Heidelberg – MLP Academics Heidelberg: Dürftige Halbzeit kostet Siegchance

        Heidelberg/Metropolregion Rhein-Neckar.
        Die MLP Academics Heidelberg haben das Auswärtsspiel des 9. Spieltags 76:87 bei den RÖMERSTROM Gladiators Trier verloren. In der Arena Trier war Johannes Joos der beste Mann auf dem Parkett.

        Der November zeigte sich bereits bei der Anfahrt der MLP Academics von seiner schlechten, von seiner ekligen Seite: Temperaturen von unter 3° Celsius, Dauerregen am Anfang und Schneefall während der Fahrt. Es war äußerst ungemütlich – und damit vergleichbar mit dem vergangenen Heidelberger Gastauftritt an der Mosel. Vor Jahresfrist unterlagen die MLP Academics mit 38 Punkten Differenz. Folglich waren sie, ebenso wie die RÖMERSTROM Gladiators, auf Wiedergutmachung aus. Trier wollte seinerseits die schwache Auswärtsleistung in Köln vergessen machen, musste bei diesem Unterfangen aber nicht nur auf Justin Alston, sondern auch auf Kilian Dietz und Simon Schmitz verzichten. Beide Akteure hatten im Vorfeld der Partie auf das Comeback gehofft, waren jedoch nicht rechtzeitig fit geworden. Bei Weitem nicht so unangenehm wie das Wetter agierten die Heidelberger von Beginn an. Die Hausherren schafften dagegen durch ihren Start, dass zunehmend Stimmung in die etwas träge wirkende Halle kam (20:12, 7. Spielminute). „Die Hausherren“ ist dabei jedoch übertrieben: Johannes Joos war der Mann des ersten Viertels. 12 Punkte machte Triers #22 in den ersten Spielminuten – ehe Frenki Ignjatovic seine Mannen zur Ansprache beorderte. Ohne den in der Folge auf der Bank sitzenden Joos klappte es aus Gästesicht da schon besser. Gut war´s jedoch noch lange nicht. Zurecht lagen die Heidelberger nach dem ersten Spielabschnitt hinten: 24:19.
        Auch der Start in Viertel zwei war aus Sicht der MLP Academics mäßig: Ein ums andere Mal wurden die defensiven Schwächen der Gladiators nicht bestraft, ein ums andere Mal verfehlten die Würfe das Ziel. Die Hausherren waren ihrerseits clever und abgezockt genug, um aus der Heidelberger Harmlosigkeit Profit zu schlagen. Bis auf 14 Punkte setzten sich die Rheinland-Pfälzer ab (39:25, 16.) – doch auch eine weitere Ignjatovic-Auszeit konnte diesen Lauf nicht stoppen. Bis zur Pause agierte Heidelberg weiterhin indisponiert und fehlerbehaftet, lag deutlich zurück und konnte sich darüber nicht einmal beschweren (50:32, 20.).

        Heidelberg ist dran – und lässt abreißen

        Trier, was bislang mit einer herausragenden Effektivität von 72 auftrat, musste jedoch irgendwann nachlassen – hofften die Heidelberger. Und zumindest nach der Pause waren die MLP Academics wieder auf Augenhöhe. Zwar gelang es (noch) nicht, den Rückstand zu vermindern, doch die Spielanteile waren ausgeglichen. Nun war das Punktedefizit tatsächlich der Trefferquote der Gäste geschuldet und nicht wie zuvor der eigenen Harmlosigkeit (62:49, 27.). Jegliche aufkommende Morgenluft wurde durch Headcoach Marco van den Berg zu diesem Zeitpunkt effektiv gestoppt, sodass Heidelberg nur marginal herankommen konnte. Nun waren die Gäste aber zumindest annähernd in Reichweite: 67:57.
        Zum Start in den Schlussabschnitt kamen die MLP Academics dann tatsächlich so richtig ran. Mit einem 8:0-Lauf kamen sie aus der Viertelpause – und vor allem Albert Kuppe präsentierte sich mit zwei Dreier treffsicher. Dennoch fand Trier in die Spur und schaffte es in atemberaubender Schnelligkeit, sich wieder auf neun Zähler abzusetzen (74:65, 33.). Heidelberg war seinerseits nicht wie zuvor plan- und ideenlos, sodass das Spiel weiterhin spannend und intensiv blieb. Weiterhin am Drücker waren aber die RÖMERSTROM Gladiators, die in der Folge einige knappe Entscheidungen zu ihren Gunsten nutzten. Diese zwei Dinge, die abgezocktere Spielgestaltung sowie die besseren Entscheidungen in der Crunchtime, sicherten Trier den verdienten Erfolg (76:87; 40.).

        Statements und Stats

        Frenki Ignjatovic: „An erster Stelle möchte ich Marco und seiner Mannschaft gratulieren. Ein verdienter Sieg. Ich habe meine Mannschaft vor so einem Auswärtsspiel gewarnt. Es gibt keine schwachen Mannschaften. Wir spielen im 1., Viertel relativ solide. Man sieht aber schon die Problematik: Die Spieler waren nicht bereit das Kontaktspiel der Trierer mitzugehen. Mit den Spielern von der Bank bin ich heute extrem unzufrieden. Wenn diese Jungs dann genau so schlecht weitermachen wie die Jungs davor, dann ist es natürlich sehr schwierig. In der Halbzeit habe ich meine Jungs dann gefragt, woran es liegt. Und alle hatten darauf eine Antwort. Eine Mannschaft, die von -20 zurückkommt, hat dann am Ende keine Energie mehr. Aber wir haben heute aufgrund einer indiskutablen und schlechten Leistung im zweiten Viertel verloren. Deshalb will ich die Schiedsrichter auch nicht so sehr kritisieren. Aber was einer dieser drei Kollegen da abliefert, fand ich absolut nicht in Ordnung. Aber nochmal: Meine Gratulation geht an Marco und seine Mannschaft. Auch wenn es heute weh tat, freue ich mich, dass ein ehemaliger Spieler von mir, Johannes Joos, einen so guten Job gemacht hat.“

        Marco van den Berg: „Danke Frenki für die netten Worte. Ich kann seine Analyse 100% teilen. Wir wussten, dass es ein sehr wichtiges Spiel für uns ist, das dritte Spiel hintereinander, welches ein Must-win-Spiel war. Wichtig ist, dass unsere Mannschaft wächst. Unser Ballmovement war wieder da, anders als zuletzt. Dass war richtig gut. Heidelberg ist hervorragend, lasst uns das nicht vergessen. Es ist schön, dass Johannes sein Potenzial immer mehr zeigt. Bezüglich der ganzen Mannschaft waren die Konstanz und die vielen Ballverluste aber schwach. Anton hat uns heute hervorragend geholfen, da bin ich auch sehr zufrieden.“

        Für Trier spielten: Johannes Joos 30 Punkte/12 Rebounds, Kevin Smit 13, Anton Shoutvin 13, Stefan Ilzhöfer 9, Jermaine Bucknor 7, Luka Buntic 6, Kyle Dranginis 5, Thomas Grün 4, Lucien Schmikale und Rupert Hennen.

        Für Heidelberg spielten: Shy Ely 17 Punkte, Niklas Ney 15, Evan McGaughey 12, Albert Kuppe 11, Jaleen Smith 10, Carson Puriefoy 5, Niklas Würzner 4, Martin Seiferth 2, Lennart Steffen und Lukas Rosenbohm.
        Lukas Robert

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