Ludwigshafen – Die Veränderung planen: Warum Elternsein stetige Anpassung bedeutet

        Happy family: mother, father, children son and daughter on nature on sunset
        Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar – Bereits in der Schwangerschaft fassen junge Eltern feste Pläne: Wie erziehen wir unser Kind? Wie bereiten wir es auf die Anforderungen des Lebens vor? Welche Ausbildung soll es genießen? In diesen Fragen legt sich jeder gern fest. Doch im Kontrast zu den Wunschvorstellungen vieler Eltern bedeutet Elternsein nicht, einem Fahrplan zu folgen, sondern, sich an immer neue Bedingungen anzupassen. Welche Aspekte Paare dabei gleich zu Beginn bedenken müssen und welche sie der Zukunft überlassen sollten, wird im Folgenden erklärt.
        Die Vorplanung: Das wirklich Wichtige von den Wunschträumen trennen.

        Die richtigen Vorbereitungen sind bereits kurz vor der Geburt eines Kindes hilfreich und wichtig. Andere Aspekte gehören da eher in den Bereich von Wunschträumen, die sich schnell relativieren, wenn der Nachwuchs da ist. Doch wie unterscheiden sich beide Felder?

        Sweet preschool boy, hugging with tenderness and care his little newborn brother at home

        Die essenziellen Vorbereitungen
        Wer erschöpft von der Geburt nach Hause kommt, hat keine Kapazitäten, auf die Schnelle noch die nötige Erstausstattung zu besorgen. Windeln in Größe 1 und 2, Wickelbodys und Strampler in den Größen 56, 62 und 68 sowie Wickelauflagen sollten vorhanden sein. Auch die Hygieneartikel von Feuchttüchern über Babyöl bis hin zu Heilsalbe sollten junge Eltern bereits ab Tag 1 im Haus haben. Das Kinderbett und der Kinderwagen garantieren, dass der Nachwuchs von Beginn an seinen festen Platz hat.

        Checkliste für die ersten Tage

        • Baby-Equipment: 1 abwaschbare Wickelauflage plus Wegwerfauflagen oder Frotteebezüge, 1 Windeleimer, 1 Waschschüssel, 10 Waschlappen, Babyöl, Heilsalbe, Babybadewanne, 2 Badetücher, Feuchttücher und Badethermometer

        • Baby-Kleidung: 6 Wickelbodys, 6 Strampler, 4 T-Shirts, 4 langärmelige Oberteile, 4 Schlafanzüge 1 Jacke, warme und dünne Babysocken, je eine warme und eine dünne Mütze, eventuell Fäustlinge, 10 Spucktücher

        • Mobiliar: Beistellbett, Babymatratze, Wickelkommode, Kinderwagen, Tragehilfe, Babyschale für das Auto, Sonnenschutz für die Autoscheibe
        Zusätzlich brauchen Mütter von Stillkindern gleich zu Beginn mindestens 2 bequeme Still-BHs mit Stilleinlagen. Flaschenkinder benötigen 4 Fläschchen mit Saugern, eine Flaschenbürste und das passende Baby-Milch-Pulver.

        Wo Flexibilität gefragt ist
        Bereits eine riesige Spielzeug-Kollektion anzulegen, bevor das Baby auf die Welt kommt, ist übertrieben. In den ersten Monaten ihres Lebens haben Säuglinge nur ganz basale Bedürfnisse: Sie wollen sehen, hören und vor allem greifen. Passend dafür sind Baby-Mobiles, Spieluhren, Rasseln, Greiflinge und Kuscheltiere. Doch vollumfänglich können Babys diese Angebote erst im Alter von 1 bis 2 Monaten wahrnehmen. Vorher genügt der Kontakt mit den Eltern als Reizgeber. Auch später sollten Eltern Improvisationstalent beweisen: Zuweilen erscheint Kindern ein Holzlöffel oder ein Stück knisterndes Zeitungspapier viel interessanter als das bunte teure Spielzeug.

        Muss das Kinderzimmer zur Geburt fertig sein?
        Bei der Gestaltung des Kinderzimmers sollte man flexibel bleiben und nicht den Fehler begehen es lediglich nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen einzurichten, sondern ein kindgerechtes Zimmer schaffen, welches auf die Bedürfnisse des Nachwuchses ausgerichtet ist. Es bereits vor der Geburt fertig einzurichten ist unnötig, da das Kind es höchstwahrscheinlich erst mit dem Umzug aus dem Beistellbett ins eigene nutzt. Das ist meist im Alter von einem Jahr der Fall.

        Wenn Eltern sich bereits vor der Geburt auf ein ästhetisches Gesamtkonzept festgelegt haben, können späteren Anpassungen an die wechselnden Bedürfnisse des Nachwuchses durchaus wehtun. Gerade zu starre Strukturen, an denen alles seinen festen Platz hat, sind für Kinder beispielsweise wenig geeignet. Auch die farbliche Gestaltung muss eventuell im Nachgang noch einmal angepasst werden. Wer sich hier innerlich noch nicht auf ein „fertiges“ Kinderzimmer eingestellt, fährt am Ende besser.

        Kinder wachsen schnell
        Viele Anschaffungen erweisen sich im Nachhinein als überflüssig, weil das Kind sie entweder nicht braucht oder aus ihnen herauswächst. So passiert es etwa, wenn Eltern ihrem Spross einen großen Kleiderschrank voll niedlicher Kleidung in den Größen 56 und 62 zulegen, die der Nachwuchs nach wenigen Wochen nicht mehr tragen kann. Auch Sneaker oder Jeans für Säuglinge gehen an deren Bedürfnissen völlig vorbei und dienen nur zur Unterhaltung der Erwachsenen.
        Die Kleidung in den ersten Jahren sollte daher vor allem funktionale Aspekte erfüllen: Im Schritt knöpfbare Bodys und Strampler erleichtern das Wickeln; Hosen und Leggins müssen später abriebfest sein, um die Belastungen im Spiel auszuhalten. Schließlich ist Schadstofffreiheit wohl das wichtigste Kriterium für die kindliche Garderobe. Hier bezeichnen Siegel wie GOTS, IVN Best und Made in Green by Ökotex Produkte, die strenge Grenzwerte in punkto Pestiziden und Chemikalien einhalten.
        Ab wann brauchen Babys Schuhe?
        Kinder brauchen Schuhe erst dann, wenn sie sicher auf den eigenen Füßen stehen und laufen können. Alle Modelle vor diesem Zeitpunkt sind finanziell betrachtet reine Geldverschwendung. Doch auch gesundheitlich kann das frühe Tragen von Schuhen Nachteile mit sich bringen, denn der Kinderfuß braucht für die gesunde Knochenentwicklung maximale Freiheit. Auch die nötige Koordination und Balance beim Laufen lernen Kleinkinder am besten Barfuß. Falls es dafür zu kühl ist, helfen Anti-Rutschsocken gegen Erkältungen und Stürze.
        Wenn Kinderwünsche auf Elternvorstellungen treffen
        Das Klavier steht bereits im Wohnzimmer, der Vater spielt begeistert Tennis – da ist für die Hobbies des Kindes schon vorgesorgt, glauben Eltern gern. Doch ganz so einfach ist es nicht: Kinder lassen sich bei der Wahl ihrer Interessen gern von Freunden, Mitschülern und den Medien beeinflussen. Da ist ein schneller Wechsel vorprogrammiert. Hier sollten Eltern die folgenden Punkte beachten:

        1. Impulse liefern, ohne zu zwingen
        Falls in der Familie und im Freundeskreis feste Interessen bestehen, können Eltern ihren Nachwuchs ruhig mitnehmen und versuchen, ihn zu begeistern. Immerhin erwächst selten etwas aus der eigenen Fantasie, auch Kinder brauchen Impulse von außen, damit sie ihre Interessensgebiete finden können.

        2. Chancen geben und Interessenswechsel erlauben
        Kommt das Kind mit dem Wunsch nach einem neuen Hobby nach Hause, sollten Eltern es fördern, ohne sich finanziell zu verausgaben. Bei Sportarten helfen dabei zum Beispiel Anbieter, die Ausrüstungsgegenstände verleihen. Auch das Herauswachsen aus Interessengebieten muss einem Kind vor der Pubertät erlaubt sein. Den Spross zu zwingen, eine ungeliebte Sache weiterzuverfolgen, weil man bereits hineininvestiert hat, führt nur zu Streit und Stress.

        3. Nicht verplanen
        Experten empfehlen, dass Kinder höchstens 2 Tage in der Woche für ein Hobby verplanen sollten, die restlichen freien Schulnachmittage sollten dem spontanen Spiel gewidmet sein, damit kein Freizeitstress entsteht.

        4. Hobbys nicht bewerten
        Selbst wenn Schlagzeug und Saxophon nicht in den Musikgeschmack der Erziehungsberechtigten fällt: Eltern sollten jedes Hobby ihrer Kinder fördern. Denn Musik stärkt die kognitiven und emotionalen Kompetenzen, so wie Sportarten die motorischen Fähigkeiten fördern. Beides dient dem Ausgleich zu TV, Spielkonsole und Computer.

        Wo Eltern durchgreifen dürfen
        Der Bereich der Ausbildung bleibt das Hoheitsgebiet der Eltern. Denn nur Sie können einschätzen, welche Schule die besten Entwicklungsmöglichkeiten bietet und die beruflichen Chancen für das spätere Leben erhöht. Hier dürfen Mutter und Vater das Kind ruhig mahnend dazu anhalten, Hausaufgaben und Lernstoff nicht zu vernachlässigen. Immerhin weiß jeder Erwachsene aus eigener Erfahrung, dass man die Bedeutung des schulischen Engagements selbst erst im Nachhinein erkennt und sich glücklich schätzen kann, wenn die eigenen Eltern darauf Wert legten.

        Finanzielle Planung mit Kindern: Immer Sicherheitsreserven einkalkulieren
        Ein Kind kostet bis zur Volljährigkeit ca. 148.000 €. Am Anfang ist dieser Betrag etwas niedriger, im Schulalter dann höher, weil auch die Wünsche wachsen. Eltern sollten im Idealfall monatlich einen gewissen Betrag einplanen und den Rest zurücklegen, falls der Bedarf niedriger war. Schließlich lassen sich Klassenfahrt, Sportausrüstung oder Haustieranschaffung meist nicht bis Weihnachten aufschieben, sondern erfordern spontan aufgebrachte Geldmittel.
        Auch für Schäden, die der Nachwuchs anrichtet, sind Rücklagen die beste Versicherung. Abgesehen natürlich von einer guten Haftpflichtversicherung, die Kinder in einem speziellen Familientarif mit aufnimmt. Wichtig ist hier, dass auch „deliktunfähige Kinder“ vor dem 7. Lebensjahr mitversichert sind.


        Fazit
        Kaum eine Kindheit verläuft nach den elterlichen Idealvorstellungen. Doch das ist gar nicht nötig, denn die wirklich schönen und erinnerungswürdigen Momente entstehen im Spontanen. Eltern können hier lediglich Rahmenbedingungen abstecken, in denen sich das Kind behütet aber kreativ entfalten kann.

        Titelbild: fotolia.com © JenkoAtaman #283711429

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