Walldorf – Traumhafte Sommernacht mit Klassik, Jazz und Feuerwerk

        Traumhafte Sommernacht mit Klassik, Jazz und Feuerwerk
        Open-Air-Konzert im Astorpark zum 250. Geburtstag von Johann Jakob Astor

        Einen schöneren Sommerabend hätte man sich für dieses außergewöhnliche Freiluft-Konzert zum 250. Geburtstag von Walldorfs berühmtestem Bürger, Johann Jakob Astor (1763-1848), nicht wünschen können.
        Gleichzeitig feierte Walldorf am 17. Juli den Abschluss des Delegationsbesuches aus der Partnerstadt Astoria in Oregon (USA) sowie das 50. Jubiläum dieser Städtepartnerschaft. Volksfeststimmung herrschte im Park hinter dem Astorhaus. Bürgermeisterin Christiane Staab hieß die Besucher sowie die Vertreter der Partnerstadt Astoria mit ihrem Bürgermeister Willis Van Dusen sowohl in deutscher wie englischer Sprache herzlich willkommen. Mit Werken von Zeitgenossen Johann Jakob Astors begann das Open-Air-Konzert. Wolfgang Meyer (Klarinette) und Urte Lucht (Hammerflügel) hatten ansprechende Werke von bekannten und weniger bekannten Komponisten von Beethoven bis Danzi ausgewählt und führten zudem mit interessanten Hintergrundinformationen durchs Programm. Die beiden renommierten Musiker legen großen Wert darauf, dem Originalklang, wie ihn die Zeitgenossen Astors zu hören bekamen, möglichst nahe zu kommen. Urte Lucht ist eine vielbeachtete Virtuosin auf Cembalo und Hammerklavier sowie Spezialistin für die historische Aufführungspraxis. Wolfgang Meyer ist ein bekannter Klarinettist, sowohl als Solist wie auch als Kammermusikpartner. Beide spielten auf Nachbauten historischer Instrumente. Das Hammerklavier klingt leiser und weniger voluminös als das heutige Klavier und ist ein extrem empfindliches Instrument. Ein Freiluftkonzert stellt demnach ein gewisses Risiko dar, denn Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen führen schnell zu Verstimmungen und machen das Instrument nicht mehr spielbar. Für diesen Fall standen die „Fritz Neidlinger Jazz Cats“ bereit, um notfalls einzuspringen. Aber das Wetter hielt, sogar der Wind legte sich und so konnte das Publikum ein wunderschönes klassisches Konzert unter freiem Himmel genießen und anschließend noch die “Jazz Cats”.
        Die Sonate Es-Dur für Klarinette und Fortepiano von François Devienne, ein virtuoses Werk, das ursprünglich als Oboen-Sonate konzipiert war, machte den Auftakt. Mit von der Partie war die junge Cellistin Clara Grünwald. Wunderbar harmonierten die Instrumente. Der warme, weiche Klang der Klarinette passte perfekt zu dem feinen und zarten des Hammerflügels. Das Cello lieferte dazu einfühlsam das Fundament. Brillante perlende Läufen und Klangkaskaden der Klarinette beeindruckten. Hammerflügel und Klarinette traten in einen intensiven Dialog und warfen sich die Motive in atemberaubender Geschwindigkeit zu. Mit „La Chasse“ des böhmischen Komponisten Johann Ladislaus Dussek für Fortepiano solo bekam das Publikum ein Stück Programmmusik kredenzt. Wie Lucht erklärte, ging es in diesem heiteren Werk um die Darstellung einer Jagd. Buchstäblich konnte man Hunde bellen, Pferde galoppieren und Hasen wegrennen hören. Frisch und fröhlich war Hörnerklang zu vernehmen. Mit flinken Fingern und großer Virtuosität ließ Lucht Dusseks Jagdszenen zum Leben erwachen.
        Karl Stamitzs Romanze Es-Dur aus seinem Klarinettenkonzert Nr. 3 bezauberte das Publikum. Mit großem Empfindungsreichtum und Gefühl ließ Meyer sein Instrument geradezu singen und schöpfte dessen klangliches Spektrum durch alle Register gekonnt aus. Immer wieder formierten sich eingestreute Solo-Miniaturen von Hammerflügel und Klarinette zu fein nuancierten Glanzlichtern der Partitur.

        Ein Höhepunkt des Konzerts war das Duo für Klarinette und Violoncello (ursprünglich Fagott) C-Dur von Ludwig van Beethoven. Meyer spielte auf einer historischen Klarinette aus der Werkstatt von Georg Peter Astor, dem jüngeren Bruder von Johann Jakob Astor, der sich als Ins-trumentenbauer in London niedergelassen hatte. Aus seiner Vitrine im Museum im Astorhaus befreit, wurde das kostbare Instrument von Meyer zum Leben erweckt. Mit Hilfe eines Klarinettenbauers im Schwarzwald hatte Meyer für das antike Stück ein neues Mundstück anfertigen lassen, damit er es überhaupt spielen konnte. Schließlich entlockte er dem alten Instrument in Beethovens anspruchsvollem Werk wunderbare feine und edle Töne, die bestens mit den erdigen und kantabile gespielten Cellotönen harmonierten. Dem heiteren Allegro commodo folgte ein an Trillern reiches, melancholisches Larghetto sostenuto und ein kraftvolles, schnelles Rondo. Schwungvoll, mit feiner dynamischer Gestaltung und viel Herzblut spielten Meyer und Grünwald. Mühelos schufen sie weiche Übergänge von aufregend drängender Rhythmik zu zarten melancholischen Passagen.
        Nach der Pause warteten zwei weitere musikalische Leckerbissen auf das Publikum. Spritzig und perlend, gespickt mit feinen Trillern, erklang Muzio Clementis Sonate B-Dur für Fortepiano solo. Wenig bekannt ist der 1763 in Schwetzingen geborene Komponist und Karlsruher Hofkapellmeister Franz Ignaz Danzi. Der Vertreter der Mannheimer Schule war ein Wegbereiter der Romantik. Seine berühmteste Sonate B-Dur für Klarinette und Fortepiano bekam das Publikum zum Schluss zu hören. Über der quirligen Klavierbegleitung schwebte eine melancholische Klarinetten-Kantilene, während der virtuose und lebhafte Schlusssatz große Fingerfertigkeit von beiden Musikern verlangte. Mit begeistertem und lang anhaltendem Beifall bedankte sich das Publikum bei den Künstlern für dieses wunderschöne Konzert.
        Im Anschluss daran heizten die „Fritz Neidlinger Jazz Cats“ mit einigen Titeln so richtig ein. Die weit über die Region hinaus bekannte Jazz-Combo sorgte mit Swing, Dixieland und Jazz-Standards für Stimmung. Abschließend rief ein grandioses Überraschungs-Feuerwerk Begeisterung und Staunen hervor. Die traumhaft schöne Sommernacht klang danach mit weiteren Titeln der Jazz-Combo aus.
        Foto:Bürgermeisterin Christiane Staab (vorne links) und die Gäste aus Astoria freuen sich mit dem Publikum auf das Festkonzert(Fotos: Pfeifer)

        Carmen Diemer-Stachel

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