Weinheim – Die Kleinode an der Weschnitz – Am Tag des offenes Denkmals werden auch Führungen über den Alten Friedhof, durch die Peterskirche und die Villa Hübsch angeboten

        Weinheim/Rhein-Neckar-Kreis/Metropolregion Rhein-Neckar. Der Standort der Peterskirche am Zusammenfluss von Grundelbach und Weschnitz ist ein magischer Ort. Hier wurde das einstige Dorf Winenheim gegründet, die erste Siedlung Weinheims, erbaut von den Franken und einem Stammeskönig namens Vino. Die Stelle ist geschichtsträchtig – und da trifft es sich gut, dass drei Denkmäler beim diesjährigen Tag des Offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, auch dort einen Schwerpunkt bilden: Der Alte Friedhof, die Peterskirche und die Villa Hübsch an der B3 gegenüber der Stadthalle.

        Alter Friedhof

        Die Geschichte der Peterskirche und des dazugehörigen Friedhofs St. Peter gehören natürlich zusammen. Die erste Nachricht über eine Kirche in Weinheim stammt aus dem Jahre 861, als König Ludwig der Deutsche dem Kloster Wiesensteig eine Kirche in „Vinenheim“ im Lobdengau schenkte. Wahrscheinlich handelte es sich hierbei um eine Kirche, die auf dem Platz der heutigen Peterskirche stand. Diese Kirche, um das Jahr 1000 erbaut, wurde 1910 abgerissen und durch den jetzigen neoromanischen Bau ersetzt. Die mittelalterlichen Fresken sind jetzt im Museum der Stadt Weinheim zu sehen. Seit Einführung der Reformation in der Kurpfalz 1555/56 durch Kurfürst Ottheinrich diente die Peterskirche, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, der evangelisch-reformierten Gemeinde. Um diese Kirche lag der Friedhof der Gemeinde Weinheim. In der Kirche selbst wurden nur die Geistlichkeit und der Adel bestattet. Der Peterskirchenfriedhof wurde 1957 in eine parkähnliche Anlage umgewandelt. Der Friedhof geriet aber immer mehr in Vergessenheit und verwilderte zusehends. Das hat sich in den letzten fünf Jahren aber gewaltig geändert: Zunächst dank der Brüder Ernst und Alfred Noe vor über 30 Jahren, in jüngster Zeit mit viel Engagement der Bürgerstiftung rückt die wildromantische Friedhofsanlage mit ihren Geschichte erzählenden Grabstätten in den Mittelpunkt. Es ist sogar ein Buch erschienen: Von Alexander Boguslawski, Siegfried Demuth und Ute Haizmann: „Weinheims Alter Friedhof. Ein Park der Erinnerung“.

        Viele der Grabsteine erinnern an bekannte Weinheimer Persönlichkeiten und Familien und sind damit ein Stück Weinheimer Geschichte, andere sind aufgrund ihrer Gestaltung bemerkenswert. Begraben liegen dort unter anderem der Revolutionär Friedrich Härter (1802-1867), der Industrielle Adam Platz (1843-1909), Sohn des Gründers der Badenia-Maschinenfabrik, Firmengründer Carl Johann Freudenberg (1819-1898), die Familie Hübsch, welcher der badische Baumeister und Architekt Heinrich Hübsch entstammt, der Heimatdichter Dr. Adam Karrillon (1853-1938), die Müller Jean und Johann Heinrich Hildebrand (1799-1883) und andere historisch bedeutsame Persönlichkeiten.
        Der Alte Friedhof ist den ganzen Nachmittag geöffnet, um 14 Uhr und um 16 Uhr kann man sich an Führungen beteiligen.

        Die Peterskirche

        Die Peterskirche, so wie sie heute steht, wurde im Oktober 1912 eingeweiht. Architekt war Karl Hermann Behaghel (*1839; † 1921), damals Leiter der Kirchenbauinspektion Heidelberg. Die Fassade besteht aus gelblich geflammtem Sandstein aus den Frankensteiner Steinbrüchen; den Grundriss bildet ein Kreuz, in dessen Schnittpunkt der neue Altar aus dem Jahr 2004 steht. Die Orgel aus dem Jahr 1967 ist eine der größten in Baden: mit 5402 Orgelpfeifen. In den Jahren 2003 und 2004 fand eine umfassende Innenrenovierung statt; unter anderem bekam die Kirche ihre ursprüngliche Jugendstil-Ornamentik und -Farbgebung zurück (zum Beispiel wurde die Decke über der Orgelempore wieder als Himmelsgewölbe gestaltet). Der begehbare Turm ist 48 Meter hoch inklusive des Wetterhahns. Das Gotteshaus ist schon ab 10 Uhr geöffnet. Thematische Führungen werden angeboten um 14.30 Uhr, um 15.10 Uhr, um 15.45 Uhr und um 16.45 Uhr.

        Die Villa Hübsch

        Auch die in Sichtweite etwas weiter westlich an der B3 stehende Villa Hübsch hat eine große historische Bedeutung für die Entwicklung Weinheims. 1792 wurde Karl Samuel Hübsch Kaiserlicher Postmeister. Er war der Vater des berühmten badischen Oberbaudirektors Heinrich Hübsch, und er verlegte die Post zunächst in das 1797 erworbene Gasthaus „Zum goldenen Bock” an der Weschnitz, 1803, nach dem Übergang der Pfalz an Baden, wurde er großherzoglich badischer Postverwalter. Sein Sohn, Karl Ludwig Hübsch, verlegte die Post 1840 in sein neu errichtetes Haus auf der gegenüberliegenden Seite der Weschnitz (Ecke Bergstraße/Weschnitzstraße). Um dieses Gebäude geht es am 8. September. Um 1840 hatte das Anwesen eine Größe von 21436 Quadratmeter. 1964 erwarb die Post alle landwirtschaftlichen Gebäude und den Rest des Gartens. Die Stallungen entlang der Bergstraße wurden 1968 abgerissen und bis 1970 ein Fernmeldedienstgebäude errichtet.

        Die Villa war als einziges Gebäude dieses Ensembles erhalten und in Familienbesitz geblieben. Nachdem die Villa über einen langen Zeitraum von einem Teppichhändler genutzt worden war und dann längere Zeit leer stand, wurde sie von der Familie Hübsch im Jahr 2012 verkauft. Das Gebäude wurde nach Plänen von Architekt Heinrich Hübsch, dem Sohn Postmeisters, 1840 errichtet. Es beinhaltet einen sehr großen Gewölbekeller, zwei Stockwerke und ein ausgebautes Dachgeschoss. Insgesamt wirkt der in spätklassizistischen Formen errichtete Sandsteinquaderbau mit dem Walmdach sehr vornehm. Das Gebäude wurde 2014/15 umfassend in Stand gesetzt und wird heute als Bürogebäude genutzt. Es werden Führungen angeboten um 13.30 Uhr, um 14.30 Uhr, um 15.30 Uhr und um 16.30 Uhr.

        In Weinheim geht die Bandbreite am Tag des offenen Denkmals von A wie Alter Friedhof bis Z wie Fürsten-Zimmer. Erste Anlaufstelle kann der Schlosshof sein, wo Ansprechpartner der Denkmalschutzbehörde an einem Info-Stand von 13 Uhr bis 18 Uhr Orientierung bieten können. Von dort beginnen auch die Führungen auf den Schlossturm jede halbe Stunde. Geöffnet ist auch das Fürstenzimmer im Anwesen Obertorstraße 1 (über dem Bistro Montmartre am Marktplatz) von 13.30 Uhr bis 18 Uhr. Überhaupt ist der Marktplatz ein Schwerpunkt am Denkmalstag. Auch das Alte Rathaus, ein Renaissance-Bau aus dem 16. Jahrhundert, mit dem Bürgersaal im ersten Stock kann besichtigt werden. Führungen gibt es hier um 13.30 Uhr, um 15 Uhr und um 16.30 Uhr. Die Ulner Kapelle öffnet von 11 Uhr bis 17 Uhr. Führungen werden um 12 Uhr, um 14 Uhr und um 15 Uhr angeboten. Gewissermaßen Außenposten am Tag des offenen Denkmals sind die Wachenburg (geöffnet von 10 Uhr bis 18 Uhr) mit Führungen um 11 Uhr, um 12.30 Uhr, um 14 Uhr und um 15.30 Uhr, sowie das vor drei Jahren sanierte Lützelsachsener Alte Rathaus in der Sommergasse 65 (geöffnet von 13.30 Uhr bis 18.30 Uhr). Alle beschriebenen Denkmäler sind an diesem Tag eintrittsfrei geöffnet. Auch die Führungen sind kostenlos.

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