Mannheim – Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf die psychische Gesundheit?

        Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Ob und in welchem Ausmaß die Coronakrise Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Menschen hat, wollen Forscher des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim herausfinden. Dazu wird eine repräsentative Auswahl von Mannheimer Bürgerinnen und Bürgern in den kommenden Tagen schriftlich befragt. Etliche Unternehmen haben durch die Corona-Pandemie ihre Produktion eingestellt. Es sind Kontaktverbote angeordnet sowie Geschäfte und Restaurants geschlossen worden. Viele Menschen sorgen sich um ihre Gesundheit und ihren Arbeitsplatz und blicken ungewiss in die Zukunft. Derzeit weiß niemand genau, mit welchen wirtschaftlichen, sozialen und psychischen Auswirkungen zu rechnen ist.

        Repräsentative Untersuchungen notwendig

        Virologen haben mittlerweile begonnen, in repräsentativen Bevölkerungsstichproben die Verbreitung des Coronavirus und die körperlichen Folgen der Viruserkrankung zu untersuchen. „Auch für die Einschätzung der psychosozialen Folgen und die Planung von Hilfsangeboten sind Untersuchungen mit Hilfe von repräsentativen Bevölkerungsstichproben notwendig“, sagt Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg, Vorstandsvorsitzender des ZI. Ob und in welchem Ausmaß die Coronakrise Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Menschen hat, will eine Gruppe von ForscherInnen des ZI daher in einer repräsentativen Mannheimer Bevölkerungsstichprobe mit einer schriftlichen Befragung untersuchen. Dazu werden nach dem Zufallsprinzip Adressen von 2000 Bürgerinnen und Bürgern aus der Mannheimer Einwohnermeldedatei gezogen. Die so ermittelten Personen werden angeschrieben und gebeten, an einer schriftlichen Befragung teilzunehmen.

        Vergleich mit der Zeit vor der Krise möglich

        Die ForscherInnen des ZI verwenden etablierte Erhebungsinstrumente, die sie bereits in einer früheren Studie im Jahr 2018 eingesetzt haben. Damit ist ein Vergleich der psychischen Gesundheit der Mannheimer Bürgerinnen und Bürger vor und nach dem Bekanntwerden der Coronakrise möglich. Ziel der Studie ist es, zu erfassen, welche Auswirkungen die Coronakrise auf das Leben der Mannheimer bisher hatte und wie ihr seelisches Befinden in den vergangenen Wochen gewesen ist.

        ForscherInnen bitten um Mitarbeit
        Die Teilnahme an der Befragung ist selbstverständlich freiwillig. „Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt, in anonymisierter Form erhoben und ausgewertet und unterliegen der Datenschutzgesetzgebung“, sagt Prof. Dr. Harald Dreßing, Projektkoordinator der Studie. Um dieses Projekt erfolgreich durchführen zu können, sind die ForscherInnen auf die Mitarbeit möglichst aller angeschriebenen Personen angewiesen. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert nur etwa fünf bis zehn Minuten.

        Über das ZI
        Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim steht für international herausragende Forschung und wegweisende Behandlungskonzepte in Psychiatrie und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Suchtmedizin. Seine vier Kliniken gewährleisten die psychiatrische Versorgung der Mannheimer Bevölkerung. Psychisch erkrankte Menschen aller Altersstufen können hier auf fortschrittlichste, auf internationalem Wissensstand basierende Behandlungen vertrauen. In der psychiatrischen Forschung zählt das ZI zu den führenden Einrichtungen Europas. Das Institut arbeitet eng mit der Universität Heidelberg und der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg zusammen. Mit über 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das ZI einer der großen Arbeitgeber Mannheims.

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