Speyer – In diesem Jahr war alles anders!“- Examen in der Schule für Pflegeberufe in Zeiten von Corona.

        Speyer/Metropolregion Rhein-Neckar. Ende April erreichten die Schule für Pflegeberufe am Sankt Vincentius Krankenhaus die Rege-lungen des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) zur Durchführung der diesjährigen Abschlussprüfungen in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung. Grund: Die weltweite Corona-Pandemie. Neben der Einhaltung der allgemein geltenden Hygienevorschriften während der schriftlichen und mündlichen Prüfung, gab es eine wesentliche Änderung: Die praktische Prüfung durfte zum Schutz der Patienten und Fachprüfer nicht wie gewohnt an realen Patienten stattfinden. Dies stellte das Schulteam vor eine große Herausforderung. Schnell war man sich einig, dass eine reine Fallbesprechung den hohen Anforderungen an die Pflegeausbildung, vor allem in Sachen Patientenzuwendung, nicht gerecht werden würde. So fand man eine Lösung, die zwar zeitaufwendiger in der Vorbereitung, aber für die Auszubil-denden mit Perspektive auf ihren künftigen Berufsalltag zielführender war: Die praktische Prü-fung am Bett – mit einem Dummy als Patient.

        Daniel Kroneder, Leiter der Schule für Pflegeberufe am Sankt Vincentius Krankenhaus erklär-te: „Theoretisches Wissen ist die eine wichtige Sache – genau so wichtig ist es für uns, die an-gehenden Kolleginnen und Kollegen in ihren praktischen Kompetenzen zu stärken und so bes-tens auf den Alltag vorzubereiten“ und ergänzt „anhand eines mündlich besprochenen Falls ist Handlungskompetenz im praktischen Umgang mit den Patienten schwer zu beurteilen.“
        Auch Babette Scheffers, Prüfling aus dem betroffenen Ausbildungsjahrgang 2017/2020 bestä-tigt dies: „Natürlich war es im ersten Moment komisch einen Dummy zu pflegen, aber mit ein bisschen Vorstellungskraft fand ich schnell in meine Rolle und die individuelle Pflegeplanung hatte ich ja vorher schon für meinen „echten“ Patienten erstellt.“
        Um die Prüfungssituation so realistisch und prozessorientiert wie möglich abbilden zu können, erfolgte die Vorbereitung auf den Prüfungstag anhand eines realen Patienten auf der Station, wo die Auszubildende zum gleichen Zeitpunkt tatsächlich eingesetzt war. Im Verlauf des Prü-fungsgeschehens veränderten die Fachprüfer dann sogar die Situation so weit, als dass sie dem Dummy verschiedene Komplikationen unterstellten. Babette Scheffers musste daraufhin entsprechend reagieren – so wie im Alltag auch. Auch die Vitalwerte (Blutdruck, Puls, Tempe-ratur usw.) wurden vorgegeben und bei einer notwendigen ärztlichen Anordnung schlüpfte ei-ner der Fachprüfer in die Rolle des Stationsarztes.

        Zum Abschluss der Prüfung erfolgte analog der letzten Jahre das Prüfungsgespräch, in dem die Auszubildende ihr pflegerisches Handeln und das Prüfungsgeschehen reflektierte und die Fachprüfer noch Vertiefungsfragen zur Pflegesituation stellten. Die drei Stunden Prüfungszeit seien wie im Flug vergangen, berichtet Scheffers und ergänzt: „vielleicht, weil ja auch alles anders war in diesem Jahr“. Die junge Gesundheits- und Kranken-pflegerin kann sich nun über ihr bestandenes Examen freuen und sich auf ihr begleitendes Pflegestudium an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen konzentrieren, das sie berufsbegleitend noch eineinhalb Jahre absolviert und mit dem Bachelor in Pflege ab-schließen will. Mit ihr haben noch weitere zwölf Auszubildende des Jahrgangs 2017/2020 das Examen be-standen und auf die Frage, ob Corona ihren Berufswunsch im Nachhinein beeinflusst hat, ant-worten die Absolventen einstimmig: „Wenn diese Krise eins gezeigt hat, dann, dass es ohne uns Pflegefachpersonen nicht geht!“
        Trotz hervorragender Prüfungsergebnisse müssen die frisch examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger*innen dennoch auf die sonst übliche große Feier im festlichen Rahmen ver-zichten. Diese hatte das Land zum Bedauern aller an der Ausbildung Beteiligten untersagt. Doch Dr. Wolfgang Schell, Geschäftsführer der Krankenhaus-Stiftung der Niederbronner Schwestern als Träger der Schule für Pflegeberufe hatte sich eines nicht nehmen lassen: Die persönlich Gratulation und Zeugnisübergabe an jeden Einzelnen. „Zwar mit Abstand, aber von ganzem Herzen!“

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