Hochdorf – Trotz Zehn-Mann-Kader: Hochdorf zeigt starke Leistung in Zweibrücken

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        Hochdorf/Metropolregion Rhein-Neckar.
        Unter schlechten Vorzeichen stand die Partie des TV Hochdorf beim SV 64 Zweibrücken, aber nachdem die Partie beim Spielstand von 33:26 für die Pfalzbiber abgepfiffen wurde, war Trainer Stefan Bullacher »sehr, sehr stolz« auf seine Mannschaft, aus der Tim Götz mit zehn und Robin Egelhof mit neun Toren herausragten.
        Die Stunden vor dem Spiel bei seiner »alten Liebe« hatte Bullacher damit verbracht, den Spielerpass seines Co-Trainers Steffen Christmann aufzutreiben; dieser spielte in der Saison 2012/2013 für den TVH. Weil Steffen Bühler und Emanuel Novo krankheitsbedingt ausfielen, Vincent Klug aufgrund seiner Schulterverletzung weiterhin nicht einsatzfähig ist und sich unter der Woche auch noch Björn van Marwick von der Mannschaft verabschiedete, standen dem Hochdorfer Übungsleiter neben seinen zwei Torleuten nur acht etatmäßige Feldspieler zur Verfügung, weshalb Christmann letztendlich tatsächlich mit dem Trikot auf der Bank saß. Er kam jedoch nicht zum Einsatz.
        Solche Probleme wird Bullacher in der kommenden Saison nicht haben. Zwar werden mit Jan Claussen, Christopher Klee (beide TuS Dansenberg), Robin Egelhof (TSG Ludwigshafen-Friesenheim) und Ladi Kovacin (zurück in die Slowakei) vier wichtige Spieler den Verein verlassen, doch mit Marvin Gerdon, Roy James (beide SG Kronau/Östringen II), Tom Jansen (Friesenheim) und Torben Waldgenbach (HV Vallendar / HSG Wetzlar) stehen diesen vier Abgängen bereits vier Neuzugänge gegenüber, bei deren Anzahl es nicht bleiben soll und auch nicht bleiben wird. »Mit Jan, Chris, Robin und Ladi verlieren wir vier sehr gute und sehr wichtige Spieler«, bedauert auch Bullacher, dass er seine Schützlinge ziehen lassen muss. »Aber wir haben nächstes Jahr ein sehr junges und schlagkräftiges Team, an dem wir alle sehr viel Spaß haben werden«, sagt er weiter und muss dabei auch zugeben, dass er bei seiner Rückkehr in die Westpfalzhalle und auch schon nach Bekanntgabe der Zugänge nicht nur einmal zu diesen beglückwünscht wurde.
        Doch die Saison 2017/2018 muss noch warten, denn in dieser Spielzeit sind noch einige Punkte zu vergeben. Auch wenn Zweibrücken auf dem letzten Tabellenplatz rangiert, wollte der TVH den Gegner nicht nur aufgrund der eigenen prekären Personalsituation nicht unterschätzen. Die beiden Mannschaften lieferten sich zu Beginn der Partie einen offenen Schlagabtausch, bei dem sich keine der beiden Mannschaften einen Vorteil herausspielen konnte. Die beiden Torhüter, Kovacin beim TVH und Rok Selakovic beim SV 64, kamen beide gut ins Spiel und unterstützten ihre Mannschaften als sicherer Rückhalt. Beim 9:7 durch Tim Götz waren die Gäste erstmals auf zwei Treffer davongezogen, und von da an sollten die Pfalzbiber das Kommando in dieser Partie übernehmen. Zwar konnte Zweibrücken beim 9:9 nochmals ausgleichen, doch ab diesem Zeitpunkt lag ständig der TV Hochdorf in Führung.
        Benedikt Bayer erhöhte mit einem seiner vier Treffer kurz vor der Pause auf 14:10; auch zwei Zeitstrafen gegen Nikola Sorda und Daniel Lanninger konnten den Aufwind der Vorderpfälzer unmittelbar vor und nach dem Seitenwechsel nicht abschwächen, sodass spätestens nach 35 Minuten klar war, dass der TVH alles daran setzen würde, seine Siegambitionen in die Tat umzusetzen. Beim 22:14 nach 41 Minuten schien die Partie schon gelaufen zu sein, weil den Hochdorfern wirklich alles in die Karten spielte: das Torwart-Duell wurde gewonnen, die Abwehr um den bärenstarken Mittelblocker Christopher Klee ließ deutlich weniger Großchancen zu als die Zweibrücker Defensive und auch in Sachen Kampfgeist konnte man den acht Hochdorfer Mannen ebenso absolut keinen Vorwurf machen.
        Zweibrückens Trainer Tony Hennersdorf musste ob des drohenden Debakels alles in die Waagschale werfen, ließ eine offensive Deckung spielen und brachte im Angriff den zusätzlichen Feldspieler. Sein Vorgänger und Gegenüber Bullacher reagierte seinerseits mit einem auf den ersten Blick etwas unorthodoxen taktischen Mittel: einem Torwartwechsel. Nachdem Kovacin, der insgesamt eine klasse Leistung bot, mehrere Tore von Außen in Folge kassierte, wurde Lennart Schulte für ihn eingewechselt. »Durch den zusätzlichen Feldspieler werden viel weniger Würfe aus dem Rückraum genommen, sondern vermehrt der Abschluss über Außen gesucht«, erklärt der TVH-Coach. »Lennart hat im Hinspiel von Außen das Tor vernagelt, und das hat er auch heute gemacht. Er und Ladi haben sich heute mal wieder exzellent ergänzt«, hat er für seine beiden Torleute ein Sonderlob übrig.
        Tatsächlich war Zweibrücken zwischenzeitlich wieder auf 19:23 herangekommen, doch durch eine Mischung aus unbändigem Kampfgeist und Siegeswillen sowie spielerische Klasse erstickten die Pfalzbiber die Bemühungen ihres Gegners, die Partie noch einmal zu drehen, im Keim. Spätestens als Sorda acht Minuten vor Schlusspfiff auf 28:20 erhöhte, waren auch die letzten Zweifel beseitigt. Während sich bei Hochdorf in den Schlussminuten die gleichen Spieler wie zu Spielbeginn auf dem Feld standen und an ihr absolutes konditionelles Limit gehen mussten, konnte SV-Coach Hennersdorf seinen Talenten Tom Grieser, Kian Schwarzer, Marc-Robin Eisel und Niklas Bayer Spielzeit verschaffen, die von diesen allesamt gut genutzt wurde. Am Endergebnis von 26:33 konnten aber auch die neusten Youngsters der berüchtigten Zweibrücker Jugendarbeit nichts ändern.
        »Ich bin sehr stolz, dass wir hier mit nur acht Feldspielern gewonnen haben. Ich hatte einen großen Respekt vor dieser Aufgabe und bin selbst sehr überrascht, wie souverän wir dieses Spiel, gerade hinten heraus, gewinnen konnten«, zeigte sich Bullacher durchweg zufrieden. Seine Mannschaft hat nun zwei Wochen Zeit, um sich auf die kommende Aufgabe vorzubereiten — und die Kranken und Verletzten haben sogar eine Woche mehr Zeit als sonst, um schnellstmöglich wieder fit zu werden. Am 04. März gastiert dann der HC Oppenweiler/Backnang im Hochdorfer Sportzentrum. Mit dem HCOB hat der TVH noch eine Rechnung zu begleichen, sah man beim 28:36 im Hinspiel doch sehr unglücklich aus. Mit einer spielerischen und kämpferischen Leistung wie heute und den heimischen Zuschauern im Rücken, soll die Revanche jedoch klappen.
        Für den SV 64 Zweibrücken spielten: Selakovic, Berz – Wöschler (5), D. Götz (5/3), Bayer (1) – Zellmer (2), Alt (2) – Sema – Hammann (3), Huber (1), Eisel (3), Schwarzer (3), Grieser (1), Oetzel.
        Für den TV Hochdorf spielten: Kovacin, Schulte – Claussen (1), T. Götz (10/5), Egelhof (9) – Schwenzer (2), Lanninger (5) – Sorda (2) – Bayer (4), Christmann, Klee.
        Das Bild zeigt Trainer Stefan Bullacher, der nach 21 Jahren als Coach und Jugendkoordinator beim SV 64 erstmalig wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte, und seinen Co-Trainer Steffen Christmann, der sich aufgrund der Verletztenmisere heute selbst das Trikot überstreifte.

        Text: Tobias Faller
        Bild: Milo Foto

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