Ludwigshafen – Fachdienst Schulsozialarbeit wird “volljährig”

        Ludwigshafen/Metropolregion Rhein-Neckar –
        “Der Fachdienst Schulsozialarbeit wird volljährig”, unter diesem Motto steht eine zweitägige Fachtagung am 30. und 31. Oktober 2013 im Heinrich Pesch Haus. 1995 startete die Schulsozialarbeit in Ludwigshafen mit eineinhalb Planstellen, mittlerweile ist das Team auf 19 Kolleginnen und Kollegen angewachsen. Die Fachtagung will Einblicke in die vielfältige Arbeit des Fachdienstes geben, der beim Stadtjugendamt angesiedelt ist. 29 Workshops vermitteln den Teilnehmerinnen und Teilnehmern umfassende Informationen über die Projekte und Arbeitsansätze. Unter dem Leitsatz “Aus der Praxis für die Praxis” richten sich die Workshops an Eltern, Schülerinnen und Schüler, Mitarbeitende in der Jugendhilfe, Studierende der Sozialen Arbeit, politisch Verantwortliche und Kooperationspartner gleichermaßen. In die Vorbereitung und Durchführung sind auch Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte eingebunden.
        In einem Pressegespräch am Freitag, 25. Oktober 2013, infor-mierten Jugend- und Schuldezernentin Prof. Dr. Cornelia Rei-fenberg, der Leiter des Stadtjugendamtes Jürgen May und der Leiter des Bereichs Jugendförderung und Erziehungsberatung, Hans-Werner Eggemann-Dann, im Heinrich Pesch Haus über die Arbeit der Schulsozialarbeit und die zukünftige Ausrichtung des Fachdienstes. Die Schulsozialarbeit ist Kooperationspartner der Familienbildung im Heinrich Pesch Haus. Schulsozialarbeit mit ihrer Methodenvielfalt sei ein wichtiger Impulsgeber für Fa-milienbildungsangebote, betonte Ulrike Gentner, die stellvertre-tende Direktorin des HPH und Mitveranstalterin der Fachtage.
        “Wenn wir heute auf die zweitägige Fachtagung zur Schulsozialarbeit in der kommenden Woche blicken, stellt sich natürlich die Frage nach der Zukunft dieses Erfolgsmodells. Schulsozialarbeit ist für die Stadt Ludwigshafen am Rhein ein unverzichtbarer Bestandteil der pädagogischen Arbeit und ein wesentlicher Beitrag zur Chancen- und Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche. Deswegen braucht Schulsozialarbeit eine tragfähige und verlässliche Zukunftsperspektive”, so Prof. Dr. Cornelia Reifenberg. Obwohl die Förderung der Schulsozialarbeit durch Bund und Land nach dem Auslaufen des Bildungs- und Teilhabepaketes nicht annähernd zufriedenstellend für die Kommunen geklärt sei, solle es in Ludwigshafen zunächst bis zum Schuljahresende keine gravierenden Änderungen geben. “Wir wollen es nicht verantworten, mitten im Schuljahr die Grundschulen und Gymnasien ohne Unterstützung durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter alleine zu lassen. Es ist uns gelungen, eine vorübergehende Finanzierung zu finden, um für diese Schulen das laufende Schuljahr abzusichern und Zeit für erneute Verhandlungen mit Landes- und Bundesministerien zu schaffen”, erklärte Reifenberg. “Ich appelliere an dieser Stelle dringend an Bund und Land, die bestehenden, bestens funktionierenden Strukturen in der Schulsozialarbeit zu erhalten und weiterhin ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen. Hier ist jeder Cent gut angelegtes Geld”, sagte Reifenberg. Bis Ende des Schuljahres 2013/2014 werden die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter an Grundschulen und Gymnasien aus Restmitteln aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, die übertragen werden können, und einer Umsteuerung von so genannten Klassenmitbetreuungen in die Rechtsformen der Erzieherischen Hilfen bezahlt. Für die Schulsoziarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter an den Realschulen plus ,den Integrierten Gesamtschulen und der Berufsbildenden Schulen Technik 1 und Wirtschaft ist die Finanzierung auch über das Schuljahr 2013/14 hinaus gesichert, sie werden nicht über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes bezahlt.
        Die Finanzierung der Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter ist kompliziert, einige Stellen werden ausschließlich von der Stadt Ludwigshafen am Rhein oder dem Land Rheinland-Pfalz finanziert, darüber hinaus gibt es Mischfinanzierungen mit Mitteln der Stadt, des Landes und des Bildungs- und Teilhabepaketes. Die an den Grundschulen und Gymnasien eingesetzten Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter werden derzeit ausschließlich über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes finanziert, das zum 31. Dezember 2013 ausläuft. Der Fachdienst Schulsozialarbeit mit 19 Kolleginnen und Kollegen ist beim Stadtjugendamt angesiedelt, zwei Schulsozialarbeiterinnen sind dem Bereich Jugendförderung und Erziehungsberatung zugeordnet. Sieben weitere Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sind beim Land Rheinland-Pfalz beschäftigt.
        Allein im laufenden Schuljahr erreichen die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter rund 5.000 Kinder und Jugendliche. 2012 wurden rund 940 Einzelfälle und 3.885 Kinder in Klassenprojekten statistisch erfasst. Gemeinsam mit den Kollegien der Schulen agieren Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter dort, wo es im Schulalltag zu Problemen kommt. Von großen Projekten, wie dem Luftballonstart an allen Grundschulen zum Ende des vergangenen Schuljahres bis zu Einzelfallbetreuungen bieten sie differenzierte und auf die jeweilige Situation angepasste Maßnahmenpakete an. “Schulsozialarbeit ist aus dem Kanon der erzieherischen Hilfen und der Unterstützung für Familien nicht mehr wegzudenken. Sie ist ein entscheidender Bestandteil in einem System, das Kinder, Jugendliche und ihre Eltern in die Lage versetzen will, mit ihren eigenen Ressourcen Probleme anzugehen und zu lösen. Gerade bei den Übergängen in das Schulsystem oder in andere Schularten hat sich die Schulsozialarbeit bewährt. Deswegen ist es auch so wichtig, Schulsozialarbeit in allen Schularten, von der Grundschule über die weiterführenden bis zu den Berufsbildenden Schulen anzubieten”, so Hans-Werner Eggemann-Dann, Leiter des Bereichs Jugendförderung und Erziehungsberatung.
        Was vor 18 Jahren an der Schillerschule in Mundenheim und der damaligen Hans-Loschky-Hauptschule in der Gartenstadt begann, hat sich zu einem tragfähigen Netzwerk pädagogischer Kooperation von Jugendhilfe und Schule in der ganzen Stadt entwickelt. In 18 Jahren hat sich die “Werkzeugkiste” der Schulsozialarbeit mit vielen Handlungsansätzen gefüllt, die bei der Fachtagung am 30. und 31. Oktober ebenso im Mittelpunkt stehen, wie deren Weiterentwicklung für die Zukunft. “Die Fachtagung, die wir in der guten und langjährigen Tradition der Zusammenarbeit mit der Familienbildung im Heinrich Pesch Haus gemeinsam geplant und organisiert haben, bieten 29 Workshops. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich daraus ihren individuellen Stundenplan zusammenstellen. Alles was gezeigt, vorgestellt, diskutiert und geübt werden kann, ist unmittelbar für die tägliche Praxis übertagbar. Wir werden sehr selbstbewusst präsentieren, was in 18 Jahren entstanden ist. Aus unserer Sicht wäre es unverantwortlich, wenn wir dieses Angebot zukünftig nicht mehr im gewohnten Umfang machen könnten. Mit diesem Selbstbewusstsein werden wir auch in die Gespräche mit Bund und Land gehen”, erläuterte der Leiter des Stadtjugendamtes, Jürgen May.
        “Uns ist es wichtig, für Interessierte in diesen zwei Tagen die Grundlagen zu legen, mit denen sie in ihren Schulen erfolgreich arbeiten können. Die Anpassungen an die Rahmenbedingungen müssen vor Ort an den jeweiligen Schulen stattfinden, eine Garantie für das Gelingen des Basiskonzeptes können wir allerdings mitgeben”, ist May überzeugt. Daher stehe der Abschluss der Veranstaltung am zweiten Arbeitstag unter dem Titel „Working on what works ( WOWW)“. “Dass dabei dann auch die vierbeinigen Kolleginnen und Kollegen bei der Schulsozialarbeit eine Rolle spielen werden, ist selbstverständlich”, so May. Insgesamt acht Mensch-Hund-Teams sind im Einsatz und bereichern das Lern-und Erziehungsangebot in den Schulen auf besondere Weise.

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