Heidelberg – “Clubs sind der soziale Klebstoff einer lebendigen und offenen Gegenwartskultur”


        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar.
        Clubs in Heidelberg & Clubverband EventKultur RheinNeckar zum Thema Mieterlass:

        Die Heidelberger Clubs Villa Nachttanz, halle02, breidenbach studios und Karlstorbahnhof freuen sich über den überparteilichen Vorstoß einiger junger Stadträt*innen in der gestrigen Sitzung des Heideberger Gemeinderats. ​Marilena Geugjes (Grüne), Matthias Kutsch (CDU), Johannah Illgner (SPD) und Björn Leuzinger (Die Partei) ​sprachen sich für eine kommunale Unterstützung der Heidelberger Clubkultur aus und forderten unter anderem den Erlass der Mietzahlungen für städtische Liegenschaften. „Clubs ging es schon vor Corona schlecht. Jetzt haben
        sie überhaupt keine Einnahmen mehr. Sie brauchen unbedingt untere Unterstützung.“ so ​Grünen-Stadträtin Marilena Geugjes ​.
        Stadtrat Björn Leuzinger ​ betonte, dass Clubs genauso zur Kultur gehöre wie beispielsweise das Theater. “Dementsprechend müssen wir sie genauso behandeln”,forderte er. “Wir hatten auch vor Corona schon ein massives Clubsterben und dürfen deshalb auf keinen Fall zulassen, dass auch nur ein weiterer Club in Heidelberg stirbt”,
        so Leuzinger. Auch ​Johannah Illgner, SPD-Stadträtin ​, betonte, dass Clubkultur von immenser Bedeutung für viele Heidelberger*innen sei: „In Clubs finden nicht nur Parties statt, sondern auch Festivals, Lesungen und politische Veranstaltungen”, so Illgner.
        Oberbürgermeister Eckart Würzner betonte, dass es im Kompetenzbereich des Gemeinderates läge, einen solchen Mieterlass für Heidelberger Clubs zu beschließen.
        Die Stadt werde dem Gemeinderat im nächsten Haupt- und Finanzausschuss deshalb einen Vorschlag zum Thema Wirtschaftshilfen machen, der auch die Kultureinrichtungen in städtischen Liegenschaften betreffen wird.
        „Damit würde auch in Heidelberg endlich ein richtiger und wichtiger Schritt in Richtung
        nachhaltiger Stützung der Livemusikclubs getätigt”, so ​Zora Brändle, Erste Vorsitzende des Clubverbands EventKultur Rhein-Neckar ​. „Unsere Clubs halten sich mit aller Kraft über Wasser – aber die Mittel reichen nicht mehr“, so Brändle.
        Umfragen und Studien haben deutlich gemacht, dass die Miete den Monsteranteil an den von Clubs zu bewältigen Fixkosten ausmacht.
        Der Mieterlass wäre deshalb für alle oben genannten Einrichtung eine enorme Erleichterung und würde ihnen eine Wiedereröffnung nach der Krise ermöglichen, ist sich ​Hannes Seibold ​, Geschäftsführer der ​halle02 ​, sicher. Er betont: „Nicht nur für die halle02 ist die Miete neben den Personalkosten der größte Posten im Monat. Gerade
        für eine junge Stadt wie Heidelberg ist eine lebendige und kreative Clubkultur unerlässlich. Sie bildet den sozialen Klebstoff für eine vielfältige und offene Gegenwartskultur. Und mit mehr als 300.000 Besuchern pro Jahr sind wir Clubs der größte Kulturversorger in der Stadt. Ein Mieterlass hilft dabei, das coronabedingte akute
        Clubsterben zu verhindern”.
        Shiva Hamid ​, Geschäftsführerin der ​breidenbach studios ​, fügt hinzu: “Clubs als Orte der Vielfalt und Nachtkultur sind essentiell für die Lebensqualität in Heidelberg. Wir Betreiber*innen können in dieser Krisenzeit jedes Entgegenkommen wirklich gut gebrauchen. Der Mieterlass kann hier allerdings nur ein erster Schritt sein, denn für die
        kleineren Spielstätten sind die weit größeren Kostenfaktoren sind die Instandhaltung der Immobilien und der Personalaufwand.”
        Auch die ​Villa Nachttanz schließt sich dem Aufruf an. ​Johann König ​, Vorsitzender des Vereins, gibt zu bedenken: „Es ist bisher kein Ende der eingeschränkten Kulturarbeit in Sicht. Ein Mieterlass würde Planungssicherheit geben in der
        unbekannten Krisenzeit und einige Läden vor einer möglichen Schließung bewahren.
        Nachdem wir solidarisch die Krise bewältigt haben, möchten wir wieder unseren kulturellen Beitrag am Stadtleben leisten.“
        Cora Malik ​, Geschäftsführerin des ​Karlstorbahnhofs ​, spricht sich ebenfalls für einen Mieterlass aus: “Ein Mieterlass ist ein möglicher Baustein von kommunalen Maßnahmen, um Clubs und Kulturveranstalter*innen in dieser Krise zu unterstützen.
        Gleichzeitig kann die Stadt damit ein Zeichen für ein lebendiges Club- und Kulturleben setzen. Es wäre natürlich wünschenswert, dass auch private Vermieter diesem Beispiel folgen. Die Bewältigung der Krise kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen.”
        Quelle: EventKultur Rhein-Neckar / Kulturhaus Karlstorbahnhof e.V.

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