Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar – Die Konjunkturlage ist stabil, aber die Stimmung hat sich leicht eingetrübt. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz. Die geschäftlichen Perspektiven im In- und Ausland stufen die Betriebe derzeit mit größerer Skepsis als bisher ein. Die Investitionen kommen nach wie vor nicht in Schwung. Die Gründe für diese Zurückhaltung sind vielfältig: Die Rahmenbedingungen für die Konjunktur haben sich in letzter Zeit eher verschlechtert als verbessert, wichtige Handelspartner wie die USA und China schwächeln. Dazu erstarkt der Euro, und die Öl- und Rohstoffpreise konsolidieren sich.
Industrie: Das aktuelle Geschäftsklima bewerten die Industrieunternehmen nicht wesentlich anders als zu Jahresbeginn. So nennen weiterhin 36% der Befragten (Jahresbeginn: 36%) ihre geschäftliche Situation „gut“, rund die Hälfte der Betriebe (genau: 52%, Jahresbeginn: 49%) stufen ihre Lage als zufriedenstellend ein. Zugleich rechnet ein Viertel der befragten Industriebetriebe (genau: 24%; Jahresbeginn: 26%) mit einer wirtschaftlichen Belebung in den nächsten 12 Monaten und jeder Zehnte befürchtet dämpfende Einflüsse (konstante 11%). Als größtes Risiko für die Geschäftsentwicklung sehen die Industrieunternehmen den weiteren Verlauf der Inlandsnachfrage (54%; Mehrfachantworten möglich), danach folgen die steigenden Arbeitskosten gleichauf mit der Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (je 37%). Beim Export gehen heute 73% aller Industriebetriebe von einer konstanten (Jahresbeginn: 60%) und spürbar weniger als bisher (20%; Jahresbeginn: 28%) von einer positiven Entwicklung aus. Die Investitionsbereitschaft der Hersteller hat sich nicht erhöht. Wie bei der letzten Umfrage wollen 53% (Jahresbeginn: 55%) ihre Budgets konstant halten, und nur konstante 22% wollen mehr Geld ausgeben. Weiterhin bleibt die Ersatzbeschaffung (68%; Mehrfachantworten möglich) das wichtigste Motiv für Investitionen, danach folgen Maßnahmen zur Rationalisierung (42%). Der Anteil der Unternehmen, die Produktinnovationen oder Kapazitätserweiterungen planen, ist gesunken (von 32% auf 26% bzw. von 31% auf 28%). Zwei Drittel (67%) der Unternehmen möchten den aktuellen Personalstand stabil halten – wie bei der letzten Umfrage –, allerdings denken inzwischen 22% (16%) über einen Arbeitsplatzabbau nach.
Handel: Mehr als die Hälfte der Händler (genau: 56%, Jahresbeginn: 53%) schätzt die derzeitige geschäftliche Lage als befriedigend, ein Drittel (33%) als gut ein (Jahresbeginn: 34%). Die Geschäftsaussichten bewerten die Händler etwas verhaltener als zu Jahresbeginn: 24% rechnen mit einem Aufwärtstrend (Jahresbeginn: 31%) und 67% (57%) gehen von einer konstanten Entwicklung aus. Wie in der Industrie sehen die Handelsunternehmen eine abflauende Inlandsnachfrage als größten Risikofaktor (52%; Mehrfachantworten möglich). Auch die steigenden Arbeitskosten (44%) und den drohenden Fachkräftemangel (32%) betrachten die Händler mit Sorge. Die Investitionsbereitschaft im Handel ist im Vergleich zur letzten Umfrage leicht gesunken: Die Ausgaben steigern wollen 22% (Jahresbeginn: 27%), 20% (26%) wollen ihren Etat kürzen. Das Hauptmotiv der geplanten Maßnahmen ist auch in diesem Wirtschaftszweig die Ersatzbeschaffung (71%; Mehrfachantworten möglich), gefolgt von Rationalisierungsmaßnahmen (28%) sowie Produktinnovationen und Kapazitätsausweitungen (je 24%). Fast drei Viertel der Befragten (genau: 74%) wollen an ihrem derzeitigen Personalstand festhalten (Jahresbeginn: 73%) und 16% (18%) denken über neue Arbeitsplätze nach, 10% wollen Personal abbauen (Jahresbeginn: 9%).
Dienstleistungen: Das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor hat sich Vergleich zur letzten Konjunkturumfrage leicht verschlechtert, bleibt aber überdurchschnittlich günstig: 43% der Unternehmen bewerten ihre Lage als gut (Jahresbeginn 51%) und 50% (44%) sprechen von einer befriedigenden Situation. Von einem gleichbleibenden Konjunkturverlauf gehen 59% (Jahresbeginn: 60%) aus, allerdings rechnen inzwischen 23% (17%) mit einer Abkühlung der Wirtschaft. Die größte Sorge bereitet den Dienstleistungsunternehmen im Moment die Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (47%; Mehrfachantworten möglich), danach folgen mit 40% die Binnennachfrage sowie mit 30% der Fachkräftemangel. Bei den Investitionen wollen die Dienstleister kaum Veränderungen vornehmen: Das Investitionsvolumen stabil halten wollen unverändert 63%, nur 20% (17%) planen höhere Ausgaben. Auch hier stehen Ersatzbeschaffungen (62%; Mehrfachantworten möglich) im Fokus. Danach folgen Rationalisierungsmaßnahmen (31%) und Investitionen zur Einführung von Produktinnovationen (28%). 73% wollen ihren Personalstand in den nächsten zwölf Monaten halten (Jahresbeginn: 69%), 11% wollen neue Stellen schaffen (15%).
Der Konjunkturbericht der IHK Pfalz beruht auf der regelmäßigen Befragung von rund 1.500 Unternehmen, überwiegend Handelsregister-Firmen aus den Wirtschaftssektoren Industrie, Handel und Dienstleistungen. Sie repräsentieren rund 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Pfalz. Die Ergebnisse sind nach Beschäftigtengrößenklassen gewichtet. Die Konjunkturberichte der IHK Pfalz finden Sie im Internet unter www.pfalz.ihk24.de, Nummer 417
Zuletzt aktualisiert am 17. Mai 2016, 14:49






































