Weinheim – Rekordinvestitionen in Mitarbeiter und Infrastruktur Stadtwerke Weinheim sichern Versorgungsqualität durch Qualifizierung und Ausbau – Geschäftsjahr 2019 schließt mit 2,8 Millionen Euro Gewinn

        Weinheim/Rhein-Neckar-Kreis/Metropolregion Rhein-Neckar. Die Stadtwerke Weinheim haben im Geschäftsjahr 2019 so viel investiert wie noch selten in ihrer Unternehmensgeschichte: „Mit 8 Millionen Euro haben wir unsere Investitionen gegenüber dem Vorjahr verdoppelt“, erklärt Peter Krämer, Geschäftsführer der Stadtwerke Weinheim, bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag (31. Juli). Diese fand unter Corona-Bedingungen vor dem neuen Betriebsgebäude des Unternehmens in der Hertzstraße 1 statt, dem größten Investment des vergangenen Geschäftsjahres. „Es ist ein sichtbares Zeichen, dass wir nicht nur die Zukunft der Energie- und Wasserversorgung in der Region mitgestalten, sondern auch die der Stadtwerke Weinheim gezielt vorantreiben“, fügt er an. Das belegen auch die Zahlen: Die Stadtwerke Weinheim schlossen das Geschäftsjahr 2019 mit 2,8 Millionen Euro Gewinn ab, das entspricht dem Plan und liegt auf Vorjahresniveau.

        Viel Geld ist auch in die Sicherung der Trinkwasserversorgung geflossen. „Die Hitzewelle vom Juli 2019 mit mehr als 41 Grad in Deutschland hat uns deutlich vor Augen geführt, dass der Klimawandel in vollem Gange ist“, sagte Peter Krämer. Darauf gelte es, sich vorzubereiten. Der Bau einer zweiten Verbindungsleitung von Hemsbach nach Weinheim sei einer der Bausteine in diesem Vorsorgekonzept zur langfristigen Sicherung der Versorgungsqualität. Ein weiterer wichtiger Punkt sei angesichts der wachsenden Komplexität durch politische Rahmenbedingungen, neue Gesetze und Herausforderungen der fortschreitenden Energiewende die Weiterqualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Ausbildung von eigenem Nachwuchs. 150.000 Euro machen allein Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen in 2019 aus.

        Mitarbeitende qualifizieren

        „Wir brauchen hochkompetente und engagierte Fachleute, um im immer noch schärfer werdenden Wettbewerb bestehen zu können und die anspruchsvollen Aufgaben im technischen wie im kaufmännisch-rechtlichen Bereich stemmen zu können“, betont er, „dazu nutzen wir auch die Chancen der Digitalisierung und der Automatisierung von Prozessen. Beides ist bei uns in vollem Gange.“ Deshalb investiert das Unternehmen neben Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen auch in die eigene Ausbildung des Nachwuchses sowohl klassisch als auch in Form eines Dualen Studiums. „Die Energiebranche bietet spannende Aufgaben, einen sicheren Arbeitsplatz im kommunalen Umfeld und hervorragende Aufstiegschancen“, erläuterte er. Insgesamt beschäftigten die Stadtwerke im Berichtsjahr rund 140 Mitarbeitende, darunter zehn Menschen in Ausbildung. Während einige Arbeitnehmer in der Region um ihren Job bangen mussten, gibt es bei den Stadtwerken bis heute keine Einschränkungen durch Kurzarbeit – „und das obwohl wir das Hallenbad HaWei vorübergehend schließen mussten. Die Mitarbeiter wurden in die operativen Prozesse integriert und unterstützten den laufenden Betrieb mit über 2.000 Stunden Arbeitsleistung. Darauf sind wir stolz!“, sagt er.

        Energiegeschäft schwieriger

        „Die Vorgaben des Gesetzgebers werden immer umfangreicher und verursachen einen immensen Aufwand“, erläutert Peter Krämer, zudem nehme der Wettbewerb weiter zu, der Energiebedarf jedoch tendenziell ab. In diesem schwierigen Umfeld haben sich die Stadtwerke Weinheim erfolgreich behauptet: Die Absatzmengen bleiben etwa auf Vorjahresniveau; sie belaufen sich bei Strom auf 118.311 Megawattstunden (-2 Prozent) und bei Gas auf 271.131 Megawattstunden (+3 Prozent). Trotz milder Witterung legte der Wärmeabsatz um 3,2 Prozent auf 16.973 Megawattstunden zu. „Unser Wärmenetz wächst, weil immer mehr Immobilieneigentümer auf die Vorzüge von Wärme setzen, die klimaschonend dezentral erzeugt wird“, sagte Peter Krämer. Die Wasserabnahme ist leicht gesunken auf 2,67 Millionen Kubikmeter. Bei den Besucherzahlen im Hallenbad HaWei haben die Stadtwerke auch 2019 die 100.000er-Marke knacken können: Rund 103.000 Gäste besuchten das Bad, obwohl die Anreise durch die Baumaßnahmen in der Mannheimer Straße erschwert war.

        1,2 Millionen für die Stadtkasse
        Vom Gewinn des Berichtsjahres 2019 führen die Stadtwerke 300.000 Euro den Rücklagen zu, den Rest schütten sie an ihre Gesellschafter aus. Die Stadt Weinheim erhält 1,22 Millionen Euro, die EnBW Kommunale Beteiligungen GmbH 1,25 Millionen Euro sowie die Gemeinde Gorxheimertal 0,03 Millionen Euro. „Wir sind eine stabile Größe für den Weinheimer Haushalt. Neben den Ausschüttungen zahlen wir unsere Steuern hier und Konzessionsabgaben“, erläutert er. Bei der Stadt Weinheim sind die Verluste des Hallenbads im steuerlichen Querverbund berücksichtigt.

        Starkes Wachstum bei Vertriebstochter
        Bei der Vertriebstochter Urbania, die unter der Marke „meine StadtEnergie“ Strom und Gas vertreibt, steigen die Kundenzahlen weiter. Das Unternehmen, an dem auch die Stadtwerke Schwetzingen zur Hälfte beteiligt sind, verzeichnet ein Kundenplus von 34 Prozent. Der Umsatz lag zum Ende des Geschäftsjahres bei 9,2 Millionen Euro und damit um 20 Prozent höher als 2018. Die Beteiligungen an der KomKo Wind GmbH sowie an der Solarpark Königsbronn GmbH entwickelten sich planmäßig. Positiv wirkten sich bei der Solarbeteiligung die höheren Stromerträge infolge vieler Sonnenstunden in den Monaten Februar und Juni aus.

        Manövrieren in unsicheren Zeiten
        Weniger kalkulierbar als 2019 sei das laufende Geschäftsjahr 2020, meint der Geschäftsführer: „Die Corona-Pandemie stellt uns als Organisation mit Aufgaben der Daseinsvorsorge vor große Herausforderungen“, sagt Peter Krämer mit Blick auf die Entwicklungen des ersten Halbjahres. Höchste Konzentration lag in der Hochphase der Corona-Beschränkungen darin, den sicheren Betrieb der Energie- und Wasserversorgung aufrechtzuerhalten. „Uns kam dabei der neue Standort in der Hertzstraße zugute. So konnten wir die Mitarbeitenden räumlich trennen und größtmögliche Sicherheit bei hoher Flexibilität bieten.“ Darüber hinaus wurden datensichere Homeoffice-Arbeitsplätze aufgebaut sowie Sonderregelungen für Mitarbeitende geschaffen, die sich um die Kinderbetreuung kümmern mussten.

        Hemmschuh Bürokratie

        Welche Auswirkungen das Zahlungsmoratorium für Gewerbebetriebe bis 30. Juni auf Forderungsausfälle haben wird, ist laut Peter Krämer aktuell schwer einschätzbar. „Eine nie dagewesene Ausnahmesituation wie die Corona-Pandemie braucht Rücksichtnahme seitens der staatlichen Stellen“, forderte Peter Krämer in Richtung Kartell- und Aufsichtsbehörden. Bis dato stelle er bei Fristen und bürokratischem Aufwand allerdings kein Entgegenkommen fest: „Die Handlungsweisen von Bundes- und Landesregierung sind zunehmend praxisfremd und erschreckend“, erklärt er. Hier gilt es wieder ein gesundes Augenmaß zu finden, um die Handlungsfähigkeit von Energieversorgern nicht zu hemmen. „Die Pandemie hat und wird uns weiterhin über längere Zeit begleiten. Wir kümmern uns darum, dass auch in Ausnahmesituationen Energie und Wasser sicher bei den Verbrauchern ankommen“, schloss der Geschäftsführer.

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