Mannheim -Metropolregion Rhein-Neckar – „Jeder hat ne Chance verdient“ – Ausbildung in Kooperation mit dem Förderband
Sie strengen sich an, werden Ernst genommen und vom Team des Förderbandes unterstützt. „Ich habe 1994 die Bäckerei Kuhtz von meinen Eltern übernommen und seit 1999 bilde ich Bäcker und Verkäuferinnen aus“, spricht Juliane Ockert, Bäckermeisterin, von ihrer jahrelangen Erfahrung. „Wir haben derzeit zwei Auszubildende, die das Förderband vermittelt hat“, sagt sie und würde gerne andere Betriebe dazu animieren ebenfalls Jugendliche auszubilden, die sich in vielen vielen Dingen erst mal schwer tun.
„ Ich muss öfter mal etwas erklären, Dinge wiederholen, intensiver hinschauen und auch fragen wie es in der Schule läuft“, erzählt sie und ist überzeugt, dass jeder eine oder auch eine zweite Chance verdient. „Ich arbeite mit dem Förderband zusammen, denn die Begleiter unterstützen die jungen Leute genau da wo sie es brauchen“, meint sie und betont, dass es wichtig sei, die gleichen Voraussetzungen für alle zu schaffen. Sie beschäftigt drei Verkäuferinnen zwei in Teilzeit eine in Vollzeit, am Samstag müssen sie zu fünft im Laden stehen, da der Andrang so groß ist. Die Azubis sind voll integriert und packen fleißig mit an.
Simon B, 19 Jahre wollte eigentlich Bäcker werden, aber gleich im Praktikum hat Ockert gemerkt, dass das nichts wird. Er hat sich dann für den Beruf des Verkäufers im Lebensmittelhandwerk entschieden. „Er wollte Kontakt zu den Kunden und stellte im Supermarkt fest, dass das in so einem großen Geschäft nicht möglich ist“, erinnert sich Ockert. Sie bot ihm an, einen Tag bei ihr im Laden zu helfen. Hier hatte er persönlichen Kontakt, packte die frischen Eier für die Kunden in den Karton und wusste, dass er bald auch an der Kasse arbeiten durfte. Also blieb er in dem Familienbetrieb mit der umtriebigen Chefin, die das Herz am rechten Fleck hat. Jetzt bald wird Simon das 2. Lehrjahr geschafft haben.
Das Förderband sucht neue Unternehmen, die bereit sind, jungen Menschen für ihre Ausbildung eine Chance zu geben. Die Mitarbeiter des Förderbands begleiten sowohl die Azubis als auch die Unternehmen. Gerne vermittelt das Förderband auch Praktika, so dass sich der Betrieb und der Azubi gegenseitig kennenlernen und so erfahren, was auf sie zukommt. Bislang arbeitet das Förderband mit rund 300 Betrieben in der Region zusammen. In diesen Unternehmen werden etwa 380 Jugendliche ausgebildet.
„Gute Kooperationspartner sind für uns all jene Betriebe, die sich an die Regeln der Ausbildungsordnungen halten, sich darüber hinaus für ihre Azubis einsetzen, ihnen noch mal extra was zeigen, oder sich kümmern und Verständnis haben“, formuliert Barbara Stanger vom Förderband.
„Auch wenn die Jugendlichen etwas langsamer sind und länger brauchen bis sie etwas verstehen, möchte ich auch künftig Jugendliche gemeinsam mit dem Förderband ausbilden“, ist sich Ockert sicher, die als Lehrlingswart bei der Bäckerinnung in Mannheim die Bedürfnisse der Azubis gut kennt. „Die Kooperation der Justus-von Liebig Schule mit der Innung und dem Förderband ist optimal“, betont die engagierte Bäckerin und will ihre Begeisterung für den Beruf gerne an junge Menschen weitergeben. cri
Infos zu Unternehmenskooperationen gibt beim Förderband e.V. Hanne Merk, Telefon 0621/1666119.
Zuletzt aktualisiert am 16. April 2012, 21:29

































