Heidelberg – 80. Jahrestag der Deportationen nach Gurs: Stadt und Jüdische Kultusgemeinde gedachten der Opfer – Kranzniederlegung am Mahnmal


        Kranzniederlegung am Gurs-Mahnmal in der Schwanenteichanlage (von links): Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, Zeitzeuge Hans Flor und Rabbiner Janusz Pawelczyk-Kissin gedachten anlässlich des 80. Jahrestags der Deportationen der jüdischen Bevölkerung nach Gurs der Opfer. Foto: Stadt Heidelberg

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(rerd/ak) – Die schrecklichen Deportationen der jüdischen Bevölkerung aus Heidelberg und ganz Südwestdeutschland ins Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich jähren sich in diesem Jahr zum 80. Mal. Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner und Rabbiner Janusz Pawelczyk-Kissin haben am Montag, 26. Oktober 2020, bei einer Kranzniederlegung unter freiem Himmel am Gurs-Mahnmal in der Schwanenteichanlage gemeinsam mit dem Zeitzeugen Hans Flor und weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Opfer gedacht.

          Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner verurteilte anlässlich des Jahrestages der Deportationen den zunehmenden Antisemitismus in der Gesellschaft und in den sozialen Medien: „Das Gedenken ist wichtig, um das Unrecht und die Verbrechen nie zu vergessen, die von den Nationalsozialisten begangen wurden. Es ist wichtig, um der Millionen Opfer des NS-Unrechtsregimes zu gedenken. Und es ist wichtig, um uns als Gesellschaft klar zu positionieren. Für unsere demokratische Werteordnung und für ein gesellschaftliches Miteinander. Heidelberg ist eine tolerante und weltoffene Stadt, in der die jüdische Gemeinde ein fester Teil unserer Gesellschaft ist.“

          Rabbiner Janusz Pawelczyk-Kissin beobachtet ebenfalls mit großer Sorge einen zunehmenden Antisemitismus: „Es sind in der gegenwärtigen Situation vor allem die Politiker sowie die zuständigen Behörden dazu aufgerufen, die jüdische Minderheit in unserem Land mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln zu schützen. Es kann aber auch jeder vernünftige Bürger in seinem Alltag etwas gegen Antisemitismus tun, indem er oder sie etwa judenfeindliche Äußerungen im Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz und in der Schule nicht einfach überhört, sondern die entsprechenden Personen zur Rede stellt. Wir dürfen es nicht zulassen, dass in Deutschland heute wieder eine Bedrohung für die jüdische Gemeinschaft entsteht.“

          Eine für Montagabend geplante Gedenkveranstaltung im Heidelberger Rathaus musste aufgrund der derzeit deutlich ansteigenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus abgesagt werden. Die vorgesehenen Reden von Oberbürgermeister Prof. Würzner und Rabbiner Janusz Pawelczyk-Kissin können Interessierte online unter www.heidelberg.de nachlesen.

          Knapp 300 Heidelbergerinnen und Heidelberger deportiert

          Vom 22. bis 24. Oktober 1940 wurden mehr als 6.500 Juden aus Südwestdeutschland von den Nationalsozialisten festgenommen und in das Lager Gurs gebracht – darunter knapp 300 Heidelbergerinnen und Heidelberger. Von den sieben Sonderzügen aus Baden im Oktober 1940 war einer in Heidelberg gestartet. Viele der deportierten Menschen starben aufgrund der schrecklichen Lebensverhältnisse im Lager bereits in den ersten Wochen nach der Ankunft, andere wurden später in Vernichtungslager deportiert. Von den rund 300 Menschen aus Heidelberg überlebten nur etwa 70 Gurs und andere Lager, 15 von ihnen kehrten nach Kriegsende wieder nach Heidelberg zurück. Ein Mahnmal in der heutigen Schwanenteichanlage im Stadtteil Bergheim erinnert seit 2014 an die Deportation. In der Nähe dieser Stelle befand sich einst das Gleis 1 des ehemaligen Heidelberger Hauptbahnhofes, auf dem der Sonderzug gestartet war.

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