Mannheim – Bahn-Neubaustrecke Rhein/Main – Rhein/Neckar: IHKs in der Region fordern rasche Umsetzung der Planungen und ausreichend Lärmschutz


        Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar.

        Für die 11. Sitzung des Beteiligungsforums der Deutschen Bahn zur Neubaustrecke „Rhein/Main–Rhein/Neckar“ am 23. Oktober 2020 wird die Entscheidung für die gesamte Trasse von Frankfurt bis Mannheim erwartet. Im Vorfeld betonen die Industrie- und Handelskammern (IHKs) entlang der Strecke gemeinsam die Bedeutung des Projektes für die beiden Wirtschaftsregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar. Die neue Trasse wird den Wirtschaftsstandort massiv aufwerten. Eine bessere Anbindung durch den Ausbau des Fern-, Nah- und Güterverkehrs auf der Schiene kann entscheidend für die Standort- und Wohnortwahl von Unternehmen und Fachkräften sein. Die vier IHKs Darmstadt Rhein Main Neckar, Pfalz, Rheinhessen und Rhein-Neckar, die unter der Marke „IHK Metropolregion Rhein-Neckar“ kooperieren, sowie die IHK Frankfurt am Main setzen daher auf eine möglichst schnelle Umsetzung der Planungen. Aus Sicht der Kammern sollten sich die beteiligten Akteure im Rahmen des Gesamttrassenentscheids auf ein umfangreiches und durchdachtes Lärmschutzkonzept einigen, um die Akzeptanz zu erhöhen und den Zeitplan halten zu können. Das Lärmschutzkonzept sollte daher Maßnahmen für die Neubaustrecke wie auch für die vorhandenen Strecken in Nord-Süd-Richtung vorsehen.

        Lärmschutz entscheidend für Einigung
        „Weitgehende Lärmschutzmaßnahmen sind nötig, um die Akzeptanz des Projektes in der Region zu erhöhen. Die Lärmschutzmaßnahmen dürfen aber den Beginn des Projektes nicht maßgeblich verzögern und nicht dazu führen, dass das Gesamtprojekt unwirtschaftlich wird. Für die Finanzierung von Lärmschutz über das gesetzliche Mindestmaß hinaus könnten Maßnahmen über die sogenannte Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung (BUV) festgeschrieben werden. Für diese Lärmschutzmaßnahmen sollte dann ein absehbarer und verbindlicher Zeithorizont vereinbart werden. Jetzt gilt es aus Sicht der IHKs, Politik, Wirtschaft und Bevölkerung länderübergreifend einzubinden und diesen Konsens beim Lärmschutz schon heute vorzubereiten“, heißt es gemeinschaftlich von den fünf Industrie- und Handelskammern.

        Wirtschafts- und Lebensraum rückt näher zusammen
        In den betroffenen Regionen leben über 5,5 Millionen Menschen, fast 2,5 Millionen davon sind hier erwerbstätig und etwa 1,4 Millionen von ihnen pendeln zur Arbeit. Sie setzen auch auf ein gut ausgebautes Schienennetz für die Mobilität der Zukunft. Die IHKs fordern deshalb eine hochwertige Anbindung der Regionen an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Bahn und an den Flughafen Frankfurt. Sie bauen darauf, dass freiwerdende Kapazitäten auf den Bestandsstrecken genutzt werden, um den Regional- und Nahverkehr zu verbessern. Davon profitieren nicht nur die Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar mit Frankfurt und Darmstadt, sowie Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen. In Südhessen und dem Rhein- Neckar-Raum liegen zahlreiche wirtschaftsstarke Städte und attraktive Wohnstandorte, die durch eine besseren Nah- und Regionalverkehr auf der Schiene weiter aufgewertet werden.

        Zitate der IHK-Präsidenten:

        IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, Präsident Matthias Martiné: „Der Neubau der Bahnstrecke ist längst überfällig. Angesichts der Diskussionen um die Mobilität der Zukunft kann sich die gesamte Region Rhein Main Neckar keine weitere Verzögerung mehr leisten. Dazu brauchen wir die Akzeptanz der Bewohnerinnen und Bewohnern entlang der Strecke. Deswegen ist der Lärmschutz insbesondere auch an den Bestandsstrecken so wichtig. Natürlich müssen Lärmschutz und wirtschaftliche Belange zusammen funktionieren. Ebenso wichtig ist die Vollanbindung von Darmstadt im Norden und mit einem Gleis für den Personenverkehr im Süden.“

        IHK Frankfurt am Main, Präsident Ulrich Caspar: „Die Region FrankfurtRheinMain ist einer der bedeutendsten Schienendrehkreuze Deutschlands und liegt mitten auf der europäischen Schienenachse Rotterdam – Genua. Zusammen mit einem Fernbahntunnel Frankfurt wird die Neubaustrecke RheinMain-RheinNeckar diese Position stärken. Die Wirtschaft erhält durch das bessere Angebot die Möglichkeit, sich zu entfalten. Der Fernbahntunnel Frankfurt, der an die Neubaustrecke anschließt, schafft den nötigen Platz, damit Züge sich gegenseitig nicht mehr behindern und pünktlich in Darmstadt und Mannheim ankommen. Berechenbarkeit und Pünktlichkeit sind Voraussetzungen für eine tatsächliche Nutzbarkeit von Bahnverkehr.“

        IHK Pfalz, Präsident Albrecht Hornbach: „Die Planung läuft seit Mitte der 90-er Jahre. Wir sind auf der Zielgeraden und sollten jetzt nicht in Stolpern geraten, weil uns der Lärmschutz auf, beziehungsweise vor die Füße fällt. Es gibt Instrumente, mit der ein überregionaler Konsens greifbar ist. Diese Chance müssen wir nutzen.“

        IHK Rhein-Neckar, Präsident Manfred Schnabel: „Die Wirtschaft braucht die Kapazität der Neubaustrecke. Ausreichende Lärmschutzmaßnahmen im Stadtgebiet von Mannheim sowie in den Umlandgemeinden würden nachhaltig von Güterverkehrslärm entlasten sowie insgesamt die Akzeptanz des Projektes in der Region erhöhen. Die aktuell laufende Knotenstudie des Bundes wird zeigen, ob eine Tunnelvariante unter Mannheim möglich ist und damit zusätzlicher Lärmschutz geschaffen werden kann.“

        Info-Kasten: Fünf IHKs vertreten die Interessen von 360.000 Mitgliedsunternehmen
        Die Industrie- und Handelskammern (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar, Frankfurt am Main, Pfalz, Rhein-Neckar und Rheinhessen vertreten in den beiden Metropolregion Rhein-Main und Rhein-Neckar gemeinsam die Interessen von rund 360.000 Mitgliedsunternehmen und ihren Beschäftigten.

        In den fünf IHK-Bezirken gibt es fast 1,4 Millionen Einpendler. So verteilen sich die Zahlen insgesamt über alle Branchen und Berufsgruppen auf die einzelnen IHK-Bezirke (Stand: 2019):

        IHK-Bezirk Darmstadt Rhein Main Neckar
        Einwohner: 1.097.624
        Beschäftigte: 387.790
        Einpendler: 198.253

        IHK-Bezirk Frankfurt am Main
        Einwohner: 1.209.612
        Beschäftigte: 802.410
        Einpendler: 515.851

        IHK Bezirk Pfalz
        Einwohner: 1.417.371
        Beschäftigte: 555.417
        Einpendler: 281.981

        IHK Bezirk Rheinhessen
        Einwohner: 642.818
        Beschäftigte: 236.365
        Einpendler: 128.762

        IHK Bezirk Rhein-Neckar
        Einwohner: 1.163.312
        Beschäftigte: 506.315
        Einpendler: 259.540
        Quelle IHK Rhein-Neckar

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