Ludwigshafen – Stolpersteine: Bilderausstellung 80 Jahre Deportation nach Gurs


        Ludwigshafen / Metropolregion -Rhein-Neckar(red/ak) – Die on der Aussstellung präsentierten Bilder zeigen die jüdischen Menschen aus Ludwigshafen und einigen Ortschaften der Umgebung, die an jenem Tag durch die Gestapo und andere Polizeikräfte im Hof der nahegelegenen Maxschule zusammengebracht wurden. Sie waren in den frühen Morgenstunden geweckt worden und hatten eine Stunde Zeit, unter Bewachung durch Sicherheitskräfte einige Habseligkeiten zusammenzupacken. Dann wurden sie selbst in Busse gepackt und zur Maxschule gefahren.

          Der Fotograf bezog offenbar Posten am Eingang zum Hof der Maxschule, wo sich die jüdischen Mitbürger – die man aus der „Volksgemeinschaft“ ausgeschlossen hatte – versammeln mussten. Etwa 200 Menschen füllten den Hof. Die Fotos zeigen immer wieder die Außenwand der Maxschule, die Gepäckstücke, die Menschen, die hilflos dazwischen stehen oder sitzen – und ihre Bewacher sowie die Busse, mit denen sie dorthin gebracht worden waren, und die, mit denen sie einige Stunden später an den Bahnhof nach Mannheim gebracht wurden. Dort mussten sie alte Personenwagen besteigen, bei denen die Sitze herausgerissen und die Fenster verbarrikadiert worden waren. Es begann die tagelange Fahrt ins südfranzösische Gurs, wo sie in ein Lager gesperrt wurden. In der Heimat, die die meisten nie wiedersahen, wurde ihr Eigentum geraubt und versteigert, die „Judenreinheit“ der Region proklamiert. Die meisten der Deportierten fanden in Gurs oder später in den Vernichtungslagern des
          europäischen Ostens den Tod – ganz im Sinn der rassistischen Nazi-Ideologie.
          Lina und Leo Alsbacher, die ebenfalls deportiert worden waren, überlebten und kehrten nach dem Krieg – als einzige jüdische Familie der Vorkriegszeit – auf Dauer nach Ludwigshafen zurück. Der Fotograf der Fotoserie muss sie gekannt haben. Jedenfalls gelangten die Fotos in ihren Besitz. Sie haben die Mehrzahl der Aufnahmen beschriftet, die darauf abgebildeten Menschen, die ihnen bekannt waren, namhaft gemacht. Die Alsbachers schlossen sich der jüdischen Gemeinde Mannheim an – in Ludwigshafen gab es keine Gemeinde mehr. Nach ihrem Tod um 1970 gelangten die Fotos in den Besitz der Gemeinde, die sie dem Stadtarchiv Mannheim übergab. Für Ludwigshafen wurden sofort Duplikate gefertigt. Die Serie ist eine der größten in ganz Deutschland zur Judendeportation. Im nächsten Jahr soll eine Dokumentation über sie erscheinen.

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