Speyer – Gläubige im Bistum Speyer feiern mit Ostergottesdiensten die Auferstehung Jesu Christi – Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann warnt vor Spaltung der Gesellschaft

        Speyer / Metropolregion Rhein-Neckar. „Ostern ist der Aufstand der Wahrheit gegen die Todesmächte dieser Welt“
        Gläubige im Bistum Speyer feiern mit Ostergottesdiensten die Auferstehung Jesu Christi – Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann warnt vor Spaltung der Gesellschaft
        Mit den Ostergottesdiensten feierten die Gläubigen im Bistum Speyer die Auferstehung Jesu Christi und damit das höchste Fest im Kirchenjahr. In der Osternacht wurde in der Vorhalle des Domes ebenso wie in vielen anderen Kirchen des Bistums das Osterfeuer entzündet. Mit der Osterkerze und dem Ruf „Lumen Christi“ wurde das Licht in die dunkle Kathedrale gebracht. Zum Gloria spielte die Orgel wieder und alle Glocken läuteten.
        „Was Ostern und damit der Kern des christlichen Glaubens ist, dem kommt man nicht rein intellektuell auf die Spur. Das erschließt sich letztlich nur über das gelebte Glaubenszeugnis von Menschen, die sich vom Geheimnis des Kreuzes prägen und verwandeln lassen“, sagte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Predigt am Ostersonntag am Beispiel des Lebensweges der heilige Edith Stein. Die Auferstehung ereigne sich nicht jenseits des Todes, sondern mitten im Tod und damit auch schon mitten im Leben. „Was wir an Ostern feiern, das ist nicht nur eine Frage über das, was wir über die Schwelle des Todes hinaus erwarten dürfen. Es ist genauso eine Aussage darüber, wie wir in dieser Welt stehen, wie wir dieses Leben meistern.“
        Wenn sich irdische Mächte an die Stelle Gottes setzen, zerfalle als erstes der Horizont der Wahrheit. „Der Effekt ist: Keiner glaubt mehr dem anderen, das Vertrauen im Herzen der Gesellschaft schwindet und die Bereitschaft wächst, ‚fake news‘ ungeprüft zu übernehmen, wenn sie in die eigene Weltsicht passen“, warnte Bischof Wiesemann. Die Wahrheit sei immer universal, niemals nationalistisch. Ohne sie gebe es keinen Frieden und keine Gerechtigkeit, keine Versöhnung und kein Miteinander. „Ein Riss geht durch unsere Gesellschaft“, betonte der Bischof und nannte es erschreckend, „wie tief das Misstrauen sitzt und wie schnell bei manchen die Bereitschaft gegeben ist, sich radikalisieren zu lassen“. Vertrauen sei das größte Kapital einer Gesellschaft. Es entstehe aber nur, wenn man gemeinsam überzeugt ist, dass die Wahrheit zu ihrem Recht kommt. Ausgrenzung und Hass gegen wen auch immer seien „kein Mut, den Mächtigen oder dem gesellschaftlichen Mainstream endlich die Wahrheit zu sagen“, sondern stünden für „die schändliche Instrumentalisierung von Ängsten der Menschen für sich selbst oder das eigene kranke Weltbild“. Vor diesem Hintergrund bezeichnete Bischof Wiesemann Ostern als den „göttlichen Aufstand der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der Versöhnung gegen die Todesmächte dieser Welt“.
        Weihbischof Georgens: „Das Kreuz wird zum Baum des Lebens“
        Die Predigt in der Karfreitagsliturgie hielt Weihbischof Otto Georgens. Die Leidensgeschichte Jesu führe vor Augen, „dass die Ursachen der giftigen Blicke und bösen Worte, die Impulse für Quälereien, Folter, Fehden und Kriegserklärungen noch immer in den Herzen der Menschen einen Platz haben“. Der Gekreuzigte entspreche in keiner Weise den Idealen unserer Gesellschaft und bleibe doch auf unfassliche Weise nahe. „In diesem Jesus spiegeln sich alle Facetten, die ein menschliches Leben ausmachen und prägen können.“ Sein Schicksal sei das Schicksal vieler Menschen: „Denken wir nur an die Gefährdungen unseres eigenen Lebens und an das Leid ganzer Völker – im Irak, in Syrien, in Afghanistan und überall dort, wo menschliches Leben mit Füßen getreten und vernichtet wird.“ Und doch werde das „durchkreuzte Leben, der Marterpfahl des Kreuzes“ zum Baum des Lebens. Am Leben Jesu werde Gottes Liebe greifbar und erfahrbar. Sein Schicksal zeige, dass Menschen die von Gott geschenkte Würde und Einmaligkeit niemals verlieren. „Auch wenn die Mitmenschen mich abschreiben und aufgeben. Ich bleibe das, was ich in den Augen Gottes bin. Von Gott werde ich ins rechte Licht gerückt, erhöht und zu Ansehen gebracht, wie auch Jesus gerade als Gekreuzigter vom Vater verherrlicht worden ist.“
        Musikalisch gestaltet wurden die Ostergottesdienste von Domorganist Markus Eichenlaub sowie verschiedenen Chören und Vokalensembles der Dommusik, den Dombläsern und der Schola Cantorum Saliensis.

        Foto (Klaus Landry)

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