Heidelberg – Kinderbetreuung: Heidelberg möchte Plätze weiter ausbauen: Geburtenzahlen höchste seit der Jahrtausendwende

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar (red/ak) – Die Stadt Heidelberg will im kommenden Kindergartenjahr 2017/2018 ihr Angebot an Betreuungsplätzen weiter ausbauen. Knapp 170 neue Plätze in Krippen und Kindergärten sollen dafür neu eingerichtet werden. Sie sollen vor allem in den Stadtteilen Bahnstadt und Pfaffengrund entstehen. Über eine entsprechende Umsetzung der Bedarfsplanung der Verwaltung entscheidet der Jugendhilfeausschuss am 30. Mai 2017. Mit einer Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren von rund 51,3 Prozent und einer Vollversorgung im Kindergartenbereich (3 bis 6 Jahre) ist die Stadt damit weiterhin im Spitzenbereich in Baden-Württemberg und im vorderen Bereich der westlichen Bundesländer. Für die Kinderbetreuung investiert die Stadt 2017 und 2018 insgesamt mehr als 147 Millionen Euro. „Heidelberg ist eine junge Stadt, die in hohem Maße attraktiv für Familien ist. Die Zahl der Geburten ist mit 1.544 im Jahr 2016 die höchste seit der Jahrtausendwende. Das ist eine wunderbare Entwicklung, aber planerisch auch eine große Herausforderung“, sagt Bürgermeister Dr. Joachim Gerner. „Im Bereich der Kinderbetreuung können wir seit Jahren Spitzenwerte aufweisen. Die Entwicklung zeigt aber: Es wird enger. Wir müssen die Betreuungsplätze in allen Segmenten stärker ausbauen, wenn wir das Niveau halten wollen.“ Zum Kindergartenjahr 2017/2018 werden im Kleinkindbereich 4.231 Kinder erwartet, knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahr; im Kindergartenbereich liegt die Steigerung bei 3,2 Prozent (4.380 Kinder). Durch Nachverdichtung und Zuzüge in den neuen Stadtteil Bahnstadt und auf den Konversionsflächen wird die Zahl der Kinder in Heideberg auch künftig enorm ansteigen.
        Der Fokus beim Ausbau der Kinderbetreuungsplätze liegt in den kommenden Jahren insbesondere auf den Stadtteilen Bahnstadt, Boxberg/Emmertsgrund, Kirchheim und auf den Konversionsflächen Südstadt und Hospital. „Wir brauchen in den kommenden Jahren zusätzlich mindestens 200 Kindergartenplätze und 100 Krippenplätze pro Jahr. Nur so können wir das bisherige Versorgungsniveau halten“, erklärt Myriam Lasso, Leiterin des Kinder- und Jugendamts der Stadt Heidelberg.
        Im Kindergartenjahr 2017/2018 soll wie in den vergangenen Jahren wieder gelten, dass im Bereich der Altersgruppe von Kindern bis zu drei Jahren Plätze vorrangig an Heidelberger Kinder vergeben werden. Die Träger erhalten die Möglichkeit, ein Kontingent von maximal zehn Prozent aller angebotenen Plätze im Bedarfsfall an auswärtige Kinder zu vergeben.

        Die Entwicklungsschwerpunkte:

        Bahnstadt:

        Im Laufe des Kindergartenjahres 2017/2018 werden voraussichtlich 140 Krippen- und 280 Kindergartenplätze in der Bahnstadt bereitstehen. Im September 2017 und Frühjahr 2018 sollen etwas verspätet zwei neue Einrichtungen eröffnen – im Baufeld SE 1 („Heidelberg Village“) durch den Träger „Purzelzwerg“, im Baufeld Z 5b („Junges Wohnen“) durch den Träger „Mäusezauber“. Die städtische Einrichtung am Gadamerplatz B³ wird Anfang Oktober 2017 starten. Außerdem hat die Stadt im Bereich der Pfaffengrunder Terrasse Räume angemietet, in denen Tagespflegepersonen Kinder bis zu drei Jahren betreuen können.

        Boxberg und Emmertsgrund

        Im Stadtteil Boxberg sind seit Kurzem steigende Kinderzahlen bei den Kindern unter drei Jahren zu beobachten. Die Kinderzahlen im Stadtteil Emmertsgrund hingegen sind sowohl im Kleinkind-, als auch im Kindergartenbereich stabil. Große Hoffnungen, den erforderlichen Platzausbau zu schaffen, wurden in das IBA-Projekt Emmertsgrund mit der Evangelischen Kirche im Forum 3 gesetzt. Nach derzeitigem Stand ist dieses Projekt nicht in absehbarer Zeit umsetzbar, es ist von einer größeren zeitlichen Verzögerung auszugehen. Eine geringfügige Entspannung ist in den kommenden beiden Jahren durch den Abbau der Hortplätze in der städtischen Kindertageseinrichtung Buchwaldweg zu erwarten. Hier werden unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben neue Kindergartenplätze geschaffen. Die Suche nach zusätzlichen Immobilien für die Kinderbetreuung läuft.

        Kirchheim

        Die Zahl der Kinder unter drei Jahren in Kirchheim steigt seit 2012 stetig, sprunghafte Zunahmen gab es in der Siedlung „Höllenstein“. Hier besteht dringender Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen. Der Montessori-Verein plant eine Verlegung des Kindergartens in der Hardtstraße auf die Konversionsfläche Hospital (Rohrbach), wo auch die Montessori-Schule untergebracht werden soll. Mit dem Bau ist frühestens 2018/2019 zu rechnen. Die städtische Kindertageseinrichtung Hardtstraße ist stark sanierungsbedürftig. Die Plätze werden in Containerbauweise bereitgestellt und das Material ist in die Jahre gekommen, eine Komplettsanierung ist nicht mehr wirtschaftlich. Es gibt Überlegungen für einen Neubau auf dem vorhandenen Grundstück, verbunden mit einer Ausweitung der Einrichtung auf mindestens fünf bis sechs Gruppen.

        Konversionsflächen

        Auf den Konversionsflächen Südstadt gibt es bereits konkrete Planungen zu den Standorten für Kindertageseinrichtungen. In diesem Gebiet sollen insgesamt im Kleinkindbereich 70 bis 80 Plätze und im Kindergartenbereich 160 bis 180 Plätze geschaffen werden. Kurz vor der Eröffnung ist eine Einrichtung für Krippenkinder in der Römerstraße 133/135.

        Auf der Konversionsfläche Hospital ist bisher noch keine Kindertageseinrichtung vorhanden. Bei den weiteren Planungen soll eine Einrichtung mit vier Gruppen vorgesehen werden. Der Montessori-Verein plant die Verlegung seiner Schule und des Kindergartens in der Hardtstraße an den Standort Hospital.

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