Ludwigshafen – Ausbildungsmarkt-Bilanz 2007/2008

        Ludwigshafen / Rhein-Neckar – Bilanz zur Situation auf dem Ausbildungsmarkt 2007/2008
        •        111 Jugendliche suchen noch einen Ausbildungsplatz
        •        Mädchen konzentrieren sich weiterhin auf nur wenige Ausbildungsberufe
        •        Handwerkskammer (HWK) und Industrie- und Handelskammer (IHK) steigern Ausbildungszahlen im Jahr 2008 erneut
        Nachfrage nach Ausbildung
        Bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ludwigshafen haben sich seit Oktober 2007 3.349 junge Menschen gemeldet, weil sie eine Ausbildungs-stelle finden wollten. Von diesen Bewerbern waren Ende September noch 111 unversorgt. Das heißt, sie hatten noch keine Lehrstelle und auch kein anderes Angebot in der Tasche. „Die Zahl der unversorgten Bewerber ist gegenüber dem Vorjahr um 68 Prozent zurückgegangen. Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich damit deutlich verbessert“, beurteilt Jürgen Czu-palla, Leiter der Agentur für Arbeit Ludwigshafen, die Lage.
        Knapp die Hälfte der Bewerber (48,5 Prozent) verfügte über einen Hauptschulabschluss, weitere 41,6 Prozent der Bewerber hatte die Mittlere Reife. Der Anteil der Bewerber, die bereits im Vorjahr oder früher aus der Schule entlassen wurden, stieg auf 57,2 Prozent aller Ausbildungsplatzbewerber (56 Prozent im Vorjahr). Insgesamt konnte die Zahl dieser sogenannten Altbe-werber jedoch stark um 300 Personen reduziert werden.
        „Unsere Berufsberater beobachten den Trend, dass Bewerber immer später mit ihrem Ausbildungswunsch auf die Agentur für Arbeit zukommen, nachdem sie zunächst alleine ihr Glück am Ausbildungsmarkt versucht haben“, erläutert Czupalla. „Es gibt vielfältige Unterstützungsangeboten der Arbeits-agenturen bei der Lehrstellensuche. Um diese Möglichkeiten nutzen zu können, ist es ratsam sich frühzeitig mit dem Thema Berufswahl auseinanderzusetzen und sich mit den Berufsberatern in Verbindung zu setzen“, so Czupal-las Angebot an die Bewerber.
        Die bei den Jugendlichen begehrtesten Ausbildungsberufe behaupten sich seit Jahren. Vor allem junge Frauen konzentrieren sich stark auf wenige Ausbildungsberufe; 54 Prozent aller Bewerberinnen konkurrierten um fünf Berufe.
        Männlich

        Rang

        Beruf

        Bewerber

        01

        Kaufmann im Einzelhandel

        146

        02

        Kraftfahrzeugmechatroniker

        134

        03

        Verkäufer

        93

        04

        Bürokaufmann

        92

        05

        Industriemechaniker

        67

        Weiblich

        Rang

        Beruf

        Bewerber

        01

        Bürokauffrau

        191

        02

        Kauffrau im Einzelhandel

        174

        03

        Verkäuferin

        174

        04

        Friseurin

        158

        05

        Medizinische Fachangestellte

        135

        Ausbildungsangebot
        Der Agentur für Arbeit Ludwigshafen wurden von Oktober 2007 bis September 2008 insgesamt 2.981 Ausbildungsplätze gemeldet. Das sind 189 Plätze weniger als im Jahr zuvor.
        Die Betriebe der Region haben seit Jahren großes Engagement in der Ausbildung an den Tag gelegt. Die Handwerkskammer der Pfalz verzeichnete zum Stichtag 3.152 Ausbildungsverträge. Das waren 123 Lehrverträge mehr (4,1 Prozent) als im Vorjahr. „Damit konnte die Handwerkskammer der Pfalz mit einem Plus von 4,1 Prozent das beste Ergebnis unter den rheinland-pfälzischen Handwerkskammern erzielen. Die durchschnittlichen rheinland-pfälzischen Einstellungszahlen im Handwerk waren um 0,5 Prozent gesunken“ so Karl Meisinger, Geschäftsbereichsleiter Berufsbildung der HWK der Pfalz.
        Bei der IHK Pfalz liegen die Zahlen noch deutlich darüber. So wurde im Durchschnitt seit Beginn des Ausbildungspaktes im Jahr 2004 die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse jährlich um sieben Prozent gesteigert. „Obwohl die offizielle Eintragungsstatistik bundesweit erst Mitte November erstellt wird, haben wir bereits zum heutigen Zeitpunkt die Zahlen des Vorjahres übertroffen, systembedingte Bereinigungen unberücksichtigt“, so Michael Böffel, Leiter des IHK-Geschäftsbereiches Ausbildung.
        Dieses gute Ergebnis war nicht zuletzt auch dem Einsatz der Ausbildungsplatzakqusiteure der IHK und der HWK geschuldet, welche durch die Agentur für Arbeit und das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz getragen werden.
        Aber auch das JOBSTARTER-Projekt „Ausbildung für alle im Handwerk“, gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Europäischen Union, trug mit 128 Lehrstellen zu diesem Erfolg bei.
        „Im Bereich der IHK Pfalz wird der von der Bundesregierung und der Wirtschaft beschlossene Ausbildungspakt nicht nur eingehalten, sondern mehr als deutlich übertroffen“, so Böffel. „Gefordert waren 210 zusätzliche Ausbildungsplätze, akquiriert haben wir 1.162“.
        Arbeitgeber suchten in diesem Jahr mit Hilfe der Arbeitsagentur am häufigsten Verkäufer/innen, Chemikanten/-innen, Industriekaufleute, Kaufleute im Einzelhandel und Bürokaufleute.
        „Die Erwartungen der Arbeitgeber an die Bewerber sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen“, erläutert Czupalla. „Neue Ausbildungsberufe sind entstanden, andere wurden aktualisiert und somit anspruchsvoller. Nicht immer können die jungen Menschen diese Qualifikationen auch bieten. Ich be-obachte jedoch auch, dass Grundlagen, wie Fleiß, Höflichkeit und ein gepflegtes Erscheinungsbild oftmals die wichtigsten Auswahlkriterien der Arbeitgeber sind“, so Czupalla weiter.
        Die Vermittler des Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur konnten den ausbildungsinteressierten Arbeitgebern in vielen Fällen mehrere geeignete Bewerber vorschlagen. Dennoch sind 117 der gemeldeten Stellen zum 30. September noch unbesetzt geblieben.
        Teilweise sind diese Angebote erst spät bei der Agentur für Arbeit gemeldet worden. Dies kommt vor, wenn der Bewerber, den der Arbeitgeber schon eingestellt hatte, im letzten Moment ein anderes Ausbildungsangebot bevorzugt hat. Manchmal ist auch die fehlende Anbindung des Arbeitgebers an öffentliche Verkehrsmittel hinderlich, wenn die jungen Bewerber noch keinen Führerschein haben.
        Aktuell gibt es noch folgende freie Ausbildungsangebote:

        Beruf

        Stellen

        Koch/Köchin

        12

        Restaurantfachmann/-frau

        10

        Friseur/-in

        8

        Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk Schwerpunkt Bäckerei

        6

        Bürokaufmann/-frau

        6

        Verkäufer/-in

        5

        Rechtsanwaltsfachangestellte(r)

        5

        Fachmann/-frau für Systemgastronomie

        5

        Kaufmann/-frau im Einzelhandel

        4

        Hotelfachmann/-frau

        4

        Angebote für die Bewerberinnen und Bewerber
        Im Verlaufe des Jahres führte die Agentur für Arbeit Ludwigshafen bereits zwei Ausbildungsstellenbörsen durch, zu denen gemeldete Bewerber eingeladen worden waren. Hier konnten sich die Jugendlichen einen Überblick über die freien Ausbildungsplätze verschaffen, oder mit einem Berater über weitere Angebote sprechen.
        „Insbesondere Jugendliche mit schulischen Defiziten, mangelnden Kenntnissen der deutschen Sprache oder sozial Benachteiligte bedürfen oft intensiver Hilfen, um im Wettbewerb um eine Ausbildungsstelle bestehen zu können“, weiß Agenturleiter Czupalla.
        „Seit dem 01. Juli gibt es den Ausbildungsbonus für Betriebe, die zusätzlich ausbilden. Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss, die bereits länger eine Ausbildung suchen, können hiervon profitieren“, erhofft sich Czupalla.
        Die IHK und die HWK veranstalten gemeinsam mit der Arbeitsagentur am 23. Oktober zum sechsten Mal die Vermittlungsaktion Chancengarantie, zu der gezielt die noch unversorgten Jugendlichen eingeladen werden. Berater der Agentur und Ausbildungsstellenakquisiteure der Kammern suchen mit den Bewerbern nach freien Ausbildungsplätzen oder unterbreiten alternative An-gebote. Bereits im letzten Jahr konnten alle ausbildungswilligen und –fähigen Jugendlichen zum 31.12. vermittelt werden.
        Eine mögliche Alternative zum sofortigen Ausbildungsbeginn kann die Ein-stiegsqualifizierung sein. Es handelt sich dabei um geförderte betriebliche Praktika. Die HWK der Pfalz konnte eine Steigerung der zur Verfügung gestellten Plätze in den Betrieben um 45,2 Prozent registrieren. Die IHK Pfalz hat die Einwerbung von Plätzen für die Einstiegsqualifizierung eingestellt, da den offenen Stellen zu wenige Bewerber gegenüber stehen. Die Einstiegsqualifizierungen haben sich aus Sicht aller Beteiligten immer wieder als Sprungbrett in berufliche Ausbildung bewährt. Etwa drei von vier Teilnehmern ist im Anschluss der Übergang in eine betriebliche Ausbildung gelungen.

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