Mannheim – Druck auf Einzelhändler und Innenstädte steigt


        Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar, 1. September 2020. „Der stationäre Handel ist weiterhin der wichtigste Vertriebskanal, doch der Online-Handel nimmt stetig an Bedeutung zu“, sagt Manfred Schnabel, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar, mit Verweis auf eine heute veröffentlichte Studie. Herausgeber sind die IHK-Organisation und das Forschungsinstitut ibi, das dazu bundesweit 1.450 Händler befragt hat. 79 Prozent setzen auf ein stationäres Ladengeschäft für den Vertrieb ihrer Produkte und Dienstleistungen (-6 Prozentpunkte zur Befragung 2017), 39 Prozent (+6 PP) haben einen eigenen Online-Shop, 33 Prozent nutzen weltweite, überregionale oder regionale Online-Marktplätze (+5 PP). Diese Entwicklung wird weiter voranschreiten: Laut Studie erwarten sechs von zehn Händlern, dass der stationäre Vertriebsweg auch zukünftig noch der wichtigste Einkaufskanal bleibt – jedoch in zunehmender Verbindung mit anderen Kanälen. Rund die Hälfte der Händler geht zudem davon aus, dass stationäre Flächen kleiner werden. Als eine der größten Gefahren für ihr eigenes Geschäftsmodell sehen die Händler laut Studie die Marktmacht globaler Marktplätze.
        „Die Studie zeigt auf, wie stark der Druck auf den stationären Handel und damit die gesamte Innenstadtwirtschaft ist. Die Corona-bedingten Verschiebungen der Nachfrage wirken dabei wie ein Turbo“, sagt Schnabel. So hat das Statistische Bundesamt ermittelt, dass innenstadtrelevante Sortimente wie Bekleidung, Schuhe, Uhren, Schmuck und Bücher im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr deutliche Umsatzverluste erlitten haben.

          Der IHK-Präsident erkennt drei Stellschrauben: Erstens sollten Einzelhändler ihr Geschäftsmodell konsequent digitalisieren. Zwei Strategien bieten sich insbesondere für kleinere Händler an: über Kooperationen und Einkaufsgemeinschaften an Stärke, Digitalkompetenz, Effizienz und Sortimentsbreite zu gewinnen oder sich stark zu spezialisieren. Dann reicht oft auch ein vergleichsweise überschaubares Sortiment, um online erfolgreich zu sein. Zweitens sollten der Bund und die Europäische Union der Marktmacht globaler digitaler Plattformen Grenzen setzen und für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen. Die IHK-Organisation setzt sich daher für ein „level playing field“ ein, damit es auch in Zukunft einen vielfältigen und attraktiven Handel gibt. Dritter und wichtigster Punkt: „Das Land und die Kommunen müssen den stationären Einzelhandel und die innerstädtische Wirtschaft entlasten oder zumindest nicht weiter belasten. Das reicht von Steuern und Abgaben über die Erreichbarkeit der Innenstädte bis hin zu Regelungen und Auflagen“, mahnt der IHK-Präsident.

          Alle Ergebnisse der IHK-ibi-Handelsstudie finden Sie unter www.rhein-neckar.ihk24.de/ibi-handelsstudie
          Quelle IHK Rhein-Neckar.

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