Speyer – Priesterweihe in Corona-Zeiten – Am 12. September empfangen Stefan Häußler und Artur Noras im Speyerer Dom die Priesterweihe

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        Speyer/Metropolregion Rhein-Neckar. Beim Gottesdienst zum Fest Mariä Himmelfahrt begrüßte Bischof Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom schon einmal ganz besonders die beiden zukünftigen Speyerer Neupriester – an dem Ort, an dem er am Samstag, 12. September, den beiden Diakonen Stefan Häußler von der Pfarrei Speyer-Pax Christi und Artur Noras von der Pfarrei Lauterecken-Heiliger Franz Xaver die Priesterweihe spenden wird. Der Weihegottesdienst beginnt um 9 Uhr und wird per Livestream online übertragen. Traditionell findet die Priesterweihe im Bistum Speyer am Fest Peter und Paul im Juni statt. Die Corona-Pandemie führte zu der Verschiebung, so dass jetzt im September zumindest eine etwas größere Anzahl von (geladenen) Gottesdienstbesuchern aus dem Familien- und Freundeskreis der Neupriester sowie aus den Heimatpfarreien teilnehmen kann. In früheren Zeiten war dies der Regelfall: Die Neupriester hatten das Abitur abgelegt, traten ins Priesterseminar ein und studierten Theologie, wurden zum Diakon und dann zum Priester geweiht. Das ist heute fast die Ausnahme. Auch die Neupriester dieses Jahres sind „Quereinsteiger“, haben zuvor schon einen anderen Beruf ausgeübt. Stefan Häußler hatte sich ursprünglich für eine juristische Laufbahn entschieden, Artur Noras hat dem Abitur eine kaufmännische Ausbildung folgen lassen. Trotz guter Karrierechancen werden sie Priester.

        Artur Noras
        Artur Noras wurde 1983 in Tichau (Oberschlesien/Polen) geboren. Im Sommer 1989, kurz vor der Wende, kam die Familie nach Rheinland-Pfalz, nach Lauterecken in der Nordpfalz. Es folgten Schulausbildung, Abitur, Bundeswehr, begonnenes Lehrer-Studium, dann kaufmännische Ausbildung und ein Studienangebot in diesem Bereich. Aber Artur Noras spürte, dass das nicht sein Leben sein kann. Da er durch seine Mutter kirchlich sozialisiert ist, interessierte er sich zunehmend für einen kirchlichen Beruf, besucht Angebote der Informationsstelle „Berufe der Kirche“ des Bistums Speyer, machte ein Praktikum in einer Pfarrei. „Das war für mich entscheidend“, erzählt er, so habe er sich für die Priesterausbildung im Bistum Speyer entschieden, die er nach dem obligatorischen Vorbereitungsjahr (Propädeutikum) in Bamberg mit dem Theologiestudium 2009 an der Katholischen Universität Eichstätt begann. Und die jetzt – mit zwei Auslandssemestern an der Ordenshochschule Heiligenkreuz bei Wien und einer Auszeit der Selbstvergewisserung – mit der Priesterweihe ihr Ende findet. Seelsorgliche Erfahrungen sammelte Artur Noras während des Pastoralkurses in Kaiserslautern-Maria Schutz und Ludwigshafen (Heilige Cäcilia). Die gegenwärtige Situation der Kirche sieht er mit Sorge. Aber er betont gleichzeitig: „Die Arbeit macht mir Spaß, ist etwas sehr Erfüllendes, vor allem die direkte Begegnung mit den Menschen.“

        Stefan Häußler

        Stefan Häußler stammt aus Speyer, wurde hier 1974 geboren. Er besuchte in der Domstadt das Gymnasium und begann anschließend ein Jurastudium, in Frankfurt, Brüssel, in Leicester/Großbritannien. Nach dessen Abschluss arbeitete er dann in verschiedenen Funktionen im Wissenschaftsbereich der Universitäten von Frankfurt, Heidelberg und Göttingen. Immer stärker habe er sich in dieser Zeit kirchlich engagiert erzählt er, stark geprägt von Jesuiten, ihrer theologischen Verortung und ihrer Weltoffenheit. Dabei habe er den Priesterberuf für sich selbst als Lebensmodell entdeckt, und letztendlich entschieden, sein Hobby – sprich sein Engagement im kirchlichen und sozialen Bereich – zum Beruf zu machen. Das führte ihn in sein Heimatbistum Speyer zurück, ans dortige Priesterseminar. Nach dem Propädeutikum (gemeinsam für alle Priesteramtskandidaten der Kirchenprovinz Bamberg) studierte Häußler katholische Theologie in Eichstätt. Es folgte der Pastoralkurs in Speyer mit Pfarreipraktika in Bobenheim-Roxheim und Ludwigshafen (Heilige Cäcilia).

        Stefan Häußler gesteht ein, dass ihm die innerkirchlichen Vorgänge und das Umfeld der Kirche derzeit „Schwierigkeiten machen“. Aber die „Praxis in den Pfarreien“ versöhne ihn. Das Leben in der Pfarrei ist für ihn der entscheidende Faktor. Leider werde heute oft sehr viel Energie in Traditionen und Besitzstände geleitet, die eigentlich schon nicht mehr fruchtbar sind. Häußler spricht von einer „Art Phantomschmerz“. Das sei schade, denn es gebe ja durchaus Felder, auf denen die Pfarreien noch fruchtbar sein könnten.“ Für ihn ist das besonders „die gelebte Nächstenliebe“, etwa in der Gemeindecaritas.

        Teamarbeit als Zukunftsmodell
        Für beide Neupriester ist die zukünftige Zusammenarbeit in einem Team von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen in den Pfarreien ein zentraler Punkt. „Diese Teamarbeit wird in Zukunft noch wichtiger werden“, sind beide überzeugt. Die über weite Strecken gemeinsame Ausbildung – von angehenden Priestern, zukünftigen Pastoralreferentinnen und -referenten sowie Gemeindereferentinnen und -referenten – und die dabei erlebte breite Kollegialität machten ihnen Mut. Vom laufenden Visionsprozess des Bistums erhoffen sie sich ganz konkret die Erschließung neuer Wirkungsfelder für die Pfarreien, Verbände und Gemeinschaften. Häußler: „Es kann nicht angehen, dass wir in unseren Kirchen und Gemeindehäusern sitzen bleiben und unsere Wunden lecken. Ich erhoffe mir einen Schritt hin zu einem neuen Bewusstsein für die Rolle und die Aufgabe der Kirche in unserer Zeit.“ Aber er fügt hinzu: „Wir können nicht realistisch erwarten, dass die Kirche wieder zur führenden Deutungsmacht in der Gesellschaft wird.“ Das sei auch nicht ihre Aufgabe in dieser Zeit.

        Primiz trotz Corona

        Durch die Verschiebung der Priesterweihe sind die beiden zukünftigen Neupriester bereits seit Anfang August in ihren zukünftigen Wirkungsstätten als Diakon tätig: Stefan Häußler in Kaiserslautern und Artur Noras in Waldsee. Beide feiern nach der Priesterweihe im Dom am darauf folgenden Sonntag, 13. September, ihre Primiz: Stefan Häußler um 11 Uhr in der Kirche St. Bernhard in Speyer und Artur Noras um 10 Uhr in der Pfarrkirche von Lauterecken.

        Link zur Livestream-Übertragung:

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