Mannheim – Neues Kita-Projekt und Schulbaumaßnahmen im Fokus – Sitzung des Bildungs- und Jugendhilfeausschusses vom 24. September

        Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Ein neues Kita-Projekt sowie verschiedene Schulbaumaßnahmen standen im Fokus der Sitzung des gemeinsamen Ausschusses für Bildung und Gesundheit, Schulbeirat und Jugendhilfeausschusses am Donnerstag.

        Neues Kinderhaus für Feudenheim
        Der Investor „Kling Immobilienverwaltungs KG“ plant die Errichtung eines viergruppigen Kinderhauses in der Feldstraße 115 im Stadtteil Feudenheim. Nach der Fertigstellung sollen eine Krippengruppe mit zehn Plätzen und drei Kindergartengruppen mit 60 Plätzen in Ganztagesbetreuung zur Verfügung stehen und der Sicherstellung des Betreuungsbedarfs im Stadtteil dienen. Der Jugendhilfeausschuss empfahl der Förderung des Kita-Projektes durch die Stadt Mannheim mit maximal 1.350.000 Euro zuzustimmen, die finale Entscheidung liegt beim Gemeinderat. Aktuell befindet sich das Projekt noch in der Entwicklungsplanung und steht unter dem Vorbehalt der baulichen Genehmigungsfähigkeit.

        Intensive Sprachförderung an Grundschulen startet

        Nach den Herbstferien 2020 startet das Sprachförderprojekt „Intensive Sprachförderung an Grundschulen mit hohem Förderbedarf“ an insgesamt acht Mannheimer Ganztagsgrundschulen aus der Sozialraumkategorie drei bis fünf. Die einst außerunterrichtliche Kleingruppenförderung für Erstklässler*innen am Nachmittag findet dann als integrative Sprachförderung im Regelunterricht der ersten Klassen statt. Der Bildungsausschuss beschloss, das Projekt nach den allgemeinen Zuwendungsrichtlinien der Stadt Mannheim zu realisieren, insgesamt stehen hierfür Mittel in Höhe von jährlich 75.000 Euro zur Verfügung. Die Projektkoordination liegt beim Mannheimer Zentrum für Empirische Mehrsprachigkeitsforschung (MAZEM gGmbH) in Kooperation mit der Universität Mannheim, Lehrstuhl für Anglistik I, Anglistische Linguistik. MAZEM zeichnet verantwortlich für die Qualifizierung, Koordination und Betreuung der Sprachförderkräfte, die Kommunikation und Beratung der teilnehmenden Schulen, die administrative Abwicklung des Projekts, Öffentlichkeitsarbeit als auch wissenschaftliche Begleitung.

        Ziel des Projekts ist es, sprachschwache Kinder in ihrem ersten Schuljahr durch intensive und gezielte Förderung zu unterstützen. Die Förderung erfolgt durch qualifizierte Studierende und Sprachförderkräfte im Regelunterricht an einzelnen Schulstandorten. Die Sprachförderkraft, die den Unterricht begleitet, unterstützt dabei gezielt einzelne Schüler*innen im sprachlichen Bereich, zum Beispiel durch Wortschatzarbeit wie Klären, Wiederholen und Einüben neuer Wörter und Formulierungen, sprachliches Vereinfachen von Arbeitsanweisungen, Hilfen beim Ausführen von Aufgaben und das Anbieten zusätzlicher Erläuterungen und sprachlicher Hilfen. „Durch die integrative Sprachförderung im Regelunterricht profitieren alle Schüler*innen von der Förderung. Das Unterrichtsgeschehen erfährt eine Entlastung, indem Sprachdefizite direkter und individuell aufgefangen werden können. Die Sprachförderkräfte profitieren darüber hinaus als angehende Lehrkräfte von der Zusammenarbeit mit erfahrenen Kolleg*innen“, erläuterte Bildungsbürgermeister Dirk Grunert zu der Vorlage. Letztlich diene das Projekt so dem strategischen Ziel der Stadt, mehr Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder zu schaffen.

        Jede teilnehmende erste Klasse erhält eine qualifizierte Sprachförderkraft für ein gesamtes Schuljahr. Mit den zur Verfügung stehenden kommunalen Projektmitteln können pro Schuljahr bis zu 30 Förderklassen mit je 120 Förderstunden betreut und finanziert werden. Mit dem Projekt fördert der Fachbereich Bildung, Abteilung Bildungsplanung/Schulentwicklung, jährlich bis zu 750 Schüler*innen.

        Käthe-Kollwitz-Schule: Kurzfristige Entlastung schaffen

        An der Käthe-Kollwitz-Schule sollen kurzfristig zusätzliche Betreuungs- und Schulflächen geschaffen werden. Im Hinblick auf die aktuellen Schülerzahlen, den Vorgaben des Landes aufgrund des Betriebs der Schulen unter Corona-Bedingungen, aber auch wegen der steigenden Nachfrage nach Schulkindbetreuung ist zur Entspannung der Situation vor Ort die kurzfristige Errichtung einer provisorischen Containeranlage für etwa fünf Jahre vorgesehen. Die Anlage soll unter anderem je zwei Klassenräume und Betreuungsräume sowie einen Lagerraum, Kursraum, Schulkindbetreuungs- sowie einen Umkleideraum und eine WC-Anlage für Schüler*innen umfassen.

        Der Ersatzneubau der Käthe-Kollwitz-Grundschule in Neckarstadt-Ost wurde 2008 als dreizügige Grundschule konzipiert und erstellt. Ein Kinderhaus grenzt unmittelbar an und ist Bestandteil des Gesamtgebäudes. Die Schule hatte gegenüber dem Schulträger in den zurückliegenden Schuljahren Hinweise gegeben, dass sich eine ansteigende Schülerzahl, bedingt durch die schrittweise Besiedelung des Neubaugebietes „Centro-Verde“, abzeichnet. Die Schule konnte bisher durch Auffüllen der Klassen diese Entwicklung im Gebäude auffangen. Zum neuen Schuljahr 2020/2021 hält die Schülerzunahme jedoch weiterhin an und die Flächenkapazitäten sind erschöpft. Daneben hat auch die Nachfrage nach Schulkindbetreuung zugenommen, die ebenfalls einen Flächenbedarf auslöst. Damit besteht ein kurzfristiger übergangsweiser Handlungsbedarf zur Sicherstellung des Unterrichts sowie der Schulkindbetreuung. Die Käthe-Kollwitz-Schule ist Teil der Gesamtbetrachtung der Schulentwicklung in der Neckarstadt-West. Zentral ist der Ausbau der Humboldt-Grundschule zu einer vierzügigen Ganztagsschule. In diesem Zuge sollen auch die Schulbezirke neu zugeschnitten und die umliegenden Grundschulstandorte entlastet werden.
        Der Maßnahme inklusive der Bereitstellung von Mitteln in Höhe von derzeit rund 1,6 Millionen Euro stimmte der Bildungsausschuss zu, final entscheidet der Hauptausschuss.

        Fachraumsanierung an der Heinrich-Lanz-Schule
        Auch der Sanierung des Fachraums für physikalische Chemie mit einem Kostenvolumen in Höhe von 1,19 Millionen Euro an der Heinrich-Lanz-Schule stimmte das Gremium zu, die letzte Entscheidung trifft der Hauptausschuss. Im Laufe der letzten Jahre wurden bereits mehrere Teilsanierungsmaßnahmen an der Heinrich-Lanz-Schule veranlasst wie etwa WC-Sanierungen, eine Fachraumsanierung von Laboren inklusive Dach- und Fenstersanierung, Umbau des Kiosks oder Brandschutzmaßnahmen und hierfür insgesamt mehr als zehn Millionen Euro bewilligt. Nun sollen in einem weiteren vorgezogenen Schritt die Räume für physikalische Chemie und instrumentelle Analytik, die stark sanierungsbedürftig sind, angegangen werden. Die Maßnahme unterstützt die Ausbildung der Chemielaborant*innen, Chemietechniker*innen und Chemikant*innen erforderlich, damit diese auf den aktuellen Stand der Ausbildungstechnik gelangen können. Die anstehende Maßnahme wurde gemeinsam mit der Schulleitung priorisiert. Dabei wurde berücksichtigt, dass die noch ausstehenden Maßnahmen für die Fassaden-, Aula- und Dachsanierung erst in den folgenden Jahren bei entsprechender Finanzierungsmöglichkeit erfolgen können.

        Justus-von-Liebig-Schule: Sanierung in zwei Schritten
        Auch der Umsetzung des ersten Bauabschnittes für die Justus-von-Liebig-Schule empfahl der Bildungsausschuss zuzustimmen, final entscheidet der Gemeinderat. Die Kosten belaufen sich für die Brandschutzsanierung inklusive einer außerordentlichen Teilinstandsetzung des Hauptgebäudes und Sonnenschutz auf 8,4 Millionen Euro und werden über das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (KInvFG) anteilig mit 1,4 Millionen Euro gefördert. Die Sanierungsmaßnahme, die sich gemäß der aktuellen Kostenermittlung auf zirka 13,5 Millionen Euro beläuft, soll in zwei Schritten erfolgen: im ersten Bauabschnitt nun die Brandschutzsanierung inklusive Sonnenschutz. Diese Teilmaßnahme ist aufgrund der Fördervorgaben des Zuwendungsprogramms unverzüglich anzugehen, baulich bis Ende 2022 umzusetzen und bis Jahresende 2023 gegenüber dem Land abzurechnen.

        IGMH: Ersatzneubau des Hallenkomplexes geplant
        Der Bildungsausschuss befürwortete ferner, dass anstelle der ursprünglich geplanten Sanierung des Hallenkomplexes an der IGMH ein Ersatzneubau erfolgen soll und die Sanierung der Außensportfläche als erster Bauabschnitt geplant wird. Die letzte Entscheidung liegt beim Hauptausschuss.
        Der Gemeinderat hatte im November 2019 der Sanierung des Hallenkomplexes und der Außenanlagen der IGMH im Rahmen des Bundesförderprogramms zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ mit einem Finanzvolumen von 8,5 Millionen Euro zugestimmt. Im Dezember 2019 wurde über das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-und Raumforschung (BBSR) eine Zuwendung in Höhe von 3,85 Millionen Euro bewilligt. Im Zuge der Planung der Halle haben sich neue Erkenntnisse ergeben, wonach ein Ersatzneubau die zu wählende Variante sei, da die Generalsanierung der Sporthalle aufgrund der nun vorliegenden Fakten als unwirtschaftlich zu bezeichnen ist.

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