Neckar-Odenwald-Kreis – Fachkräftesicherung im ländlichen Raum „dickes Brett“

        Neckar-Odenwald-Kreis/Metropolregion Rhein-Neckar. Kaum ein Standort in unserer Region ist wie der Neckar-Odenwald-Kreis von der Industrie geprägt. „Rund ein Drittel aller Beschäftigten im Neckar-Odenwald-Kreis arbeiten im Industrie-Sektor. Hierzu gehören beispielsweise die Branchen Maschinenbau, Metallverarbeitung und Automobilzulieferung“, erläutern Ralf Rohmann, Vorstand des IHK-Ausschusses für Industrie und Forschung, und Dr. Andreas Hildenbrand, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar, bei einem Pressegespräch im Haus der Wirtschaft in Mosbach. Insbesondere der Fachkräftemangel stellt für diese wichtige Branche derzeit ein akutes Problem dar. Um diesem zu begegnen, ruft die IHK Rhein-Neckar zur „Initiative Fachkräftesicherung Neckar-Odenwald-Kreis 2030“ auf. Unter der Schirmherrschaft von Landrat Dr. Achim Brötel sucht die IHK den Schulterschluss mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

        Industrie von Fachkräftemangel betroffen

        „Die Industrie unserer Region ist ein entscheidender Wohlfahrtsfaktor und bedeutender Arbeitgeber. Die Entwicklung des Neckar-Odenwald-Kreises ist maßgeblich von der Entwicklung des Industriestandortes abhängig“, berichtet Ralf Rohmann. Ein zentrales Thema für die Industrie im Neckar-Odenwald-Kreis ist der Fachkräftemangel. „Es herrscht annähernd Vollbeschäftigung und in manchen Branchen gibt es schlicht keine Bewerber mehr. Ein Mix aus verschiedenen Angeboten und Institutionen ist nötig, um dem Verarbeitenden Gewerbe der Region eine Zukunft vor Ort zu ermöglichen“, erklärt der Geschäftsführende Gesellschafter der Maschinenfabrik Gustav Eirich GmbH & Co. KG mit Sitz in Hardheim.

        IHK-Leitlinien zur Entwicklung des ländlichen Raums
        Die angespannte Fachkräftesituation in der Industrie hat Auswirkungen auf alle anderen Branchen. „Die Industrie ist vor allem im ländlichen Raum eine Schlüsselbranche, die auf die anderen Wirtschaftsfelder starken Einfluss hat. Der Fachkräftemangel in der Industrie stellt daher sozusagen ein dickes Brett dar, das es aufzubohren gilt“, führt IHK-Geschäftsführer Dr. Andreas Hildenbrand aus. „Denn wenn die Industrie ausreichend geeignete Fachkräfte hat, stimmt der Umsatz der Unter-nehmen – und die Angestellten haben ausreichend Lohn, um diesen u. a. an den Handel weiterzugeben.“ Um den Industriestandort Rhein-Neckar zu stärken, hat die IHK Rhein-Neckar ein Leitlinien-Papier verabschiedet. „Im ländlichen Raum konzentrieren wir uns dabei auf die Handlungsfelder demografischer Wandel, Lebensqualität, Mobilität und IT-Infrastruktur“, betont Hildenbrand.

        Nachwuchskräfte im Blick
        Einen wesentlichen Beitrag zur Fachkräftesicherung lässt sich durch die duale Ausbildung erzielen. Rohmann nennt als Beispiel die Überbetriebliche Ausbildungsstätte (ÜAB) Buchen. „Durch die ÜAB Buchen wird den Betrieben eine ortsnahe Ausbildung überhaupt erst ermöglicht. Dieses freiwillige Engagement der Wirtschaft bedarf öffentlicher Förderung durch Bund und Land. Aktuell teilen sich 35 Unternehmen an der ÜAB die Werkstätten, um Fachkräfte in gewerblich-technischen Berufen ausbilden zu können.“ Hinzu komme, so Hildenbrand, das Thema Berufsschulen. „Unsere ausbildungsbereiten Unternehmen sind darauf angewiesen, dass ihre Auszubildende vor Ort die Berufsschulen besuchen können und nicht beispielsweise zum Unterricht nach Heidelberg oder Mannheim fahren müssen. Fachklassen dürfen nicht einfach geschlossen werden, weil eine bestimmte Klassenstärke nicht erreicht wird.“ Die Duale Hochschule (DHBW) Mosbach ist dem Ausschussvorstand Rohmann zusätzlich wichtig: „Der Hochschulstandort Mosbach muss gesichert werden. Ohne die DHBW könnten wir die nötigen Fachkräfte nicht finden. Die Industrie profitiert von einem lebendigen DHBW-Campus mit einem neuen Baukompetenzzentrum enorm.“

        NOK: Lebensqualität verbessern
        Wie lassen sich Fachkräfte gewinnen bzw. halten? Ein entscheidender Faktor ist hier die Lebensqualität. „Eine gute Verkehrsinfrastruktur ist wichtig für Unternehmen und deren Warenverkehr, macht aber zugleich einen erheblichen Teil der Lebensqualität im ländlichen Raum aus“, erläutert Rohmann und nennt Beispiele: „Zum Einkaufen, zum Arzt oder zum nächsten Kino darf es nicht zu weit sein, ob mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Menschen, die hier arbeiten und leben, wollen mobil sein.“Konkret schlägt die IHK zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im Neckar-Odenwald-Kreis vor, die S-Bahn Rhein-Neckar besser zu takten und die stündliche Verbindung der RE-Züge zwischen Mannheim und Heilbronn über Mosbach-Neckarelz wieder einzuführen. Ein zusätzlich wichtiges Projekt ist der mehrspurige Ausbau der Autobahnzubringer B 27 und B 292.

        Zukunftsfähige Internetverbindungen
        Zusätzlich zu Schienen und Straßen werden Glasfaser und Mobilfunk als Standortfaktoren immer wichtiger. „Insbesondere im ländlichen Raum ist das Netz noch nicht so, wie es sein sollte. Ohne schnelles Internet und Handyempfang geht es im Wettbewerb der Kommunen nicht mehr“, betont Hildenbrand und nimmt bei diesem Thema die Politik in die Pflicht. „Land, Bund und EU müssen handeln, denn Funklöcher gefährden die Zukunft des Neckar-Odenwald-Kreises. Beim Glasfaserausbau müssen Gewerbe- und Industriestandort priorisiert werden.“

        „Das Umfeld muss stimmen“
        Wie lässt sich der Neckar-Odenwald-Kreis zusätzlich attraktiv für Fachkräfte gestalten? Rohmann und Hildenbrand sind sich einig: „Das Umfeld muss stimmen.“ Dazu zählen aus Sicht der beiden attraktiver und vor allem bezahlbarer Wohnraum, eine gute medizinische Versorgung, dass Kindertagesstätten und Ganztagesschulen ausgebaut werden und dass lebendige Ortskerne mit funktionierender Nahversorgung geschaffen werden.

        IHK ruft zur Fachkräftesicherungs-Initiative auf
        Um den Fachkräftemangel im ländlichen Raum in den Handlungsfeldern Lebensqualität, Mobilität, IT-Infrastruktur und Demografie zu begegnen, ruft die IHK Rhein-Neckar zur „Initiative Fachkräftesicherung im Neckar-Odenwald-Kreis 2030“ auf. „Dem Fachkräftemangel in unserer Region können wir am besten gemeinsam begegnen. Wir als IHK gehen in den nächsten Monaten verstärkt auf unsere Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu, um bereits bestehende Aktionen zu bündeln und neue Kooperationen anzugehen. Engagieren Sie sich mit uns für den Standort Neckar-Odenwald-Kreis“, appellieren Rohmann und Hildenbrand. Schirmherr der Fachkräftesicherungs-Initiative ist Landrat Dr. Achim Brötel.

        IHK-Ausschuss für Industrie und Forschung als Impulsgeber

        Die Handlungsfelder und Maßnahmen wurden vom Ausschuss für Industrie und Forschung der IHK Rhein-Neckar als Bestandteil der „Leitlinien für die Förderung des Industriestandorts“ erarbeitet, mit der IHK-Vollversammlung diskutiert und beschlossen. Die Leitlinien zeigen auf, was notwendig ist, um das Fundament für Industriebetriebe und qualifizierte Arbeitsplätze in der Region auch in Zukunft zu sichern und zu stärken. Die Leitlinien sind eine Einladung an Politik und Verwaltung, sich gemeinsam mit den Unternehmen und der IHK Rhein-Neckar für den Industriestandort einzusetzen.

        Der Ausschuss für Industrie und Forschung der IHK Rhein-Neckar ist ein wichtiges beratendes Gremium, um die Einschätzungen und Meinungen der Industrie zu industrierelevanten Fragen und Problemen zu erfahren. Vertreten sind sowohl internationale Konzerne als auch mittelständische Unternehmen. Die Vorsitzenden des Ausschusses sind Prof. Dr. Bernhard Haas, Senior Vice President Global Platform Tractor bei John Deere, und Ralf Rohmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Maschinenfabrik Gustav Eirich GmbH & Co. KG in Hardheim. Die Maschinenfabrik Gustav Eirich GmbH & Co. KG wurde als Mühlenwerkstatt gegründet. Seit 1863 entstand daraus die weltweit tätige EIRICH-Gruppe, die mittlerweile auf vier Kontinenten in 13 Ländern mit Auslandsniederlassungen tätig ist.

        Die vollständigen IHK-Leitlinien Industrie können heruntergeladen werden unter www.rhein-neckar.ihk24.de/industrie.

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