Frankenthal – Ärztemangel in der Region: Warum Mediziner so dringend gebraucht werden

        Frankenthal / Metropolregion Rhein-Neckar – Einen Arzt muss jeder Einwohner der Metropolregion früher oder später einmal besuchen. Vom hartnäckigen Husten über Hautausschlag bis hin zu schweren Erkrankungen macht die gesundheitliche Situation vieler Menschen eine professionelle Behandlung nötig. Darüber hinaus sind Ärzte heute auch abseits der Grundversorgung gefragt. Ein drohender Mangel im baden-württembergischen Teil der Region bereitet Ärztekammern und der Politik daher Sorgen.

          Ärzte: Ein immer rareres Gut. (Quelle: DarkoStojanovic (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

          Wie sich der Mangel bemerkbar macht

          Lange Wartezeiten auf einen Termin und in Praxen sind das erste spürbare Anzeichen des Ärztemangels in der Region Rhein Neckar. Überlastete Mediziner, die keine weiteren Patienten mehr aufnehmen können, werden häufig als Verursacher des Problems bezeichnet. Das jedoch ist falsch. Ein Blick auf die Zahlen bringt Klarheit.
          So berichtet auch die Baden-Württembergische Ärztekammer von einer steigenden Überalterung im medizinischen Bereich: „Wie die Zahlen weiter belegen, werden die berufstätigen Ärzte immer älter, der Nachwuchs macht sich rar: Lag der Anteil der über 50-jährigen an den berufstätigen Ärzten bundesweit 1991 noch bei 26,1 Prozent, ist er im Jahr 2017 auf 47,9 Prozent angewachsen. Demgegenüber sank der Anteil der unter 35-jährigen Ärztinnen und Ärzte von 25,2 Prozent im Jahr 1991 auf 19 Prozent zum Jahresende 2017.“ (Quelle: https://www.aerztekammer-bw.de/40presse/05aerztestatistik/index.html)
          In der nahen Zukunft werden zahlreiche Ärzte in der Region Praxen verlassen und sich dem Ruhestand widmen. Da Nachwuchs knapp ist, könnte dies zu umfangreichen Praxisschließungen führen, die den Mangel noch weiter verschärfen. Auch in Kliniken sind Auswirkungen der Unterversorgung denkbar. Ärzte jedoch lassen sich nicht ersetzen und müssen dem steigenden Bedarf gerecht werden. Das Universitätsklinikum Mannheim verzeichnete erst kürzlich einen Geburtenrekord.
          Die Politik sucht aus diesem Grund schon länger nach Lösungen, die das Problem verringern und dem Mangel vorbeugen sollen. Insbesondere konzentrieren sie sich dabei auf die ländlichen Regionen, in denen sich eine Unterversorgung früher bemerkbar machen könnte als in Städten.
          Entlastung bringen soll auch docdirect, ein Projekt der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, das sich an alle Einwohner des Bundeslandes richtet. Hier können sich Versicherte per Telefon oder Video beraten lassen. In Fällen, bei denen eine Behandlung notwendig ist, kann der kontaktierte Arzt dabei helfen, einen Behandlungsplatz zu finden und so für kürzere Wartezeiten auf einen Termin sorgen. Docdirect wird schon seit Oktober 2018 erfolgreich angeboten. Zuvor testeten die Verantwortlichen das Konzept in Modellregionen auf Praktikabilität.
          Ärzte auf dem Land gesucht
          Um eine Verschärfung auf dem Land zu verhindern, trug die CDU vor Kurzem ihr Konzept der Landarztquote vor. Die Schaffung von zehn Prozent mehr Studienplätzen an medizinischen Fakultäten solle mit der Verpflichtung von ebenfalls zehn Prozent der Studierenden einhergehen, nach dem Studium in einer Landarzt-Praxis tätig zu werden. Das Konzept jedoch wurde nicht mit Begeisterung aufgenommen, denn unter anderem die kassenärztliche Vereinigung merkte an, dass junge Studenten nicht so weit in die Zukunft planen können.
          Ein anderes Programm läuft bereits. CDU und Land arbeiten hier zusammen und wenden sich an Medizinstudenten, die bereits das sechste Semester abgeschlossen haben. Monatliche Zahlungen n Höhe von 300 Euro erhalten die Stunden für höchstens 24 Monate und müssen sich zur Tätigkeit in einer Landarzt-Praxis nach dem Studium verpflichten. Wenigstens fünf Jahre lang sollen die Mediziner dort arbeiten.
          Auch die Niederlassung von Hausärzten in ländlichen Regionen wird seit 2017 gefördert. Bislang wurden über 1,8 Millionen in dieses Programm investiert. Jeder Arzt, der sich für diesen Schritt entscheidet, erhält eine Förderung in Höhe von maximal 30.000 Euro. Ob dies als Anreiz ausreicht, muss jedoch die Zukunft zeigen.
          Oft beanstandet wird die Tatsache, dass Schulabsolventen es nicht leicht haben, einen Studienplatz zu bekommen. Die Vergabe erfolgt nach strengen Kriterien, Hochschulen sind bis auf den letzten Platz ausgelastet und Wartelisten lang. Wie genau die Bewerbung gestaltet ist, zeigt medizinische-fakultaet-hd.uni-heidlberg.de. Nordrhein-Westfalen hat sich aus diesem Grund für den Abschied vom Numerus Clausus entschieden und ein alternatives Bewerbungsverfahren entwickelt. Ob sich ein solcher Schritt auch in der Region Rhein Neckar anbietet, ist unklar.
          Nicht nur für die Grundversorgung wichtig
          Es liegt auf der Hand, dass ein Ärztemangel vor allem im Bereich der medizinischen Grundversorgung verhindert werden muss. Die Ansiedlung von Haus- und Fachärzten in unterversorgten Gebieten wird Politik und Ärztekammer daher auch in den nächsten Monaten beschäftigen.
          Abseits der Grundversorgung zeigt sich jedoch ein weiterer Bedarf. Kompetente Mediziner werden immer öfter gesucht, wenn es um nicht medizinisch induzierte Eingriffe geht, für die sich Patienten selbständig entscheiden. Ein klassisches Beispiel hierfür sind ästhetische Operationen. Schon die Hintergründe einer Bruststraffung zeigen, dass sich nur erfahrene Mediziner mit Eingriffen dieser Art befassen sollten.
          Der Wunsch nach einer Schönheitsoperation bei vielen Frauen und Männern sorgt schon seit Jahren für eine steigende Nachfrage. Das berichtet auch aerzteblatt.de und weist auf Zahlen der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen hin. So wurden in 2018 rund 32.647 Eingriffe vorgenommen. Wächst dieses Segment weiterhin wie bisher, wird auch dieser Umstand zusätzliche Mediziner erfordern. So gehen Schönheit und Gesundheit auch in Fragen des Ärztemangels Hand in Hand.

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