Mannheim – Kinderarmut: Die Bundes- und Landespolitik ist gefragt – 12. Mannheimer KinderVesperkirche rückt ab 2. Dezember das Thema Armut in den Blick

        Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Mit der KinderVesperkirche fordert die Evangelische Kirche Mannheim mehr Teilhabe und Gerechtigkeit für Kinder und Jugendliche. Dekan Ralph Hartmann sieht die Bundes- und die Landespolitik in der Pflicht. Er verspüre eine „zunehmende Wut darüber, dass wir in einem reichen Land leben, das das Thema Kinderarmut nicht in den Griff bekommt“, sagte Dekan Hartmann beim Pressegespräch im Vorfeld der 12. Mannheimer KinderVesperkiche. In Mannheim lebten mehr als 20 Prozent der Kinder unter 15 Jahren im Sozialleistungsbezug. Armut sei erkennbar, so Hartmann, und finde doch im Verborgenen statt. Sie zeige sich beispielsweise an adäquater Kleidung, am Schul-Pausenbrot, beim Thema Geburtstagsfeier, beim Sportverein oder dem Erlernen von Instrumenten und auch an der steigenden Zahl von Nichtschwimmern.

          Untergehen im Wasser – untergehen im Leben?

          Kinderarmut, so die beiden Schulrektorinnen Monika Walz-Kurz (Waldhof-Grundschule) und Sylvia Kessler (Johannes-Gutenberg-SBB, Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Schwerpunkt Lernen) beträfe ganz Mannheim und sei an Schulen schon immer ein Thema gewesen. Auch an ihren beiden Schulen sei spürbar, dass nicht alle Familien ausreichend ausgestattet seien. Grundsätzlich bereite ihnen die zunehmende Zahl von Nichtschwimmern Sorgen. Denn obwohl Schwimmunterricht in allen 3. Klassen erteilt wird, steigt die Quote der Nichtschwimmer. „Ein Jahr Schulunterricht reicht da einfach nicht aus“, erläutert Walz-Kurz. Manche Kinder seien dann zum ersten Mal im Schwimmbad, so die beiden Rektorinnen. Oft sei mehr als eine Wassergewöhnung sowie der Respekt vor dem Wasser und seiner Tiefe nicht möglich. Dabei sei das Schwimmen eine wichtige lebenspraktische Fähigkeit und könne lebensrettend sein. Beim Pressegespräch überreichte Dekan Ralph Hartmann gemeinsam mit Projektleiterin Ruth Würfel sowie Udo Scholz von „Adler helfen Menschen e.V.“, der die KinderVesperkirche auch mit seinem Netzwerk von Anfang an unterstützt, symbolisch Schwimmsets mit Tauchringen und Schwimmnudeln.

          Forderungen an die Bundes- und Landespolitik

          Damit Kinder und Jugendliche, die materiell benachteiligt aufwachsen, nicht untergehen, fordert Dekan Hartmann die Politik zum Handeln auf. Zwar gäbe es zahlreihe politische Initiativen zur Linderung der Situation, doch gingen diese Maßnahmen oft an den Familien vorbei. Bürokratie sowie das Prinzip von Unterstützung auf Beantragung stellten für viele Berechtigte zu hohe Hürden dar. „Wir fordern höhere Sozialleistungssätze für Kinder“, sagte Hartmann. Es sei wichtig, den Familien etwas zuzutrauen, denn die allermeisten Eltern strengten sich sehr an, für ihre Kinder gut zu sorgen. „Und wir fordern, dort zu fördern, wo Kinder sind. Und das sind die Kitas und Schulen“, so Hartmann. Mit den Begegnungsmöglichkeiten und Beratungsangeboten an den Eltern-Kind-Zentren im Kita-Bereich mache man beste nachhaltige Erfahrungen. „Diese Form der Unterstützung im Kita-Bereich muss stärker ausgebaut werden und sollte auch in den Grundschulen stattfinden“, betont Hartmann.

          Info: Die Mannheimer KinderVesperkirche findet seit 2008 statt. Angemeldete Schulklassen sowie Kita-Gruppen kommen in die evangelische Jugendkirche, um dort gemeinsam zu essen und anschließend am Kreativ- und Bastelangebot teilzunehmen. Dazu bieten das Spielmobil, die Vorlesepaten der Stadtbibliothek und die Helen-Lange-Schule Aktivitäten an. Die Teilnahme an der KinderVesperkirche ist auch für Gäste aus der Umgebung kostenfrei. Ehrenamtliche kümmern sich um die Gäste, die an den Tischen bedient werden. Die KinderVesperkirche 2019 findet vom 2. bis 15. Dezember statt. Erstmals ist sie samstags nicht geöffnet. An allen anderen Tagen ist sie von 11 bis 14.30 Uhr geöffnet. Am Nikolaustag erwartet die Kinder wieder eine Überraschung. Sonntags gibt es ein besonderes Programm für Familien. Am 2. Advent tritt nach Gottesdienst (11 Uhr) und Mittagessen (12 Uhr) der Zirkus Trolori auf. Die KinderVesperkirche endet am 15. Dezember nach dem Dankgottesdienst (11 Uhr) und Mittagessen (12 Uhr). Die KinderVesperkirche ist durch Spenden finanziert. Spendenkonto: Evangelische Kirche Mannheim, Stichwort „KinderVesperkirche“, Sparkasse Rhein Neckar Nord, IBAN: DE44 6705 0505 0039 0030 07. Infos: www.kindervesperkirche.de

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