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Viernheim – Aktion „Spuren legen mit Stolpersteinen“:Andenken an sechs ermordete jüdische Familien bewahren!

Viernheim/Metropolregion Rhein-Neckar- Stolpersteine:Nachkommen der Weissmann-Familie aus Kalifornien nehmen an der Steineverlegung teil

Mark und Tara Weissmann sind „ambassadors of peace and forgivness“

Die Viernheimer Bevölkerung ist zur Teilnahme an der Stolperstein-Verlegung am kommenden Dienstag herzlich eingeladen

Vor über 70 Jahren ist Henry Weissmann vor den Nazischergen nach Amerika geflohen. Dadurch konnte er sein Leben und das seiner Eltern Siegfried und Erna Weissmann retten. Das KZ ist ihnen erspart geblieben. Andere jüdische Viernheimer Familien konnten sich nicht mehr rechtzeitig ins Ausland absetzen, wurden verhaftet, deportiert, vergast. Genau 73 Jahre nach der Flucht nach Amerika kommt nächste Woche der in Redwood (Kalifornien, USA) lebende Sohn von Henry Weissmann, Mark Weissmann nach Viernheim, in die Heimat seiner Vorfahren.

Im Internet hat er von der Viernheimer Aktion „Stolpersteine“ gelesen und will bei der Verlegung am kommenden Dienstag zusammen mit seiner Frau Tara persönlich dabei sein. Er und seine Frau zeigen sich außerordentlich interessiert, wollen Viernheim und seine Bevölkerung näher kennenlernen, die Beweggründe für die Stolperstein-Aktion wissen und näheres über die Schicksale von anderen jüdischen Viernheimer Familien erfahren. Seine Mutter Carol und sein Bruder Scott sind ebenso berührt von dieser Viernheimer Aktion, können aber leider nicht nach Viernheim kommen. In einer Mail an die Viernheimer Stadtverwaltung heißt es, die Familie schickt Mark und Tara als Botschafter von Frieden und Vergebung („ambassadors of peace and forgiveness“).

Bürgermeister Matthias Baaß freut sich sehr über die Teilnahme von Mark und Tara Weissmann bei der Verlegung der „Stolpersteine“ am kommenden Dienstag:
„Die Anwesenheit von direkten Nachkommen ehemaliger jüdischer Viernheimer Familien verleiht unserer Aktion, dem Gedenken an die ermordeten jüdischen Familien unserer Stadt, eine besondere Tiefe und Bedeutung. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo immer noch viele Menschen judenfeindlich denken, ist Erinnerung außerordentlich wichtig. Wir müssen Flagge zeigen und immer wieder an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte erinnern. Es muss sein! Denn das große Vergessen darf sich in unserer Gesellschaft nicht breitmachen. Viele junge Erwachsene können mit dem Begriff Auschwitz nichts mehr anfangen. Deshalb sind Aktionen wie die Viernheimer Aktion „Stolpersteine“ so wichtig. Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen!“

Mark ist der Sohn von Henry Weissmann. Henry (Heinrich) war Jahrgang 1936 und flüchtete mit seinen Eltern Siegfried und Erna Weissmann 1940 in die USA, zuvor waren sie 1939 nach Steinfurth verzogen. Siegfried war 1938 im KZ Dachau, 1939 musste er sein Anwesen in der Spitalstraße 2 an einen “arischen” Viehhändler verkaufen.

Zur Information:
Zur Erinnerung an die von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten sechs jüdischen Viernheimer Familien dient die von der Stadt Viernheim initiierte Aktion „Spuren legen mit Stolpersteinen“. Die ersten von insgesamt 18 Stolpersteinen werden am Dienstag, 25. Juni, um 9 Uhr am Spitalplatz verlegt. Zu dieser offiziellen Aktion sind alle Viernheimer Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

Dabei wird der Künstler Gunter Demnig auf dem Trottoir normale Pflastersteine durch gold glänzende Gedenksteine ersetzen. Sie wollen an die Opfer der Nazizeit und an Einzelschicksale jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Viernheim erinnern. Stolpersteine, über die man gedanklich stolpern soll!
Ihren Platz bekommen die Stolpersteine im direkten Umfeld der ehemaligen Häuser und Wohnungen der Naziopfer.

Die Stolpersteine werden an folgenden Zeiten an den verschiedenen Standorten verlegt:
9 Uhr Spitalplatz (ehemals Spitalstraße 2)
ca. 9.20 Uhr Rathausstraße 51 (ehemals Nr. 43)
ca. 9.40 Uhr Hügelstraße 7 (ehemals Nr. 5)
ca. 10 Uhr Hügelstraße 18
ca. 10.20 Uhr Mannheimer Straße 1/ Ecke Karl-Marx-Straße
ca. 10.40 Uhr ehemals Mannheimer Str. 9

Um 12 Uhr ist eine Ausstellungseröffnung in der Aula der Alexander-von-Humboldt-Schule mit kleinem Rahmenprogramm der Lehrer- und Schülerschaft vorgesehen. Die Ausstellung geht auf die Einzelschicksale der Familien ein.
„Auch hierzu ist die Viernheimer Bevölkerung herzlich eingeladen. Es würde uns freuen, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger teilnehmen würden“, wirbt Stadtarchivarin Gisela Wittemann um eine große Beteiligung.

Bürgermeister Matthias Baaß unterstützt diese über Patenschaften finanzierte Aktion mit Nachdruck: „Eine gute Möglichkeit, die Geschichte der Judenverfolgung auch in Viernheim im kollektiven Gedächtnis zu verankern. Ich würde mich freuen, wenn sich noch mehr Mitbürgerinnen und Mitbürger als Pate engagieren würden. Pate kann jede Privatperson werden, aber auch Vereine, Verbände, Parteien, Stiftungen, Firmen und Schulen“, so Baaß.

Eine Patenschaft kostet 120 €. Damit werden Herstellung und Verlegung der insgesamt 18 Stolpersteine finanziert. 2013. Hinter jedem Stein verbirgt sich das Schicksal eines Menschen.

Wie kann man Pate werden?
Interessierte können den Patenschaftsbetrag von 120 € auf das nachstehende Konto überweisen:
Empfänger: Stadt Viernheim
Konto-Nr.: 300 40 10
Bank: Sparkasse Starkenburg, BLZ 509 514 69
Verwendungszweck: Stolpersteine 04.2520.01

Spendenbescheinigungen werden zugeschickt (Anschrift bitte angeben).

Nähere Informationen: www.viernheim.de : Stolpersteine.

Ansprechpartnerin:
Gisela Wittemann, Tel. 929207-3, E-Mail: Gisela.Wittemann@viernheim.de

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