Ludwigshafen – Mehr Schotter in der Lohntüte für 1.630 Baubeschäftigte in Ludwigshafen

        Ludwigshafen/ Metropolregion Rhein-Neckar. Mehr Fahrgeld im Portemonnaie – „Extra-Euro“ auf neuem Renten-Konto

        Lohn-Plus auf dem Bau: Die rund 1.630 Baubeschäftigten in Ludwigshafen bekommen mehr Geld. Mit dem Juni-Lohn gibt es für sie eine Tariferhöhung. Darauf hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen. „Jeder Maurer oder Straßenbauer, der einen Vollzeit-Job hat, muss mit der nächsten Abrechnung gut 95 Euro mehr in der Lohntüte haben“, sagt Manfred Kaltenbrunner.

        Der Vorsitzende des IG BAU-Bezirksverbandes Rheinhessen-Vorderpfalz zeigt sich zufrieden mit dem Tarifergebnis. „Jetzt kommt es darauf an, dass das Lohn-Plus auch tatsächlich bei den Beschäftigten ankommt“, so Manfred Kaltenbrunner. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeige, dass „es immer wieder den einen oder anderen Chef gibt, der sich vor der Erhöhung drücken will. Unterm Strich müssen ab sofort 3,1 Prozent mehr auf dem Lohnzettel stehen“.

        Das gilt auch für die rund 60 Auszubildenden auf den Baustellen in Ludwigshafen: „Ein Azubi im dritten Lehrjahr geht in diesem Monat mit 40 Euro mehr im Portemonnaie nach Hause“, so Kaltenbrunner. Mitte kommenden Jahres steigen die Löhne und Gehälter der Baubeschäftigten dann nochmals um weitere 2,6 Prozent. Voraussetzung dafür ist auch hier, dass die Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben arbeiten.

        Für viele heimische Baubeschäftigte besonders wichtig: „Es gibt ab Januar nächsten Jahres mehr Kilometergeld. Für jeden gefahrenen Kilometer 20 Cent – und damit ein Drittel mehr als bislang. Denn für die Fahrten zu den Baustellen nutzen viele Bauarbeiter Tag für Tag ihren Privatwagen. Bei den hohen Spritpreisen war längst mehr Fahrgeld fällig“, sagt der IG BAU-Bezirksvorsitzende. Die Arbeitgeber hätten das Kilometergeld zuvor jahrelang „eingefroren“.

        Darüber hinaus gibt es auf dem Bau in Ludwigshafen ein „Renten-Novum“: Erstmals bekommen Baubeschäftigte eine eigene „Bau-Tarifrente“. Manfred Kaltenbrunner: „Jeder Bauarbeiter bekommt künftig sein persönliches ‚Renten-Konto‘, auf das die Arbeitgeber ‚Extra-Renten-Euros‘ einzahlen.“ Erstmals werde ab 2016 damit eine individuelle Branchen-Zusatzrente für den Bau geschaffen. „Das ist ein soziales und rentenpolitisches Pionier-Modell, das wegweisend für andere Branchen sein wird“, so der Bezirkschef der IG BAU Rheinhessen-Vorderpfalz. Die Bau-Gewerkschaft sei damit „Sozial-Pionierin und Trendsetterin“.

        Die IG BAU habe das neue Renten-Modell am Tariftisch durchgesetzt, um die Branche attraktiver zu machen und die Bau-Beschäftigten im Rentenalter besser zu versorgen. „Wir haben darauf bestanden, dass auch schon die Auszubildenden von der Bau-Tarifrente profitieren. Für sie zahlen die Arbeitgeber künftig monatlich 20 Euro in den ‚individuellen Rententopf‘“, erläutert Kaltenbrunner die neue Bau-Altersvorsorge.

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