Mannheim – Integriertes Notfallzentrum optimiert Notfallversorgung

        Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar.

          Die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) baut ihre Notfallversorgung für Mannheim und die Region aus: Im neuen Integrierten Notfallzentrum arbeitet die Zentrale Notaufnahme künftig eng mit einer hausärztlichen MVZ-Notfallpraxis und dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung zusammen. Das Integrierte Notfallzentrum verfügt darüber hinaus über einen zweiten Schockraum mit unmittelbar angrenzendem Notfall-CT und eine neue Zentrale Aufnahmestation für überwachungspflichtige Patienten.

          „In unserem Integrierten Notfallzentrum können wir Notfallpatienten je nach Schwere ihrer Erkrankung optimal behandeln“, erläutert Professor Dr. med. Hans-Jürgen Hennes, Medizinischer Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. „Dazu erfassen speziell ausgebildete Pflegekräfte mit viel Erfahrung die jeweilige Schwere der Erkrankung und stellen eine daran angepasste Behandlung sicher.“ Leichtere Notfälle werden zu üblichen Praxiszeiten von der hausärztlichen MVZ-Notfallpraxis, abends und am Wochenende vom Ärztlichen Bereitschaftsdienst behandelt. Schwere Notfälle kommen direkt in die Zentrale Notaufnahme.

          Aber nicht nur für leichte Notfälle sorgt das das neue Integrierte Notfallzentrum für Verbesserungen. „Für schwerverletzte oder kritisch erkrankte Patienten haben wir einen zweiten Schockraum eingerichtet, um jederzeit kritische Notfälle optimal behandeln zu können“, so Hennes weiter. Unmittelbar neben dem neuen Schockraum befindet sich eine moderne Computertomographie-Einheit (CT), die rund um die Uhr für Notfallpatienten genutzt werden kann. „Diese extrem kurzen Wege sorgen für eine optimale und schnelle Behandlung, insbesondere bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Verletzungen“, betont der Ärztliche Direktor.

          „Für unser Integriertes Notfallzentrum haben wir rund 1,7 Millionen Euro investiert“, berichtet der Kaufmännische Geschäftsführer Freddy Bergmann. „Innerhalb von nur sieben Monaten haben wir die notwendigen Räume und technischen Voraussetzungen in einem bestehenden Gebäude unmittelbar neben der Zentralen Notaufnahme geschaffen, während dort gleichzeitig der normale Betrieb weiterging.“

          Dabei wurde auch eine Zentrale Aufnahmestation neu eingerichtet. In zwölf Betten können dort Patienten, die etwa nach einer Gehirnerschütterung oder einer Blutdruckentgleisung noch einer begrenzten weiteren Diagnostik und Therapie bedürfen, kurzstationär betreut werden. „Die Station nimmt außerdem Patienten auf, bei denen wegen ihres Zustands erst im Verlauf der nächsten 12 bis 24 Stunden entschieden werden kann, ob sie entlassen oder regulär stationär aufgenommen werden müssen“, erläutert Professor Dr. med. Joachim Grüttner, Ärztlicher Leiter des Integrierten Notfallzentrums. „So erreichen wir eine größere Flexibilität in der Patientenlenkung und letztendlich eine höhere Patientensicherheit.“

          Nicht nur in die Räume und Ausstattung wurde investiert, sondern auch in die Qualifikation der Mitarbeiter: „Elf Kolleginnen und Kollegen haben in den letzten Monaten die neu eingeführte Weiterbildung ‚Notfallpflege‘ erfolgreich absolviert. Damit liegen wir schon heute deutlich über der erst zukünftig geforderten Qualifikationsquote“, betont UMM-Pflegedirektorin Yvonne Dintelmann. „Die Möglichkeit zur Zusatzqualifikation bieten wir auch weiterhin an – das kann auch für externe Pflegekräfte interessant sein, die sich in das spannende Tätigkeitsgebiet der Notfallmedizin weiterentwickeln wollen.“ Für das neue Integrierte Notfallzentrum sucht das Universitätsklinikum noch zusätzliche Pflegekräfte.

          Hintergrundinformation
          Bundesweit wenden sich immer mehr Menschen bei akuten medizinischen Problemen direkt an ein Krankenhaus. Die Fachgesellschaften gehen von etwa 20 Millionen Notfallpatienten pro Jahr aus, die derzeit in deutschen Krankenhäusern behandelt werden – und diese Zahlen steigen tendenziell weiter an. Auch an der UMM ist dieses Phänomen zu beobachten: 2015 musste die Zentrale Notaufnahme der UMM mehr als 51.500 Patienten versorgen – über ein Fünftel mehr als 2010.

          Um diese enorme Zunahme zu bremsen, hat das Universitätsklinikum der Kassenärztlichen Vereinigung bereits Ende 2015 Räume für deren Bereitschaftsdienst unmittelbar neben der Zentralen Notaufnahme bereitgestellt. Dort werden abends und am Wochenende Patienten ambulant behandelt, die nicht die umfangreichen Leistungen einer Krankenhaus-Notaufnahme benötigen. So mussten 2018 nur noch knapp über 45.000 Notfallpatienten in der Notaufnahme versorgt werden, was zu mehr Ressourcen für die Versorgung komplexer Notfälle geführt hat. Allerdings kehrt sich aktuell der Trend der vergangenen drei Jahre wieder um: Im laufenden Jahr rechnet die Zentrale Notaufnahme bereits wieder mit rund 46.000 Patienten.

          Die Universitätsmedizin Mannheim bietet die höchste Notfall-Versorgungsstufe („umfassende Notfallversorgung – Stufe 3“). In ihrem Notfallzentrum sind rund um die Uhr speziell ausgebildete Notfallpflegekräfte sowie Notfallärzte aus den Kernbereichen Chirurgie, Innere Medizin und Neurologie im Dienst. Bei Bedarf können sie jederzeit Fachärzte anderer Disziplinen zur Behandlung hinzuziehen. Für Schlaganfall-Patienten steht eine zertifizierte überregionale ‚Stroke Unit‘ der höchsten Versorgungsstufe bereit, Herzinfarkt-Patienten werden in der zertifizierten ‚Chest-Pain-Unit‘ behandelt, Unfallpatienten im zertifizierten überregionalen ‚Traumazentrum‘.
          Quelle UMM

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