Weinheim – „Ripper radelt“ mit Botschaft: Weinheimer Kuriosum beim Stadtradeln: Odenwald-Dorf bricht alle Rekorde


        Weinheim / Metropolregion Rhein-Nerckar(red/ak) – Die Geschichte erinnert ein bisschen an Asterix und das kleine gallische Bergdorf. Ganz Deutschland findet sich damit ab, dass die Radwegeverbindungen von den hügeligen Lebensräumen des vorderen Odenwaldes hinab in die Ballungsräume nicht gut sind.
        Ganz Deutschland?
        Nein, denn da gibt es die Bürgerinnen und Bürger von Rippenweier, dem rund 1000-Einwohner-Dorf, das zur Großen Kreisstadt gehört, aber im hügeligen Odenwald etwa vier Kilometer von der Kernstadt und der Bundesstraße entfernt liegt – ein paar schweißtreibende kräftige Anstiege inbegriffen. Eigentlich kein gutes Pflaster für Hobby-Radfahrer, müsste man denken. Eigentlich.
        Im Volksmund heißt Rippenweier schlicht „Ripper“, und die Ortschaft sorgt im Moment bei der kreisweiten Aktion „Stadtradeln“ für ein Kuriosum: Das rund 30-köpfige Team namens „Ripper radelt“ liegt nach der ersten Woche in der Kommunenwertung Weinheims mit Abstand vorne. 30 Teammitglieder, darunter Ortsvorsteherin Anja Blänsdorf, haben schon an die 3000 Kilometer runtergeradelt, das sind im Durchschnitt 95 Kilometer pro Kopf. Damit wurden 420 Kilo C0 2 vermieden.
        Klar, es gibt passionierte Sportradler, die seit Jahren als „Bergziegen“ sportlich durch den Odenwald strampeln und ihre Strecken jetzt in den Dienst von „Ripper radelt“ stellen, wie der 29-jährige Philipp Gärtner, der am ersten Wochenende alleine 330 Kilometer heruntergerissen hat. Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Fakultät Landmanagement an der Uni in Darmstadt fährt manchmal sogar mit dem Rad zur Arbeit, circa 60 Kilometer einfach.
        Aber das Team besteht vor allem aus Menschen, die jetzt jeden Radkilometer mit einer Botschaft verbinden: Rippenweier braucht einen Radweg hinunter bis zur B3, wo die schnellen Radwege zwischen Weinheim, Mannheim und Heidelberg kreuzen. Im Moment schlagen sie sich wagemutig irgendwie auf der Talstraße in Richtung Hirschberg-Großsachsen durch; das ist der nächste Weg zur Ebene. Überholt von schnellen Autos, Augen zu und durch an unübersichtlichen Kurven, nicht mal ein Schutzstreifen warnt Autofahrer vor den Zweiradfahrern.
        So kann es nicht bleiben, finden die Menschen in Rippenweier. „Wir würden gerne noch viel mehr für den Klimaschutz tun“, erklärt Ortsvorsteherin Anja Blänsdorf, „wenn das Radfahren mehr unterstützt würde“. Im Mobilitätskonzept des Rhein-Neckar-Kreises sei der Radweg entlang der Talstraße schon vorgesehen, jetzt müsse die Umsetzung erfolgen. „Mit den E-Bikes hat das Radfahren auch in den abgelegenen Ortsteilen eine ganz andere Bedeutung bekommen“, argumentiert sie. Noch zwei Wochen lang werden die Radler aus „Ripper“ jeden Tritt nutzen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.
        Info: Wer noch bei Stadtradeln mitmachen und Kilometer zur CO2-Vermeidung sammeln will, das geht einfach unter www.stadtradeln.de/weinheim. Nach einer Woche wurden für Weinheim schon 24 000 Kilometer zurückgelegt, von rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in 64 Teams, das entspricht rund vier Tonnen CO 2-Vermeidung.

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