Heppenheim – Neues Kunstwerk empfängt Nibelungensteig-Wanderer

        Heppenheim/Kreis Bergstraße/Metropolregion Rhein-Neckar. Stählernes „N“ am Nibelungensteig-Einstieg in Zwingenberg eingeweiht / Silhouetten von Siegfried und Kriemhild zieren das stählerne „N“ der Künstlerin Ulrike Fried-Heufel.Am Mittwoch dieser Woche wurde in Zwingenberg an der Bergstraße ein neues Kunstwerk offiziell eingeweiht. Ein stählernes „N“ ziert nun den Einstieg des Qualitätswegs Nibelungensteig. Das von der Künstlerin Ulrike Fried-Heufel entworfene und dem Metallbauer Rudolf Müller umgesetzte Stück verleiht dem Einstieg einen gewissen Glanz. Die aus blankem Edelstahl gefertigten Silhouetten von Siegfried und Kriemhild, den Hauptfiguren der Nibelungensage, sind mit einem rostroten „N“ aus 30 mm dickem Cortenstahl miteinander verbunden. „Als mir die Künstlerin vor knapp zwei Jahren von ihrem Vorhaben berichtete den Einstieg des Nibelungensteigs künstlerisch aufzuwerten, traf das bei uns auf große Zustimmung“, so Loreen Last, Projektleiterin Tourismusagentur und Projektleiterin Nibelungensteig bei der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB). „Der Standort am Eingangstor des 130 Kilometer langen Fernwanderwegs ist ideal gewählt“, so Last.

        Der Bürgermeister der Stadt Zwingenberg, Dr. Holger Habich, begrüßte bei der Einweihungsfeier die anwesenden Gäste. Aus eigener Erfahrung berichtete er, dass die Erwanderung des Nibelungensteigs ein mühevolles Unterfangen sei – ebenso wie bisweilen die Kunst. Bereits 2017 wurde dem Antrag des Förderkreises „Kunst und Kultur Zwingenberg“ in der Stadtverordnetenversammlung zugestimmt und Gelder bereitgestellt. Die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Bensheim verdoppelte den städtischen Betrag und die Umsetzung des Kunstwerks konnte in Angriff genommen werden. „Mit viel Vorbereitung und ehrenamtlichem Engagement der Beteiligten konnte das Werk schließlich installiert werden. Wir hoffen, dass sich viele Wanderer an dem Kunstwerk erfreuen“, so Habich. Die Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Bergstraße Diana Stolz sprach in Vertretung für Landrat Christian Engelhardt ihre Glückwünsche aus. „Der Nibelungenschatz ist zwar noch nicht gefunden, doch einer unserer größten Schätze ist wohl die Natur unserer Heimat“, so Stolz. „Besonders in der Coronazeit ist sie ein Ort der Erholung und des Krafttankens. Das Wandern vor der eigenen Haustür bringt uns der Natur näher“, kommentierte Stolz und ergänzte, dass das Kunstwerk sicherlich ein beliebtes Fotomotiv darstellen wird.

        Birgit Heitland, Stadtverordnetenvorsteherin der Stadt Zwingenberg und Abgeordnete im Hessischen Landtag, und Dieter Becher, Stiftungsvorstand der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Bensheim, sprachen ebenfalls ihre Glückwünsche aus. „Wir freuen uns, dass wir ein solch imposantes Kunstwerk in unserer Gründungsstadt Zwingenberg fördern konnten“, so Becher. Dies sei besonders der Hartnäckigkeit und dem persönlichen Einsatz von Frau Fried-Heufel geschuldet, kommentierte Heitland mit einem Augenzwinkern in Richtung der Künstlerin. Zuletzt gab Ulrike Fried-Heufel, Vorsitzende des Förderkreises „Kunst und Kultur Zwingenberg“, ein Statement zu ihrem Werk ab. „Ich habe einige Ideen entwickelt und wieder verworfen“, erklärte die Künstlerin. „Ursprünglich sollten nur die zwei Figuren von Siegfried und Kriemhild in rostrotem Stahl dargestellt werden. Nach Rücksprache mit den Beteiligten war aber schnell klar – das Nibelungen-N muss mit dazu.“ Umgesetzt wurde die Skulptur schließlich vom Modautaler Metallbauer Rudolf Müller. Harald Pieler zeichnete sich ehrenamtlich für die Planung der Statik verantwortlich. Der Elektroinstallateur Jörg Waldhoff wird das Kunstwerk im Verlauf des Jahres noch mit einer Lichtinstallation in Szene setzen. Zudem wird der Bereich um das Kunstwerk herum neu bepflanzt. „Die Natur hat mir die Formen diktiert“, so Fried-Heufel. Dies sei besonders im geschwungenen Formenrhythmus der Frau zu erkennen, die parallel zum kantigen Siegfried mit seiner dominanten Lanze steht. „In den Doppelprofilen der Gesichter findet sich das Prinzip des Parallelismus wieder.

        Vergangenheit und Zukunft – Sage und Skulptur, werden miteinander verbunden“, kommentiert die Künstlerin ihr Werk.
        Untermalt wurde die Einweihungsfeier vom Harfenspiel der 13-jährigen Alena Wiebe und ihrer Musiklehrerin. Für das leibliche Wohl sorgte der Winzer Simon Bürkle mit kühlem Riesling und einzeln verpackten Nibelungenbrötchen der Bäckerei Germann. Walter Renneisen zählte ebenfalls zu den Gästen und zitierte spontan einige Strophen aus dem Nibelungenlied in mittelhochdeutsch. Eine Aventure – ein Abenteuer – erwarte die Hörer der Sage und Wanderer des Nibelungensteigs.

        Info: Das Kunstwerk befindet sich am Einstieg des Nibelungensteigs in Zwingenberg an der Bergstraße, Ecke „Lange Schneise“ und „Auf dem Berg“. Informationen zum Nibelungensteig erhalten Wanderer online auf www.nibelungensteig.info oder bei der Tourist-Information NibelungenLand in Lorsch (Tel.: 06251-17526-0, info@nibelungensteig.info).

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