Heidelberg – Pflege durch „Kurpfälzer Gleitschirmflieger e.V.“ wertet Königstuhl-Startplatz zum Biotop auf – Ehrenamtliche fördern biologische Vielfalt auf Wiese und Heide

Bei diesem prämierten Projekt gehen Naturschutz und Sport Hand in Hand: Der „Kurpfälzer Gleitschirmflieger e.V.“ macht das Startgelände auf dem Heidelberger Königstuhl zum Schutzraum für Flora und Fauna. Foto: Peter Hellwig

Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Seit über zehn Jahren starten die Heidelberger Gleitschirmfliegerinnen und -flieger ihre Flüge vom Gelände neben der Bergbahn auf dem Königstuhl. Der Platz bietet eine hervorragende Aussicht ins Rheintal bis hin zum Pfälzerwald. Tausende von Besuchern genießen den Fernblick jedes Jahr. Seit Anfang an pflegen die Vereinsmitglieder des „Kurpfälzer Gleitschirmflieger e.V.“ die Wiese. Dies ist eine Verpflichtung aus dem Vertrag mit der Stadt Heidelberg zur Errichtung des Startgeländes. Sie mähen das Gras, schneiden Büsche zurück und entsorgen den Müll, den unachtsame Ausflügler zurücklassen.

Mit einem weiteren Projekt verbessern sie nun die biologische Vielfalt auf der Fläche. Dafür haben sie 2016 einen der Umweltpreise der Stadt Heidelberg erhalten. Ein ortsansässiges Planungsbüro hat 2017 vor Ort eine Bestandsaufnahme der Vegetation vorgenommen mit Empfehlungen, auf welche Weise das Gebiet als Biotop aufgewertet werden könnte. Das Büro hat nun das naturfachliche Gutachten dazu vorgestellt. Der Naturpark Neckartal-Odenwald hat das Gutachten aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Lotterie Glücksspirale gefördert.

Das Ziel: Magerrasen mit vielen Blüten, Heide und ein artenreicher Waldrand

Auf der Grundlage des Gutachtens ist in Abstimmung mit dem städtischen Forstamt und dem städtischen Umweltamt ein neuer Pflegeplan entwickelt worden. Die Kurpfälzer Gleitschirmflieger erledigen die sowohl einmaligen als auch regelmäßigen Arbeiten in den nächsten Jahren ehrenamtlich. Der Pflegeplan enthält drei Schwerpunkte:

– Ein Magerrasen mit möglichst vielen Blüten soll im oberen Bereich außerhalb des Startplatzes entstehen.
– Die bestehende Heidekraut-Heide im unteren Bereich soll erhalten und verjüngt werden.
– Die gesamte Fläche soll schließlich von einem gestuften, artenreichen Waldrand eingerahmt bleiben.

Das prämierte Projekt ist ein schönes Beispiel dafür, wie Interessensgegensätze von Naturschutz, Erholung und Sport aufgelöst werden können. Besucherinnen und Besucher des Königstuhls werden gebeten, ihren Beitrag zum Naturschutz zu leisten, indem sie dort keinen Abfall hinterlassen und Rücksicht auf die Vegetation nehmen. Die Stadt will der Natur in Heidelberg mehr Raum geben und die biologische Vielfalt im Siedlungsbereich stärken. Konkret geht es darum, den Bestand vorhandener Populationen zu sichern, aber auch heimische Pflanzen und Tiere neu anzusiedeln. Infos dazu gibt es online unter www.heidelberg.de/naturundlandschaft > Biologische Vielfalt.

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