Mannheim – Aktuelle IHK-Ausbildungsstatistik: Erneute Zunahme an Ausbildungsverträgen

        Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar.
        Trotzdem noch rund 1.500 offene Ausbildungsplätze

        Mannheim, 3. September 2019. In diesem Jahr setzen die Betriebe im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar wiederum auf die duale Berufsausbildung, um den dringend benötigten Nachwuchs an Fachkräften zu gewinnen. Zum Start des Ausbildungsjahres am 1. September 2019 hat die IHK bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ein leichtes Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Viele Betriebe würden jedoch gerne noch mehr ausbilden, viele Ausbildungsplätze sind unbesetzt. So meldeten die Arbeitsagenturen zum 31. August 2019 allein im Bezirk der IHK Rhein-Neckar noch 1.508 offene Ausbildungsplätze. Deutliches Fazit von IHK-Präsident Manfred Schnabel: „Die Unternehmen wollen ausbilden, es fehlt aber an Bewerbern. Mit Blick auf den Fachkräftemangel ergeben sich für erfolgreiche Auszubildende hervorragende berufliche Perspektiven.“

        Das Ausbildungsvolumen im IHK-Bezirk Rhein-Neckar ist im dritten Jahr in Folge gestiegen. Mit 3.906 Ausbildungsverhältnissen konnte das Vorjahresergebnis schon vor dem Ende der Vermittlungsphase für den diesjährigen Ausbildungsbeginn um weitere 10 Ausbildungsverträge gesteigert werden. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres gab es ein Plus von 1,2 Prozent, im Jahr zuvor 1,7 Prozent. Die Zahlen stimmen den IHK-Präsidenten optimistisch für das Gesamtergebnis des Ausbildungsjahres 2019, da erfahrungsgemäß im September noch eine große Anzahl neuer Verträge bei der IHK zur Eintragung vorgelegt wird. „Bei den kaufmännischen Ausbildungsverhältnissen gibt es ein Plus von 2,5 Prozent, bei den gewerblich-technischen einen Rückgang von 3,8 Prozent. In absoluten Zahlen haben die kaufmännischen Berufe bei der Entwicklung mit 62 Verträgen mehr als im Vorjahr gegenüber den gewerblich-technischen (52 Verträge weniger) die Nase vorne“, erklärt Schnabel.

        Unternehmen wollen ausbilden – Bewerber fehlen jedoch
        Der IHK-Präsident erläutert zur hohen Ausbildungsbereitschaft der Betriebe: „Wie die jährliche Ausbildungsumfrage der IHK-Organisation zeigt, konnten rund ein Drittel der Ausbildungsbetriebe nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen“ Gleichzeitig zeigt der Fachkräftemonitor der baden-württembergischen IHKs für das Jahr 2030 bereits einen Mangel von 50.000 akademisch und beruflich Qualifizierten im Bezirk der IHK Rhein-Neckar voraus. „Wer jetzt mit der Ausbildung beginnt und im Idealfall anschließend noch eine berufliche Weiterbildung durchläuft, hat beste Beschäftigungschancen in der Region“, bringt es Schnabel auf den Punkt.

        Mannheim weiterhin Spitzenreiter in Sachen Ausbildung
        Den deutlichsten Zuwachs von allen Gebietskörperschaften im IHK-Bezirk kann die IHK in der Stadt Mannheim verzeichnen. Dort waren es 3,4 Prozent mehr Ausbildungsverhältnisse als im Vorjahr (+60). In kaufmännischen Berufen waren es 99 Verträge mehr (+8,5 Prozent). In den gewerblich-technischen Berufen konnten 39 Eintragungen weniger vorgenommen werden (-6,8 Prozent). In Heidelberg hingegen verzeichnet die IHK ein Minus von 9 Prozent bei den Ausbildungsverhältnissen, dabei ging allein die Zahl der gewerblich-technischen Ausbildungsverhältnisse um 10,6 Prozent zurück. Die Ausbildungszahlen für den Rhein-Neckar-Kreis sind stabil mit einem leichten Minus von 0,5 Prozent. Im Neckar-Odenwald-Kreis ist die Zahl der kaufmännischen Ausbildungsverhältnisse um 7,1 Prozent gestiegen.

        Deutliches Plus bei modernisierten Ausbildungsberufen
        Zur steigenden Attraktivität der Berufsausbildung trägt auch bei, dass sich die Berufsbilder schnell an die Veränderungen in der Wirtschaft anpassen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung plant, ab sofort bei der Neuordnung von Berufen IT- Kompetenzen generell in die Standardberufsbildpositionen der Ausbildungsordnungen aufzunehmen, so dass jedem Azubi in jedem Beruf die Grundlagen der Informationstechnik vermittelt werden müssen und damit alle beruflich Qualifizierten für die Unternehmen wertvolle grundlegende Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten für eine berufliche Tätigkeit im Zeitalter der Digitalisierung der Arbeitswelt mitbringen.

        Die Inhalte der IT-Berufe wurden im vergangenen Jahr um das Schwerpunktthema IT-Sicherheit ergänzt. Eine große Neuordnung steht voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren an. Im Bezirk der IHK Rhein-Neckar erfreut sich der Fachinformatiker Systemintegration besonderer Beliebtheit. Hier verzeichnet die IHK ein Plus von rund 40 Prozent bei den neu eingetragenen Ausbildungsverhält-nissen im Vergleich zum Vorjahr. „Dass der Fachinformatiker bei den männlichen Auszubildenden mittlerweile unter den beliebtesten Ausbildungsberufen ganz weit oben rangiert und bei weiblichen Auszubildenden immer mehr an Bedeutung gewinnt, zeigt, dass dieser Beruf schon jetzt viele Bewerber anspricht. Für die Betriebe bietet er ein passgenaues Qualifikationsprofil in einem hart umkämpften Fachkräftesegment“, so Schnabel.

        Mit Blick auf das stetig steigende Umsatzvolumen im Internet-Business bietet der im Jahr 2018 neu geschaffene Beruf der „Kaufleute im E-Commerce“ die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz. Er kann branchenübergreifend im Groß- und Außenhandel, im Einzelhandel, bei Banken und Versicherungen ebenso wie bei Dienstleistern und Tourismusunternehmen oder bei herstellenden Betrieben ausgebildet werden. Zu den Ausbildungs- und Prüfungsinhalten gehören spannende Geschäfts-prozesse im E-Commerce wie der Aufbau und Betrieb eines Web-Shop, Online-Marketing und -Vertrieb sowie digitale und persönliche Kundenkommunikation. Nachdem die IHK Rhein-Neckar 2018 im ersten Ausbildungsjahr sechs Verträge registrieren konnte, sind nun für das neue Ausbildungsjahr bereits elf Auszubildende angemeldet worden.

        Geflüchtete in Ausbildung – IHK-Unterstützung für Unternehmen
        Im neuen Ausbildungsjahr haben 101 Geflüchtete aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, Iran oder Gambia eine Ausbildung bei IHK-Mitgliedsunternehmen begonnen. „Grundlage für eine erfolgreiche Ausbildung und eine anschließende Integration auf dem Arbeitsmarkt sind die großen Anstrengungen der Betriebe, Institutionen und weiterer Unterstützer, darunter auch der Kammern. Die vom Land Baden-Württemberg bewilligten Fördermittel für die Beschäftigung eines Kümmerers im Rahmen des Projekts ‚Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Flüchtlinge‘, welche auch von der IHK Rhein-Neckar in Anspruch genommen werden, wurden bereits im Sommer um zwei weitere Jahre bis zum 31. Dezember 2021 verlängert“, erklärt Schnabel. „Das ermöglicht uns auch weiterhin unsere Mitgliedsbetriebe durch zwei Fachkräfte bei der Anbahnung und Durchführung der Ausbildung von Geflüchteten zu unterstützen“.

        IHK wirbt für Ausbildung
        Um für ihre Ausbildungsunternehmen neue Zielgruppen von Bewerbern zu erschließen, geht die IHK Rhein-Neckar innovative Wege. An leistungsbereite Abiturienten, für die Studien- und Ausbildungsabschluss gleichermaßen attraktiv sind, richtet sich die Initiative „BerufsHochschule“, die mit dem neuen Ausbildungsjahr gestartet ist. Der gemeinsam mit der Hochschule der Wirtschaft für Management und drei kaufmännischen Berufsschulen entwickelte Bildungsgang verzahnt die duale Ausbildung zu Industriekaufleuten oder zu Kaufleuten im Groß- und Außenhandel, mit einem Bachelor-Studium in Management und Unternehmensführung. Die Resonanz für das neue Ausbildungsjahr ist positiv. Eine Pilotgruppe von „Studzubis“ (Studenten und Auszubildenden zugleich) startet im nächsten Monat mit diesem bundesweit in dieser Form bislang einmaligen Bildungskonzept. „Die Resonanz, insbesondere bei den Unternehmen, ist sehr positiv. Deshalb laufen bereits Überlegungen zu einer Ausdehnung auf andere geeignete Berufe. Auf diese Weise gewinnen wir für unsere Ausbildungsbetriebe Bewerber für das duale System, die sich ansonsten sofort nach ihrem Schulabschluss oder nach der Ausbildung für eine rein akademische Qualifikation entschieden hätten“, erläutert IHK-Präsident Schnabel.

        Eine sehr positive Resonanz hat auch die eigene Image-Kampagne der IHK Rhein-Neckar für digitale Berufe erzeugt. Mit Anzeigen, Werbepostkarten und einer eigens gestalteten Straßenbahnwerbung mobilisiert die Kammer leistungsstarke, IT-affine Schulabsolventen, um sie für eine Berufsausbildung in den von IT und Digitalisierung besonders geprägten Berufen zu begeistern. Im Mittelpunkt stehen Berufe, Azubis und Ausbildungsbetriebe aus der IT-Branche, der Metall- und Elektroindustrie und dem Online-Handel. „Im Arbeitsmarkt der Zukunft zählen Praxisorientierung, Problemlösungskompetenz und Kundenorientierung immer mehr. Diese Kernkompetenzen können nirgendwo besser vermittelt und trainiert werden als in einem Ausbildungsbetrieb“, wirbt IHK-Präsident Schnabel für die berufliche Ausbildung. „Ich appelliere an alle Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen, sich beruflich zu orientieren und gerade jetzt eine Entscheidung zugunsten einer betrieblichen Ausbildung zu treffen. Auch ein kurzfristiger Einstieg im gerade begonnenen Ausbildungsjahr ist noch möglich und die Ausbildungsbetriebe nehmen bereits wieder Bewerbungen für den Ausbildungsstart im September 2020 entgegen.“

        Info: Jugendliche, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz für 2019 sind, können sich unter www.rhein-neckar.ihk24.de/ausbildungsplatzsuche darüber informieren, wie die IHK Rhein-Neckar sie dabei unterstützt.

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