
Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) –
Kommentar von Atossa Kamran
Soll der rnv-Betriebshof doch nicht an den Großen Ochsenkopf verlagert werden? Die Initiative „Bündnis für Bürgerentscheid Klimaschutz“hatte mit ihrem Bürgerbegehren 10367 Stimmen gegen diesen Gemeinderatsbeschluss vom 21.12.218 gesammelt, damit das Quorum von mindestens 7% der wahlberechtigten Heidelberger erreicht, und so schließlich den Weg für einen Bürgerentscheid dazu frei gemacht. Die Stadtverwaltung hat für die Durchführung des Entscheides den 21. Juli 2019 festgesetzt. Der Gemeinderat wird am 9. Mai 2019 ausführlich dazu debattieren.
Die Gegner der Verlagerung des rnv-Betriebshofes auf den Großen Ochsenkopf feiern die Aussicht auf einen Bürgerentscheid zum Thema als echten Sieg für den Klimaschutz. Immerhin bliebe bei einem positiven Ergebnis der Abstimmung die artenreiche Ochsenkopf-Wiese erhalten. Die Wiese wäre damit gerettet.
Eine klimafreundliche Entscheidung wäre damit aber partiell und nur auf den ersten Blick getroffen. Denn die Planungen für den Neubau des Betriebshofes auf den Ochsenkopf sehen einen begrünten und begehbaren Dach vor. Durch die Verbindung mit einer Tiefgarage kann der Wind über die Fläche streichen. Für den Erhalt der biologischen Vielfalt am Ort sind zudem Ausgleichsmaßnahmen geplant.
Die Verlagerung des Betriebshofs vom aktuellen Standort ist eine große Chance für eine klimafreundliche Aufwertung des Stadtteils Bergheim. Die derzeit vollständig versiegelte und umzäunte Fläche ist eine Beton- und Asphaltbarriere. Stattdessen soll hier ein attraktives Wohnquartier und ein neuer Park entstehen. Also mehr nachhaltige Lebensqualität für die Bergheimer.
Ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen Zeit und Geld gehört auch zu einer klimafreundlichen Stadtentwicklung. Diese wäre aber mit einer Verhinderung der Verlagerung des Betriebshofs nicht gegeben.
Denn eine Neuplanung und Suche eines neuen Standorts würde eine Verzögerung der Realisierung des Projekts um 2 bis 3 Jahre bedeuten. Die Aufhebung des Bescheids würde Mehrkosten verursachen: Pro Jahr wären diese nach Angaben der Stadt Heidelberg geschätzt bei einer Baupreissteigerung um etwa 2% und einer Investitionssumme von 87,2 Mio Euro- 2,5 Mio Euro für den Zeitraum von zwei Jahren und 3,9 Mio Euro für den Zeitraum von drei Jahren betragen.
Ab dem Jahr 2023 könnte Heidelberg nach Informationen der rnv keine ausreichende Abstellkapazitäten mehr für 7 Bahnen bieten. Damit müssten diese in Edingen abgestellt werden. Die Zusatzkosten für klimafeindliche Leerkilometer betrügen pro Jahr 180.000 Euro.
Ein nachhaltiger und zukunftsorientierter Beitrag für den Klimaschutz sieht anders aus.
Zuletzt aktualisiert am 9. Mai 2019, 11:46



































