Heidelberg – Einzigartig in Deutschland: Zehn Jahre Queer-Festival in Heidelberg! Open-Air-Kino, Diskussionsabende, Workshops, Live-Musik und mehr im Mai im Karlstorbahnhof


Eine Szene aus dem vielfach preisgekrönten Dokumentarfilm „Mr. Gay Syria“, der im Mai 2018 beim Queer-Festival in Heidelberg gezeigt werden wird. Foto: Bradley Secker

Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Seit zehn Jahren ist Heidelberg im Mai die heimliche Kulturhauptstadt der queeren Community. Zum Jubiläum 2018 präsentiert das Queer-Festival wieder musikalische Glanzstücke wie Kele Okereke, Big Freedia, Sookee oder die südafrikanische Popsensation Nakhane. Das Festival im Kulturhaus Karlstorbahnhof, Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg, zeigt preisgekrönte Filme und bietet eine Plattform für experimentelle Projekte wie die Tanzperformance Sexless Babe, die Choreograf Edan Gorlicki speziell für das Queer-Festival entwickelt hat.

In Kooperation mit dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg und Mitgliedern des Queeren Netzwerks Heidelberg setzt das Festivalprogramm politische Themen auf die Agenda und ermöglicht die Auseinandersetzung mit einer neuen Generation queerer Aktivist*innen. Das vollständige Festivalprogramm ist online zu finden unter http://queer-festival.de.

– Beim Kurzfilmabend „Global Queer Diversity“ am Sonntag, 6. Mai 2018, ab 19 Uhr diskutieren das pakistanische Transmodel Kami Sid, der tunesische Aktivist Rzouga Selmi und der Wiener Festivalmacher Yavuz Kurtulmus über die Herausforderungen queerer Menschenrechtsarbeit weltweit.
– Am Samstag, 26. Mai 2018, kommen ab 19 Uhr bei einer Podiumsdiskussion die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal und Missy-Magazin-Chefredakteurin Sonja Eismann ins Gespräch über Grenzüberschreitungen, Alltagssexismus, Gender und Identität.
– Am Dienstag, 29. Mai 2018, um 19.30 Uhr wirft der Diskussionsabend „Hirschfeld & Heidelberg“ einen Blick auf die Heidelberger Zeit des Queer-Pioniers Magnus Hirschfeld und die Bedeutung der LSBTTIQ-Geschichte. Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Wolfgang Erichson sprechen unter anderem die Heidelberger Medizinhistorikerin Prof. Dr. Karen Nolte, Geschlechterforscherin Patsy L’Amour LaLove und Dr. Daniel Baranowski von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.
– Überraschung: An einem bisher noch geheim gehaltenen Ort über den Dächern Heidelbergs gibt es am Mittwoch, 9. Mai 2018, ab 21 Uhr Open-Air-Kino. Der Film erlaubt einen berührenden Einblick in den vielleicht ungewöhnlichsten Schönheitswettbewerb unserer Tage: Der „Vater“ der syrischen Schwulenbewegung, Mahmoud Hassino, präsentiert seinen vielfach preisgekrönten Dokumentarfilm „Mr. Gay Syria“. Tickets sind nur an der Abendkasse des Queer-Festivals erhältlich.

Plattform für queere Kultur in Heidelberg: Niemand muss sich verstecken oder anpassen

In den vergangenen zehn Jahren hat sich einiges getan. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen in vielen Ländern inzwischen gleichberechtigt heiraten, das Bundesverfassungsgericht hat die Beschränkung auf die Angaben männlich und weiblich beim Eintrag im Geburtenregister in Frage gestellt. Das Queer-Festival ist auf ein einmonatiges Programm angewachsen – auch in diesem Jahr wieder mit dem Ziel, queerer Kultur eine Plattform zu geben und einen Ort zu schaffen, an dem niemand sich verstecken oder anpassen muss. Das Jubiläumsprogramm lädt darum einmal mehr dazu ein, die Scheuklappen zuhause zu lassen, um gemeinsam vielfältige Veranstaltungen und großartige Künstler*innen zu erleben.

Zur offiziellen Eröffnung des Queer-Festivals richtet die Stadt Heidelberg am Freitag, 4. Mai 2018, einen abendlichen Empfang für geladene Gäste im Karlstorbahnhof aus. Nach Reden von Bürgermeister Wolfgang Erichson und der queeren Community Heidelbergs gibt es einen Auftritt des Szene-Stars Georgette Dee. Es gibt nur noch wenige Restplätze. Interessierte können sich per E-Mail an info@karlstorbahnhof.de anmelden.

Städtische Antidiskriminierungsarbeit
Die Stadt Heidelberg möchte künftig noch konsequenter gegen Diskriminierung, Vorurteile und Ausgrenzung, gegen Homo- und Trans*phobie vorgehen und das friedliche Zusammenleben ihrer Einwohnerinnen und Einwohner fördern. Der „Runde Tisch sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“, gegründet im Oktober 2016, ist Teil dieser Anstrengungen. Das Amt für Chancengleichheit organisiert und unterstützt die Vernetzung der queeren Gruppen, Initiativen und Vereine aus Heidelberg und der Metropolregion.

Mit dem Beitritt zur Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus der UNESCO im März 2015 hatte sich die Stadt unter anderem zur Umsetzung eines Aktionsplans mit zehn Punkten verpflichtet. Dieser beinhaltet die Durchführung von Maßnahmen zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Über das Jahr verteilt finden darüber hinaus immer wieder Projekte zu verschiedenen Aktions- und Gedenktagen statt.

Was bedeutet queer?

Ähnlich wie „schwul“ im Deutschen war „queer“ im Englischen lange Zeit ein Schimpfwort für Menschen, die von der Norm abweichen. Ende des 20. Jahrhundert begannen Aktivisten, das Wort positiv neu zu besetzen. Heute wird das Wort „queer“ als Selbstbezeichnung nicht nur von Lesben und Schwulen verwendet, sondern auch von Bisexuellen, Intersexuellen, Transgendern, Pansexuellen, Asexuellen, BDSMlern und auch heterosexuellen Menschen, die konsensuelle Polyamorie praktizieren. Die Queer-Bewegung setzt sich für das sexuelle Selbstbestimmungsrecht ein und bekämpft den heteronormativen Druck der Gesellschaft.

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