleger aus dem folgenden Ballbesitz verwandeln, innerhalb einer guten Minute hatte Leverkusen 6 unbeantwortete Punkte zum 73:64 Zwischenstand verwandelt. Heidelberg versuchte nun energisch, den Rückstand zu verkürzen. Als jedoch Hujic einen wilden Dreier mit Ablauf der Shot Clock, zudem mit Phillipp Heydens Hand vor dem Gesicht, zu erneut 9 Punkten Vorsprung erzielen konnte, ließ sich erstmals erahnen, wohin die Reise bei noch 6 zu spielenden Minuten gehen würde. Der Eindruck verfestigte sich, als der gut aufgelegte Eberhardt einen schön anzuschauenden No-Look-Pass über das ganze Feld zu Bacak spielte, der mutterseelenallein die Kugel in die Reuse legen konnte. 81-70 für Leverkusen bei noch etwas unter 5 Minuten Restspielzeit.

        Die verbleibende Spielzeit spielten die Gastgeber ihre Angriffe überwiegend ruhig, strukturiert und konzentriert aus, die MLP Academics hielten mit kleinen, aber nicht mehr entscheidenden Nadelstichen von Nelson, Heyden, Trtovac, Ely und Würzner dagegen. Unglücklicherweise knickte Kapitän Phillipp Heyden in dieser Phase noch um. Am Ende gewinnen die BAYER Giants Leverkusen verdient mit 93:81. Neben einer hervorragenden Dreierquote von 42 % (10/23) offenbart ein Blick in die Statistik, dass man, gerade auswärts und gegen eine Mannschaft wie Leverkusen, nicht 9 Punkte bei einer indiskutablen Wurfquote von 50 % an der Freiwurflinie liegen lassen darf. Und dass eine solche Mannschaft wie die Academics, mit vielen guten Schützen, in der Summe ein paar mehr Assists verteilen darf (13 Team-Assists).

        Stats:
        Heidelberg: Nelson (14 Punkte, 0 Rebounds, 1 Assist), Würzner (10,5,6), Ely (23,5,0), Trtovac (4,3,1), Vasiljevic (dnp), Geist (22,3,2), Heyden (8,4,0), Loh (0,0,0), McGaughey (0,5,3), Kuppe (0,2,0)

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