Frankenthal – Erkenbert-Museum Frankenthal „Objekt des Monats“ Juni – ab Dienstag online

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        Frankenthal/Metropolregion Rhein-Neckar. Ab Dienstag, 2. Juni, präsentiert das Erkenbert-Museum ein neues „Objekt des Monats“ auf seiner Website. Dieses Mal steht das Gemälde einer angelnden Nymphe aus dem 19. Jahr-hundert im Fokus. Ab 14 Uhr wird auf www.frankenthal.de/erkenbert-museum in der Rubrik „Objekt des Mo-nats“ ein Ölgemälde des Frankenthaler Malers Caesar Willich aus dem Jahr 1869 gezeigt. Es stellt eine Nymphe dar, die im Wald an einem Flusslauf angelt. Im Gras neben der unbeklei-deten Schönheit ist eine griechische Amphore abgelegt, um auf den antiken Kontext des Su-jets hinzuweisen. Mit diesem Kunstgriff entging der Maler zugleich dem Vorwurf der Anstö-ßigkeit seines Bildthemas: Nacktheit in bildlichen Darstellungen war im 19. Jahrhundert durchaus salonfähig, wenn sie in der Antike angesiedelt wurde. Das Motiv der übereinander geschlagenen Beine der Nymphe übt in der Seitenansicht besonderen ästhetischen Reiz aus. Die Wendung des Kopfes dagegen, die die Gesichtszüge ansprechend zur Geltung bringt, ist aus dem Tun der mythologischen Gestalt abgeleitet. Aus züchtig niedergeschlagenen Augen verfolgt ihr Blick das zappelnde Fischlein, das ihr an die Angel gegangen ist.

        Über den Maler
        Caesar Willich nahm nach seiner Gymnasialzeit in Frankenthal ein Studium der Malerei an der Kunstakademie in Berlin auf, das er drei Jahre später in München fortsetzte. Nach einem Aufenthalt in der Schweiz führte ihn sein Weg über Antwerpen, wo er einige Jahre lebte, bis nach Paris und Rom. Dort widmete er sich der Porträtmalerei, die ihm schließlich seinen be-deutendsten Auftrag einbrachte: ein Porträt von Richard Wagner. Willichs letzte Lebensstation war München. Dort heiratete er und nahm regen Anteil am künst-lerischen und gesellschaftlichen Leben der bayerischen Residenzstadt. Aus dieser Lebens-phase stammt auch das vorgestellte Gemälde. Der Maler hatte sich in München insbesonde-re der Aktdarstellung verschrieben. Diese akademische Disziplin kam in der damals beliebten Schilderung von Alltagsszenen in antiker Verbrämung vielfach zur Anwendung.

        Das Erkenbert-Museum besitzt neben einigen Porträtgemälden auch mehrere Skizzenbücher von Caesar Willich mit Darstellungen italienischer Landschaften.

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