Walldorf – Kinderhaus in der Schulstraße entspannt die Lage – Kindergartenbedarfsplanung findet Zustimmung im Gemeinderat

Im "Kinderhaus" an der Schulstraße wird schon bald wieder das Lachen von Kindern zu hören sein (Foto: Pfeifer)
Im “Kinderhaus” an der Schulstraße wird schon bald wieder das Lachen von Kindern zu hören sein (Foto: Pfeifer)

Walldorf / Metropolregion Rhein Neckar – Am 20. Januar stellte Erster Beigeordneter Otto Steinmann dem Gemeinderat die Kindergartenbedarfsplanung 2015 vor, die einstimmig zur Kenntnis genommen wurde. Der Anpassung der Essenskosten im Kommunalen Kindergarten und im Schülerhort, die ebenfalls Thema war, stimmte der Gemeinderat zu.

 

Mit dem „Kinderhaus“ in der Schulstraße als Interimslösung, das unter Leitung des Zipfelmützen e. V. voraussichtlich im März dieses Jahres seine Pforten öffnen wird, kann Walldorf insgesamt 565 Plätze für Kinder über drei Jahren anbieten. Außerdem stehen noch 18 Notplätze zur Verfügung. In die Planung für das laufende Jahr sind für Kinder über drei Jahren außer dem neuen „Kinderhaus“ das städtische „Haus der Kinder“, der Kommunale Kindergarten, die konfessionellen Kindertagesstätten St. Peter, St. Marien und der Evangelische Kindergarten sowie der Waldkindergarten der Zipfelmützen einbezogen. Wie Steinmann ausführte, leben in Walldorf aktuell 611 Kinder dieser Altersgruppe, die einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte haben. Die steigenden Kinderzahlen – 2011 waren es in dieser Altersgruppe 552, 2014 bereits 583 Kinder – seien „ein schönes Ergebnis“, so Steinmann, das auf die Attraktivität Walldorfs und speziell die Entwicklung in Walldorf-Süd zurückzuführen sei. Im Bereich südlich der Bürgermeister-Willinger-Straße und der Wieslocher Straße seien 500 Personen gemeldet, darunter 118 Kinder bis zu sechs Jahren.

 

Das Walldorfer Betreuungsangebot erstreckt sich auf alle im Kindergartengesetz beschriebenen Betreuungsformen, von der Regelgruppe über die Tagesbetreuung und Gruppen mit verlängerter Öffnungszeit bis hin zu Mischgruppen und integrativen Gruppen. Wie der Erste Beigeordnete erläuterte, bildeten bei aktuell 26 Gruppen die drei Regelgruppen inzwischen die Ausnahme. „Dies ist eine deutliche Änderung zugunsten der so genannten Sonderformen“, stellte er fest.

 

Für Kinder unter drei Jahren stehen 140 Plätze zur Verfügung, die sich auf das „Haus der Kinder“, das „Haus der kleinen Hände“, die Krippe der Zipfelmützen in der Neuen Sozialen Mitte, das künftige Kinderhaus der Zipfelmützen und Tagesmütter verteilen.

Insgesamt kommt Walldorf auf 140 Plätze für die Jüngsten, die nach Vollendung des ersten Lebensjahrs ebenfalls einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben. Damit erreicht Walldorf eine Quote von 47 Prozent für zwei zugrundegelegte Jahrgänge oder 31 Prozent für drei Jahrgänge. Mit 47 Prozent sei Walldorf gut aufgestellt, erklärte Steinmann. Dank des neuen „Kinderhauses“ in der Schulstraße, das auch zehn Krippenplätze vorhält, könne ein „Engpass“ im Frühjahr aufgefangen werden, berichtete Steinmann. Durch die Schulanfänger erwarte man im September eine Entspannung der Situation. Für das Frühjahr 2016 sähen die Leiterinnen der Betreuungseinrichtungen jedoch einen erneuten Engpass voraus, je nachdem, wieviele junge Familien sich für Walldorf als Wohnort entschieden.

Essenskosten vereinheitlichen

Zu den Essenskosten im Kommunalen Kindergarten und im Schülerhort, die zuletzt im Jahr 2006 überprüft wurden, führte der Erste Beigeordnete aus, dass die Ausgaben und Einnahmen für städtische Kinderbetreuungseinrichtungen überprüft worden seien. In den beiden genannten Einrichtungen habe sich Handlungsbedarf ergeben. Für den Kommunalen Kindergarten schlug die Verwaltung daher eine Erhöhung von derzeit 39 Euro im Monat auf 50 Euro vor und für den Schülerhort von 44 Euro auf 54 Euro. Die Kosten erhebt die Stadt nur für 11 Monate im Jahr. Im Vergleich zu den konfessionellen Kindergärten falle man damit nicht aus dem Rahmen, so Steinmann. Der Evangelische Kindergarten erhebt 52 Euro im Monat und die Katholischen Kindergärten 48 Euro, dies allerdings für jeweils 12 Monate. Die Anpassung bedeute auch einen Schritt zur Vereinheitlichung der Essensbeiträge, so Steinmann.

 

Abschließend nannte Steinmann den Betrag von 8,2 Millionen Euro im Jahr, den Walldorf für die Kinderbetreuung ausgibt. Zieht man die Zuschüsse des Landes ab, verbleiben noch rund 5 Millionen Euro bei der Stadt. Die „deutlich erhöhten“ Mittel aus dem Finanzausgleich von 900.000 Euro im Jahr anstelle von zuvor 300.000 Euro, hob Steinmann in diesem Zusammenhang positiv hervor.

Standort suchen

Stadträtin Hannelore Blattmann (CDU) begrüßte die Ertüchtigung des Kindergartens in der Schulstraße und dankte den Zipfelmützen für die Leitung der Einrichtung. Da sie Probleme kommen sah, falls alle Eltern für ihre Kinder den Rechtsanspruch geltend machten, mahnte sie, eine neue Einrichtung zu finden. Ein Neubau könne ja nicht so schnell gebaut werden. In Sachen Kindergarten-Neubau meinte Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD), dass der Standort hierfür „nicht egal“ sei. Ob eine weitere Einrichtung im Süden richtig sei, stellte sie in Frage und wies auf den Generationenwechsel im Walldorfer Norden hin. Insgesamt zeigte sich Andrea Schröder-Ritzrau als „stolz“ darauf, dem Bedarf gerecht werden zu können. Walldorf sei auf einem guten Weg. Auch bei den Kindern unter drei Jahren habe man die Hausaufgaben gemacht. Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) meinte, dass alle Fraktionen bei der Kinderbetreuung „an einem Strang“ zögen. Die weiteren Planungen müsse man angesichts der Entwicklung früh angehen, stellte er fest. Auch er wies auf die erhöhten Landeszuschüsse hin. „Der Kindergarten in der Schulstraße war nötig“, erklärte Dr. Günter Willinger (FDP). Er gab zu bedenken, dass bereits im Herbst rund 30 bis 40 Plätze fehlen könnten. Um einen neuen Kindergarten müsse man sich „ernsthaft und dringend“ Gedanken machen. Nicht zu vergessen sei, dass man auch entsprechendes Personal brauche.

 

Die Erhöhung der Essenskosten trugen alle Fraktionen mit.

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