Heidelberg/Metropolregion Rhein-Neckar.Foto: Weisse Flotte Heidelberg/Andreas Förg
Krachend zerbirst die Champagnerflasche am Bug der „Königin Silvia“. Damit hat das neue Flaggschiff der Weissen Flotte offiziell einen Namen, nachdem es zuvor mit dem Flaggenwechsel in den Besitz der Heidelberger Reederei übergegangen war. Erleichterung macht sich breit bei der Taufpatin Margret Dotter von der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft, beim neuen Eigner des Schiffes, bei den Vertretern der Lux-Werft und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Weissen Flotte, die seit Monaten diesem Augenblick entgegengefiebert haben. Knapp tausend Besucherinnen und Besucher haben das neue Schiff in Heidelberg begrüßt, etwa 2000 Besucher waren tagsüber zu Gast beim Heidelberger Hafenfest, das von der Heidelberg Marketing GmbH, der Heidelberg Event GmbH und der Weissen Flotte ausgerichtet wurde.
Mit Pauken und Fanfaren des Perkeo-Fanfarenzugs nähert sich die „Königin Silvia“ majestätisch dem gespannten Publikum am Neckarlauer und dreht eine erste Runde in der Vorbeifahrt. Die Vortaufe übernimmt das Feuerwehr-Schiff, das mit ersten Wasser-Fontänen das neue Schiff begrüßt. Und schon von Weitem wird der Menschenmenge am Ufer klar, dass dieses Schiff neue Dimensionen in der Fahrgast-Schifffahrt auf dem Neckar eröffnet. Etwa hundert Meter vor dem Steiger 5 zündet an Bord der „Königin Silvia“ das Tagfeuerwerk mit Böllern und Raketen, die in den stahlblauen Himmel schießen.
„Schifffahrt in Heidelberg lebt“
„Die Schifffahrt in Heidelberg lebt“, leitet gut gelaunt Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner sein Grußwort ein und dankt Karl Hofstätter, dem Geschäftsführer der Reederei, dass dieser „immer an die Weisse Flotte geglaubt hat“. Es gebe nicht so viele Menschen, die, wie Hofstätter, „bereit sind, ins Risiko zu gehen“. Immerhin habe das neue Schiff rund 3,5 Millionen Euro gekostet. Er freue sich zudem, dass die Taufe in einem so feierlichen Rahmen ablaufe, dass Geistliche beider Konfessionen das Schiff segnen, dass so viele Stadträte und der Bundestagsabgeordnete Lothar Binding anwesend seien. Besonders aber freue er sich über das Schiff, das so „modern und gleichzeitig majestätisch und solide“ daherkomme. Er dankte allen, die zum Gelingen des Schiffsprojektes beigetragen hätten und wünschte dem Schiff, seiner Besatzung und den Passagieren allzeit gute Fahrt. „Vielen Dank für dieses großartige Engagement!“, schließt der Oberbürgermeister sein Grußwort.
Traditionell steht nach der Tauffeier eines Schiffes die Jungfernfahrt auf dem Programm und sie soll zeigen, dass das „Schiff auch hält, was es verspricht …“, wie die Moderatorin Vera Cornelius süffisant bemerkt. Gegen 13.20 Uhr heißt es zum ersten Mal „Leinen los“ – und das 59 Meter lange Schiff setzt sich in Richtung Stift Neuburg fast lautlos in Bewegung, begleitet vom Hupen aller anderen Schiffe und Yachten, die die Taufe vom Wasser aus begleiten. Die erste Bewährungsprobe besteht das Schiff an der Karlstorschleuse, als das Führerhaus wegen der geringen Steghöhe automatisch abgesenkt wird. Dies ist an einigen Stellen, vor allem neckaraufwärts, nötig, wo Brücken zu tief auf den Neckar herabragen. Obacht gilt es dann auch für diejenigen, die auf dem Oberdeck an der Bar stehen, denn auch dort senkt sich das Sonnendach ab, um nicht mit den Brücken oder Stegen zu kollidieren.
Glücksbringer für „Königin Silvia“ aus Burma
Mathias Schiemer, Geschäftsführer der Heidelberg Marketing GmbH, freut sich bei seinem Grußwort ebenfalls über das neue Schiff, das auch neue Optionen für das Heidelberg-Marketing birgt. Er hatte als Gastgeschenk einen burmesischen Glücksbringer aus Blattgold mitgebracht. Tatsächlich knüpft dieses Geschenk ebenfalls an die Traditionen der Schifffahrtsgesellschaften an. Schon bei der Kiellegung verewigen sie eine Münze im Schiffsrumpf.
Elmar Miebach von der Lux-Werft bei Bonn erinnert vor dem Flaggenwechsel an die lange Zeit des Überlegens und den Planens, bis die Idee des neuen Schiffes Gestalt annehmen und gebaut werden konnte: „Was lange währt, wird endlich gut“, fasst er diese Zeit zusammen und dankt Karl Hofstätter für das große Vertrauen in die Werft. Mit ein bisschen Wehmut, aber auch mit Freude über das neue Schiff nehme er von der „Königin Silvia“ Abschied. Als Geschenk der Werft gibt es die Silhouette der „Königin Silvia“, gefertigt aus Metall.
Ein Gruß an alle Heidelberger von Königin Silvia
Margret Dotter, die Vorsitzende der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft ist die Taufpatin des neuen Schiffs. Sie erläutert den langen Weg von der ersten Anfrage beim Königshaus, ob das neue Schiff den Namen der schwedischen Königin tragen dürfe. Zunächst habe sich der Hofflorist des schwedischen Königshauses, Hans-Peter Mathes aus Heidelberg Handschuhsheim, dieser Anfrage persönlich angenommen. Nachdem die Erlaubnis von Königin Silvia zur Namensgebung erteilt worden sei, sei sie eingeschaltet worden, um die Abstimmungen zwischen der Reederei und dem Königshaus vorzunehmen, etwa die Genehmigung für den Schriftzug oder die Platzierung eines Fotos der Königin im Innern des Schiffes. Als Schwedin sei sie besonders stolz darauf, dass ein deutsches Schiff den Namen der schwedischen Königin trage – und zwar in der Stadt, in der sie lebe. Sie halte dies für eine besonders schöne Art der Völkerverständigung. Königin Silvia grüße alle Heidelberger und sie fühle sich geehrt, dass ein Schiff in Heidelberg auf ihren Namen getauft würde.
Jungfernfahrt souverän gemeistert
Ebenso wie die ersten Tests nach dem Stapellauf und die Überführung von der Werft bei Bonn, verläuft auch die Jungfernfahrt ohne besondere Vorkommnisse. Nur der Kapitän, Karl Hofstätter, gesteht nach der Jungfernfahrt: „Für heute ist es genug. Es ist schon ganz schön anstrengend, mit diesem neuen Schiff“. Und zum Muttertag geht es ja dann gleich wieder auf große Fahrt, zur ersten regulären Dienstfahrt der „Königin Silvia“. Entspannung aber macht sich bei den Gästen der Jungfernfahrt breit, sichtlich genießen sie das ruhige Dahingleiten auf dem größten Fahrgastschiff, das derzeit auf dem Neckar fährt. Auf dem Unterdeck spielt eine Jazzcombo aus Neckargemünd dezent im Hintergrund und trotz der ersten Hitze des Jahres sitzen die Passagiere hier angenehm klimatisiert, während an großen Panoramascheiben die frühsommerliche Landschaft vorübergleitet. Auch oben auf dem Sonnendeck ist die Stimmung gut, für Sonnenanbeter ist hier ebenso Platz wie für jene, die das warme Wetter lieber im Schatten genießen.
Erstes Hafenfest in Heidelberg geglückt
Mit tatkräftiger Unterstützung der Heidelberg Marketing GmbH und der Heidelberg Event GmbH hat die Weisse Flotte Heidelberg die Ankunft der „Königin Silvia“ gefeiert und das erste Hafenfest durchgeführt. Nach ersten Schätzungen der Heidelberg Event GmbH waren – auf den ganzen Tag verteilt – fast 2000 Menschen am Neckarlauer zur Gast, bei Taufe und beim Hafenfest. Blau – Gelb, das sind die Farben der schwedischen Flagge und es sind die bestimmenden Farben dieses Festes, bei dem gleich nach der Schiffstaufe fast 500 blaue und gelbe Luftballons in den Himmel steigen und symbolisch die Botschaft vom neuen Schiff in die Region tragen. Die Begleitmusik zum Hafenfest spielen die „Heidelberg Starfighters“. Genüsslich lauschen die Gäste des Festes den Klängen der Kultband, lassen sich bei Kaffee und Kuchen, Sekt und andere Getränke oder einem Eis gemütlich am Neckarufer nieder und betrachten das Treiben – während eine Hüpfburg viele Kinder in ihren Bann zieht. Nach Ansicht des Heidelberg Marketing-Chefs Mathias Schiemer und Vera Cornelius, der Geschäftsführerin von Heidelberg Event, ist ein solches Hafenfest durchaus als regelmäßiges Fest für Heidelberg denkbar. Vielleicht kann es die Heidelberger ein wenig näher an ihren Fluss bringen und auf den Gedanken, dass auch sie sich mit den Schiffen der Weissen Flotte ab und zu einmal ein paar schöne Stunden auf dem Neckar gönnen können. (Video folgt in Kürze)
Quelle Weisse Flotte
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Zuletzt aktualisiert am 22. Juni 2016, 21:58



































