Ludwigshafen – Diskussionsveranstaltung im Ernst-Bloch-Zentrum: “Lebensraum Stadt – Raum für Utopie?”

Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar – Gäste aus Kultur und Wissenschaft diskutieren im Ernst-Bloch-Zentrum, Walzmühlstraße 63, am Dienstag, 9. Juni 2015, um 18 Uhr über das kreative Potential von Städten. Die Veranstaltung “Lebensraum Stadt – Raum für Utopie?” der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz in Kooperation mit dem Ernst-Bloch-Zentrum ist Teil der Reihe “Kreative Stadt” und widmet sich dem kreativen Umgang mit dem öffentlichem Raum. Gäste auf dem Podium sind Prof. Dr. Oliver Scheytt, Prof. Dr. Annette Spellerberg, Wulf Kramer, Schirin Kretschmann und Öykü Özsoy. Die Veranstal-tung wird moderiert von Kai Uwe Weidlich. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Frage nach der Gestal-tung der Stadt als gemeinsamen Lebensraum und welche Rolle dabei Architektur und Stadtplanung sowie Institutionen und nicht zuletzt Bürgerinnen und Bürger selbst spielen. Ein spannendes Thema in Bezug auf Ludwigshafen und andere rheinland-pfälzische Städte ist die Planung und Nutzung des öffentlichen Raums. Wie können (ungenutzte) Freiräume gestaltet und belebt werden? Wie nimmt die Stadtbevölkerung die sich ständig wandelnde Stadt wahr, wie interagiert sie mit ihr, gestaltet sie mit? Kunst im weitesten Sinne kann Veränderungsprozesse anstoßen und konstitutiv für die Herausbildung einer kulturellen Identität sein. Welche soziopolitische Wirkung haben künstleri-sche Interventionen, die gestaltend in den Stadtraum eingreifen? Mit Gästen aus den Bereichen Kunst, Stadtplanung und Raumsoziologie wird das kreative und kulturelle Potenzial der Stadt Ludwigshafen diskutiert und Impulse für einen kreativen Umgang mit dem öffentlichen Raum gesetzt. Die Veranstaltung wird umrahmt von einem Grußwort der Vorsitzenden der ZIRP, Margret Suckale und mit einem resümierenden Schlusswort des Leiters des Ernst-Bloch-Zentrums, Dr. Klaus Kufeld. Die aktuelle Sonderausstellung des Ernst-Bloch-Zentrums in Kooperation mit dem Wilhelm-Hack-Museum “Helden der Stadt” bietet einen idealen Rahmen zu der Veranstaltung. Die Ausstel-lung thematisiert unter anderem die kreative Nutzung und Be-setzung des öffentlichen Raums durch urbane Phänomene wie Urban Gardening, Urban Knitting und Zwischennutzungen. Prof. Dr. Oliver Scheytt gilt als Vordenker der Kulturpolitik und des Kulturmanagements in Deutschland. Mehr als 25 Jahre wirkte er in Führungspositionen der öffentlichen Verwaltung so-wie von Großprojekten der Stadt- und Regionalentwicklung. Von 1993 bis 2009 war Oliver Scheytt Kulturdezernent der Stadt Es-sen sowie viele Jahre auch Beigeordneter für Bildung und Ju-gend, Grün und Gruga. Als Moderator steuerte er ab 2004 die erfolgreiche Bewerbung “Essen für das Ruhrgebiet. Kultur-hauptstadt Europas 2010” und war von 2006 bis 2012 Ge-schäftsführer der RUHR.2010 GmbH. Dafür gab es unter ande-rem die Auszeichnungen “Deutscher PR-Preis in Gold” in den Jahren 2005 und 2006 sowie die “Kulturmarke des Jahres 2010”. Prof. Dr. Annette Spellerberg ist Dekanin des Fachbereiches Raum- und Umweltplanug an der TU Kaiserslautern. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Stadt- und Regio-nalsoziologie, Sozialstrukturanalyse und Lebensstilforschung.
Wulf Kramer ist Architekt und Mitgründer von Yalla Yalla! – stu-dio for change. Das Mannheimer Planungsbüro ist spezialisiert auf Bauten, neu oder im Bestand, urbanen Interventionen und gemeinschaftlichen Formen der Stadtentwicklung. Unsere Fas-zination gilt dem urbanen und gesellschaftlichen Wandel hin zu neuen Formen der Raumaneignung, des gemeinsamen Produ-zierens und deren Auswirkungen auf die Stadt. Das Team von Yalla Yalla! – studio for change war bereits mit der Aktion “Schreibtischgeschichten” an dem Projekt “Hack and the City” (Öykü Özsoy, Wilhelm-Hack-Museum) beteiligt und die Gemü-sekisteninstallation für die Ausstellung “Helden der Stadt” im Ernst-Bloch-Zentrum realisiert.
Schirin Kretschmann, gebürtige Karlsruherin, lebt und arbeitet als freie Künstlerin in Berlin. Ihre Arbeiten sind temporäre Inter-ventionen in einem spezifischen Kontext und sind Reaktionen auf dessen physische und soziale Eigenschaften. Im Rahmen von Hack and the City hat sie 2014 fünf temporäre Interventio-nen um den Hauptbahnhof Ludwigshafen realisiert.
Öykü Özsoy stammt aus Istanbul und ist Fellow am Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen. Ihr kuratorisches Interesse richtet sich auf forschungsbasierte künstlerische Praxis und Strategien für Partizipation, Vermittlung und Wissensproduktion. In
Ludwigshafen hat sie unter anderem das Projekt “Hack and the City” betreut, welches neue Formen der Kommunikation und des Miteinanders im öffentlichen Raum thematisierte. Über sieben Monate wurde 2014 Ludwigshafen zum Ort für diverse Aktionen,
Veranstaltungen, Kunstinstallationen und Performances in Aus-einandersetzung mit dem städtischen Lebensraum.
Die Veranstaltung steht im Rahmen der im April 2014 in Mainz gestarteten Veranstaltungsreihe “Kreative Stadt”, mit der die ZIRP gemeinsam mit Kooperationspartnern vor Ort das kreativ-wirtschaftliche Potenzial der vier größten rheinland-pfälzischen Städte beleuchtet: Mainz, Trier, Ludwigshafen und Koblenz. Dabei steht immer ein den jeweiligen Standort auszeichnendes Merkmal im Vordergrund der Betrachtung. Im April 2014 disku-tierte die ZIRP in Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit Vertretern aus Politik, Medienunternehmen und Wissenschaft die Perspektiven für den Medienstandort Mainz im digitalen Zeitalter. An diese Beschäftigung mit dem medialen Fortschritt knüpfte eine weitere Veranstaltung im November 2014 in Trier an. Gemeinsam mit Vertretern des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Trier und Dipl. Ing. Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE Rheinland-Pfalz, fragte die ZIRP in der “ältesten Stadt Deutschlands” nach Potenzialen multimedialer Technik zur Vermittlung kulturellen Erbes. Ziel der Veranstaltung ist, Impulse für den modernen Umgang mit dem historischen Reichtum in Trier und anderen rheinland-pfälzischen Städten zu geben.
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter E-Mail danie-la.hartmann@zirp.de wird gebeten.

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