Heidelberg – Die Großsporthalle wächst!

        Auf der Baustelle der neuen Großsporthalle an der Speyerer Straße wurde am 25. Juni Richtfest gefeiert. Die Gäste versammelten sich im Innenraum, wo die Spielfläche entstehen wird.
        Foto:Christian Buck/BSG

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Der Rohbau wird gerade fertiggestellt, sodass am 25. Juni das Richtfest für die Großsporthalle an der Speyerer Straße gefeiert wird.

          Schon im Bau zieht die Großsporthalle die Blicke auf sich: Es ist beeindruckend, wie der Rohbau aus großen Betonfertigteilen zusammengesetzt wird. Drei feste Kräne stehen rund um die künftige Halle; in der Hallenmitte sorgen zusätzlich Autokräne dafür, dass die Fertigteile an die richtige Stelle kommen. Die Halle wird 16,50 Meter hoch und einen Bruttorauminhalt von 94.000 Kubikmetern haben.

          Dafür haben 250 LKWs 395 Fertigteile auf die Baustelle gebracht, und über 500 Betonfahrzeuge haben rund 4.500 Kubikmeter Beton angefahren. Die Bewehrung wiegt etwa 525 Tonnen. Baulich wird die Halle im Frühjahr 2020 fertiggestellt. Danach folgen Ausstattung und Probebetrieb.

          Rund 150 Baubeteiligte sowie Vertreter der Stadt Heidelberg, von Sportvereinen und des Sportkreises Heidelberg feierten am 25. Juni Richtfest. Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner: „Es ist schön zu sehen, wie die neue Großsporthalle Stück für Stück wächst. Sie wird ein mehrfacher Gewinn für unsere Stadt: Die Mitglieder von Heidelberger Vereinen erhalten hervorragende Trainingsbedingungen und die Möglichkeit, neue Angebote zu entwickeln. Schülerinnen und Schüler profitieren im Sportunterricht von der Halle. Und der Profisport in Heidelberg erhält ein neues Zuhause. Wir können uns alle darauf freuen, dass die Academics in Heidelberg jetzt endlich eine adäquate Spielstätte haben werden.“

          Schul-, Vereins- und Profisport
          Die multifunktionale Halle wird an 260 Tagen im Jahr für Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen. Die MLP Academics Heidelberg und die Rhein-Neckar Löwen werden hier Spiele austragen. Auch kulturelle Veranstaltungen sind vorgesehen.

          Verschiebbare Teleskoptribünenanlagen ermöglichen Spielfelder mit variablen Abmessungen. Bei Basketballspielen wird es 2.884 Sitz- und 2.116 Stehplätze geben (insgesamt 5.000 Plätze). Bei Handballspielen werden es 2.658 Sitz- und 1.476 Stehplätze sein (insgesamt 4.134 Plätze). Für sonstige Veranstaltungen stehen bis zu 4.008 Sitzplätze bzw. 4.929 Sitz- und Stehplätze zur Verfügung. Der Hospitality-Bereich bietet einen Business Club für 250 Besucher und 6 Logen. Es gibt 4 Vereinsumkleiden, 2 Profiumkleiden, Catering-Bereiche mit Regenerationsküchen, Satellitenküchen, Kioske und Büroräume für den Betrieb.

          Architektur
          Die Halle wird gebaut von der BAM Sports GmbH und basiert von der Idee auf einem Entwurf von Professor Turkali aus Frankfurt. Sie ist klar gegliedert mit deutlich ablesbaren Funktionen und einer minimierten Hüllfläche. Die Fassade besteht aus Glas im unteren Bereich und einer wärmegedämmten Fassade aus Metallkassetten im oberen Bereich. Durch die Verglasung öffnet sich das Erdgeschoss nach außen und ermöglicht Einblicke bis in den Halleninnenraum.

          Barrierefreiheit
          Das Eingangsniveau der neuen Halle liegt etwa 1,50 Meter oberhalb der umgebenden Plätze und wird über eine großzügige Treppenanlage mit seitlichen Rampen barrierefrei erschlossen. Die verschiedenen Ebenen trennen die Spieler und die Besucher. Alle Einrichtungen der Halle sind selbstverständlich barrierefrei erreichbar und mit den entsprechenden sanitären Einrichtungen ausgestattet – für Schüler, Sportler, Mitarbeiter wie auch Zuschauer. Im Zuschauerbereich gibt es Plätze für Rollstuhlfahrer mit Begleiterplätzen und Plätze für Besucher mit Seh- und Höreinschränkungen mit der entsprechenden technischen Ausstattung. Die Bedürfnisse und Anforderungen von Menschen mit Behinderungen sind im Bau und in der Ausstattung umfangreich berücksichtigt.

          Energieeffizienz
          Die Halle wird ein hoch energieeffizientes Gebäude sein mit optimiertem Dämmkonzept und in luftdichter Bauweise mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach erzeugt Strom sowohl für die Halle als auch das Quartier, weshalb sie in das lokale Stromnetz eingebunden wird. Die Halle ist angeschlossen an das Fernwärmenetz und an die Fernkältestation im benachbarten Parkhaus, sodass bei Bundesligaspielen und Großveranstaltungen der Spielfeldbereich bzw. der Halleninnenraum gekühlt werden kann.

          Bauherr BSG
          Die GGH bzw. ihre Tochtergesellschaft BSG, Bau- und Servicegesellschaft mbH, arbeitet seit Ende 2013 an den Vorbereitungen und Planungen des Hallenneubaus mit. 2016 hat der Gemeinderat die BSG mit dem Bau und Betrieb der Großsporthalle beauftragt. Damit betreut sie für die Stadt ein weiteres großes Infrastrukturprojekt nach der Sanierung der Internationen Gesamtschule in Rohrbach, dem Bau des Bildungs-, Betreuungs- und Bürgerhauses B³ in der Bahnstadt oder der Sanierung und Ergänzung des Theaters und Philharmonischen Orchesters.

          Betrieb
          Die Stadt Heidelberg mietet für zunächst 30 Jahre Hallenkapazitäten für den Schul- und Vereinssport im zeitlichen Umfang eines jährlich fortzuschreibenden Belegungsplanes. Um dem Nutzungsbedarf von Profisport und Kultur gerecht zu werden, werden aufeinander abgestimmte Betriebskonzepte organisiert. Die BSG tritt dabei immer als direkter Vertragspartner mit allen Projektbeteiligten auf und hält eigene Mitarbeiter für den technischen Betrieb und das Betreibermanagement der Halle vor. Der Bereich Event wird von der Heidelberger Konzert und Kongress GmbH (HKK) gemanagt.

          „Den Betrieb einer solchen Immobilie zu übernehmen, ist auch für die GGH bzw. BSG Neuland. Wir sind deshalb froh, dass wir neue Mitarbeiter gewinnen konnten, die dafür Expertise mitbringen, und Partner in der Stadt haben, die uns dabei unterstützen“, so Peter Bresinski, Geschäftsführer der GGH und der BSG. Abschließend dankt er der BAM Sports GmbH und den auf dem Bau Beschäftigten: „Wir arbeiten gut zusammen, und die BAM hat den Anspruch, ein richtig gutes Bauwerk abzugeben.“

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