Ludwigshafen – Arbeitsmarkt: Arbeitslosenquote stieg zum Jahresende 2019 auf 6,0 Prozent – 2020 startet mit 1.948 Arbeitslosen mehr als vor einem Jahr – Arbeitgeber weiterhin zurückhaltend mit Stellenmeldungen


        Ludwigshafen/ Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – So sieht die Entwicklung des Arbeitsmarktes aus –

          Der Arbeitsmarkt im Dezember 2019

          Gesamtzahl, Quote und Bewegung
          Das gerade zu Ende gegangene Jahr 2019 hat sich mit einem Anstieg der Arbeitslo-sigkeit verabschiedet. Im Dezember waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigs-hafen 13.893 Personen arbeitslos gemeldet, 475 mehr als im November und 1.948 mehr als vor einem Jahr, was einem Anstieg von 16,3 Prozent entspricht. Damit be-finden wir uns weiterhin auf dem Niveau des Jahres 2016, wie man der nachfolgen-den Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen entnehmen kann:

          Der Anstieg verteilt sich fast gleichmäßig auf die beiden Rechtskreise. Bei der Agen-tur für Arbeit waren im Dezember 5.250 Personen gemeldet, 216 mehr als im Vor-monat. Beim Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen waren 8.643 Arbeitslose regis-triert, 259 mehr als im November. Diese Entwicklung ließ auch die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent steigen. Vor einem Jahr betrug diese noch 5,2 Prozent. Während sich im Dezember 3.613 Personen arbeitslos meldeten, 194 mehr als im Vormonat, konnten 3.129 ihre Arbeitslosigkeit beenden, 472 weniger als im Novem-ber. „Im Dezember haben wir in allen Personengruppen einen Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnet. Wie in den vorangegangenen Monaten machte sich auch zum Jahresende die etwas schwächelnde regionale Konjunktur bemerkbar. Arbeitegber sind weiterhin verhaltener, wenn es darum geht, neues Personal einzustellen. Das zeigt sich an den Meldungen neuer Arbeitsstellen, die auch im Dezember geringer ausgefallen sind als im Vormonat. Ein Schwerpunkt für dieses Jahr wird daher in der Beratung von Arbeitgebern liegen, die auf zahlreiche Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit und des Jobcenters zurückgreifen können, um zum Beispiel bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter Unterstützung zu erhalten. Dies ermöglicht unter anderem das Qualifizierungschancengesetz. Ebenso möchten wir weiterhin die Langzeitarbeitslosigkeit reduzieren. Hier bietet das Teilhabechancengesetz tolle Unterstützungsmöglichkeiten für Arbeitgeber, die Langzeitarbeitslosen eine Chance geben, wieder in der Arbeitswelt Fuß zu fassen“, erklärt Daniel Lips, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigshafen.

          Stellen
          552 neue Stellen wurden im Dezember gemeldet, 37 weniger als im Vormonat und 299 weniger als vor einem Jahr. Dies lässt auch den Bestand etwas schrumpfen. Dort befinden sich aktuell 3.208 Jobmöglichkeiten, 261 weniger als im November und 1.420 weniger als vor einem Jahr. Die meisten offenen Stellen entfallen auf den Be-reich Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung wie auf der nachfolgenden Grafik zum Stellenbestand nach Berufsbereichen erkennbar ist

          Jahresrückblick 2019
          Der Rückgang bei den Arbeitsstellen ist auch im Jahresvergleich deutlich feststellbar.
          So wurden 2019 insgesamt 9.608 Stellen gemeldet, 3.049 weniger als im Jahr davor.
          13.596 Personen waren im gerade zu Ende gegangenen Jahr durchschnittlich ar-beitslos gemeldet, 672 mehr als im Jahresdurchschnitt 2018. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug mit 5,9 Prozent 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. „Erfreulich ist allerdings, dass im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit der Jahres-durchschnitt gesenkt werden konnte. So waren durchschnittlich 4.130 Langzeitar-beitslose gemeldet, 185 weniger als im Jahresdurchschnitt 2018“, sagt Lips.

          Vorschau 2020
          Die ersten Arbeitsmarktzahlen des Jahres 2020 präsentiert Daniel Lips gemein-sam mit Heidrun Schulz, Vorsitzender der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, bei einer Pressekonferenz am 30. Januar in der Agentur für Arbeit Lud-wigshafen. Neben den aktuellen Entwicklungen am regionalen Arbeitsmarkt wird ein Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit der Arbeitsagenturen in der Metropol-region Rhein-Neckar und der gemeinsamen Veranstaltung „Fachtagung Pflege“ am 18. Februar 2020 liegen.

          Unterbeschäftigung
          Die Unterbeschäftigung bildet zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen ab, die nicht als arbeitslos eingestuft werden, weil sie zum Beispiel an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen. Im Dezember stieg die Unterbeschäftigungsquote um 0,2 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent.

          Stadt Ludwigshafen
          In der Stadt Ludwigshafen waren im Dezember 7.744 Personen arbeitslos gemeldet, 318 mehr als im Vormonat. 1.724 Frauen und Männer haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, 246 weniger als im November. Im gleichen Zeitraum haben sich 2.055 Per-sonen arbeitslos gemeldet, 183 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent.

          Geschäftsstellenbezirk Frankenthal
          Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankenthal hat sich zum Jahres-ende 2019 weiterhin als recht stabil erwiesen. Im Dezember waren mit 2.082 Perso-nen lediglich 50 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent. Im Dezember haben sich 515 Personen arbeitslos gemeldet, 4 mehr als im November. Im gleichen Zeitraum konnten 463 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 79 weniger als im Vormonat.„Die Zahl der Arbeitslosen ist in Frankenthal jahreszeitlich bedingt leicht angestiegen. Im Dezember suchen vor allem saisonabhängige Unternehmen, beispielsweise Be-triebe in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Hotel- und Gastgewerbe, weniger Personal. Weitere Faktoren, die zu einer vorübergehenden Erhöhung der Arbeitslo-senzahl führen, sind Kündigungstermine zum Jahresende, das Auslaufen des Weih-nachtsgeschäftes und das Ende der zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Ausbil-dungsgänge“, erläutert Ralf Lenke, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Frankenthal, und ergänzt: „Allerdings brachte die für einen Winter bisher relativ milde Witterung im Dezember weniger Arbeitseinschränkungen in den Außenberufen, in-sofern fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit niedriger aus als erwartet.“So ist auch der Bedarf an Personal im Dezember wieder leicht gestiegen, was die gemeldeten Arbeitsstellen verdeutlichen. Arbeitgeber in der Region haben 181 neue
          Jobmöglichkeiten gemeldet, 50 mehr als im November. Insgesamt umfasst der Be-stand aktuell 498 Stellen. Von diesen Jobmöglichkeiten sind 423 in der Stadt Fran-kenthal angesiedelt.

          Geschäftsstellenbezirk Speyer
          Leichter Anstieg zum Jahresende 2019 im Bezirk der Agentur für Arbeit Speyer: Im Dezember waren mit 2.541 Personen 72 mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent. Im Dezember haben sich 664 Personen arbeitslos gemeldet, 18 mehr als im November. Im glei-chen Zeitraum konnten 589 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden, 77 weniger als im Vormonat. „Es ist ein kleiner Unterschied in Bezug auf die beiden Rechtskreise erkennbar. Die anteilige Arbeitslosenquote bei der Agentur für Arbeit stieg im Vergleich zum Vorjahr mit aktuell 1.140 arbeitslosen Personen von 1,7 Pro-zent auf 2,0 Prozent, während beim Jobcenter die anteilige Arbeitslosenquote mit 1.401 Arbeitslosen wie im Vorjahr bei 2,5 Prozent liegt“, erklärt Zeljko Kuzmanovic, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Speyer.Der Bedarf an Personal fiel erneut etwas verhaltener aus. Arbeitgeber in der Region haben im Dezember 112 neue Jobmöglichkeiten gemeldet, 32 weniger als im No-vember. Insgesamt umfasst der Bestand aktuell 789 Stellen, 52 weniger als im Vor-monat. „Die Personengruppe zwischen 50 und 65 Jahren nimmt mit 38,2 Prozent wieder den größten Anteil an allen arbeitslos gemeldeten Menschen ein. Um dem drohenden Mangel an qualifizierten Arbeitskräften entgegenzuwirken, ist es für alle Arbeitsmarktpartner wichtig, auch die Kompetenzen älterer Mitarbeiter gezielt einzu-setzen und weiterzuentwickeln“, rät Kuzmanovic sich über Förder- und Unterstüt-zungsmöglichkeiten der Agentur für Arbeit und des Jobcenters zu informieren.

          Videobotschaften zum Arbeitsmarkt auf Twitter
          Vor lauter Zahlen wird Ihnen ganz schwindelig? Kein Problem: Schauen Sie einfach auf dem Twitter-Account von Da-niel Lips, Chef der Arbeitsagentur Ludwigshafen, vorbei. Auf seiner Seite „@DanielLips2“ (einfach QR-Code scan-nen) fasst er in Videobotschaften das Geschehen auf dem Arbeitsmarkt in Kürze und leicht verständlich zusammen.

          Arbeitslose
          Veränderung zum Vormonat
          Arbeitslosen-quote in %
          Ludwigshafen
          9.270
          +353
          6,8

          Speyer
          2.541
          +72
          4,5

          Frankenthal
          2.082
          +50
          5,5

          Städte und Landkreise
          Bestand Arbeitslose
          Veränderung zum Vormonat
          Arbeitslosen-quote in %
          Ludwigshafen
          7.744
          +318
          8,4
          Frankenthal
          1.567
          +24
          6,8

          Speyer
          1.524
          +24
          5,5

          Rhein-Pfalz-Kreis
          3.058
          +109
          3,5

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