Heidelberg – Teure Unwetterschäden im Wald: Gemeinderat gibt über 600.000 Euro für Sanierungen frei

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        Nach dem Unwetter Ende Mai 2016 sind bei einem Hangrutsch die Erdmassen erst kurz vor einem Gebäude im Elisabethenweg zum Stehen gekommen. Foto: Stadt Heidelberg

         

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar (red/ak) – Überschwemmungen, Unterspülungen, Hangrutsche: Das Tiefdruckgebiet „Elvira“ hat Ende Mai 2016 im Heidelberger Stadtwald derart gewütet, dass die Stadt für die Sanierung nun tief in die Tasche greifen muss. Besonders betroffen sind zwei Bereiche im Wald – rund um die Hirschgasse in Neuenheim und oberhalb des Elisabethenweges – und das umgebende Gelände. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 16. Februar 2017, 605.000 Euro außerplanmäßige Mittel zur Verfügung gestellt.

         

        Kleine und mittlere Schäden hatten die Fachleute der Stadt Heidelberg bereits zeitnah nach dem Unwetter behoben. Neben rund einem Dutzend Waldwegen in den Revieren Handschuhsheim, Königstuhl, Rohrbach und Ziegelhausen waren Straßen und Stützmauern im Stadtgebiet in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Wald hatten die Unwetter mitunter nur zu leichter Rinnenbildung geführt, in anderen Fällen haben sich aber richtige Bäche gebildet, so dass die Wege unterbrochen waren. Bei den Sanierungsarbeiten hatte die Stadt an einigen Stellen auch gleich 19 Wasserdurchlässe, sogenannte Dohlen, eingebaut. Dafür hatte die Stadt Geld aus dem Förderprogramm „Nachhaltige Waldwirtschaft“ erhalten. Durch die Dohlen soll das Wasser in Zukunft besser abfließen. Darüber hinaus erarbeitet die Stadt aktuell ein Vorsorge-Konzept, um sich gegen die Gefahren durch Starkregen zu wappnen. Starkregenniederschläge werden in Zukunft aufgrund der Umweltveränderungen zunehmen.

         

        Hirschgasse/Schweinsbächeltal

         

        Im Schweinsbächeltal war es im Mai 2016 zu großen Überschwemmungen gekommen, als binnen weniger Stunden rund 90 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren. Die Lage hatte sich dadurch verschärft, dass die Böden durch die feuchte Witterung in den Vorwochen bereits wassergesättigt waren. Der Großteil des Regenwassers floss deshalb talwärts, unterspülte Straßen und überschwemmte Gräben und Kanaleinläufe.

         

        Starke Schäden hat der obere Bereich der Hirschgasse in Neuenheim davongetragen. Um für künftigen Starkregen an dieser Stelle gewappnet zu sein, soll parallel zum Weg eine Entwässerungsleitung installiert werden. Die Funktionsweise: Bei sehr starken Regenfällen kann das Wasser dann oberhalb der Engelswiesen über die Entwässerungsleitung direkt in den Kanal abfließen. Mittelfristig muss der Abwasserzweckverband den gesamten Kanal in der Hirschgasse erneuern und größer dimensionieren. Bis dahin wird das Wasser bei Überlastung des Kanals automatisch durch eine hydraulische Anhebung der Kanaldeckel auf die Straße abgeleitet. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Arbeiten auf 260.000 Euro, wobei ein Großteil durch Eigenleistung der Stadt Heidelberg, Regiebetrieb Straßenbau, und den Abwasserzweckverband bewerkstelligt werden kann.

         

        Elisabethenweg

         

        Einen Hangrutsch haben die langanhaltenden und starken Regenfällen im Mai 2016 auf dem städtischen Nachbargrundstück der Marienhütte, im Elisabethenweg 2 in dem zur Heidelberger Altstadt gehörenden Waldgebiet verursacht. Auf einer Breite von fünf bis 15 Metern rutschte eine bis zu 1,5 Meter dicke Erdschicht ab. Die Erdmassen hatten sich unterhalb eines Forstweges gelöst, der rund 70 Meter oberhalb des Hauses verläuft. Sie kamen kurz vor dem Gebäude zum Stehen. Ein mitgerissener Baumstamm durchschlug ein Fenster, die Außenwand wurde nicht beschädigt.

         

        Nun müssen zunächst die Abbruchkante und die Randbereiche der Rutschzone gegen weitere Erosionen abgesichert werden. Außerdem muss auf der Felsschicht eine neue, ökologisch verträgliche Oberbodenschicht fixiert werden, die künftig das Oberflächenwasser zurückhält. Dies geschieht mit einem speziellen Geotextil-Vlies und 3D-Stahlgittermatten, die an der Oberfläche der Felsschicht fixiert werden. Das Landschafts- und Forstamt pflanzt zum Schluss standortheimische, flachwurzelnde Bodendecker. Im Bereich des Hangrutsches verläuft zudem ein Wanderweg, der die Rutschzone zweimal kreuzt. Auch dieser muss saniert werden. Für die Arbeiten sind insgesamt 345.000 Euro notwendig.

         

         

         

         

         

         

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