Heidelberg – Arbeitsagentur unterstützt kleine und mittlere Unternehmen durch die Qualifizierungsberatung
Modellprojekt in der Metropolregion Rhein-Neckar
Die Demografie gibt die Richtung vor: Der Fachkräftebedarf wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Dabei spüren die Unternehmen schon jetzt, dass es schwieriger wird, den beruflichen Nachwuchs zu gewinnen. Um ihren Fachkräftebedarf decken zu können, werden sie in Zukunft dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und dem Potenzial ihrer eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein sehr viel größeres Augenmerk schenken müssen. Weil kleine und mittlere Unternehmen (KMU) meist nicht über die erforderlichen Kapazitäten verfügen, um Personalstrategien zu entwickeln, bieten speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitgeber-Service der Arbeitsagenturen Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen den KMU in der Metropolregion ihre Unterstützung an.
Das Angebot ist Teil eines zweijährigen Kooperationsprojektes zwischen der Initiative für Beschäftigung (IfB!) und der Bundesagentur für Arbeit. In vier weiteren Regionen in Deutschland laufen ähnliche Projekte.
Nach Projektionen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird sich das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland bis 2025 demografisch bedingt um rund 7 Millionen Personen verringern. Diese Entwicklung wird sich aber weder durch eine weitere Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen noch durch Zuwanderungen aus dem Ausland ausgleichen lassen. „Um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen, müssen wir alle Register ziehen. Neben der Weiterbildung von Arbeitslosen müssen wir auch die berufliche Qualifikation der Beschäftigten verbessern“, sagte Raimund Becker, Mitglied des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit (BA). „Viele Mitarbeiter sind bereits lange in ihrem Unternehmen, haben häufig auch viel Verantwortung, könnten aber noch einiges mehr für sich und das Unternehmen erreichen, wenn sie zu Fachkräften qualifiziert würden“, so Becker.
Bei dem Modellversuch in der Metropolregion Rhein-Neckar stehen vorzugsweise die KMU-Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern im Mittelpunkt. Eigens für ihre neuen Aufgaben qualifizierte Mitarbeiterinnen des Arbeitgeber-Service der Arbeitsagenturen analysieren gemeinsam mit den Unternehmen – die meist über keine eigene Personalabteilung verfügen – die Alterszusammensetzung und zeigen auf, wie viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den nächsten Jahren das Unternehmen verlassen werden. Im Rahmen einer Bildungsbedarfsanalyse stellen sie mögliche Qualifizierungsdefizite fest und entwickeln mit den Verantwortlichen Strategien gegen den drohenden Fachkräftemangel. Sie begleiten die Unternehmen bei der Umsetzung der Qualifizierung der Mitarbeiter und informieren über vorhandene Förderungsmöglichkeiten. Die Beratung ist für die Unternehmen kostenfrei.
Ende 2011 wird das Projekt abgeschlossen werden. Eine wissenschaftliche Evaluation wird dann den Nachweis führen müssen, ob das Angebot effektiv und wirtschaftlich war. Dann wird zu entscheiden sein, ob diese Dienstleistungen bundesweit angeboten werden können.
Zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2011, 08:04



































