SAP- Gesundheitswesen kann 400 Mill. Einsparen

        Walldorf / Rhein-Neckar – Neue Studie von SAP und Accenture belegt: IT-Plattformen nutzen Krankenhäusern und Patienten gleichermaßen – Aus E-Health wird €-Health: Deutsches Gesundheitswesen hat Einsparpotentiale von 400 Mio. Euro pro Jahr
        IT-Plattformen, über die Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte zusammenarbeiten, weisen für das deutsche Gesundheitswesen ein Einsparpotential von rund 400 Millionen Euro pro Jahr auf. Außerdem rechnet sich die Einführung solcher Plattformen bereits für das einzelne Krankenhaus. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von SAP gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Accenture durchgeführt wurde. Anhand von 25 Einflussfaktoren ermittelten die Experten in Tiefeninterviews mit 20 ärztlichen und kaufmännischen Krankenhausleitern aus ganz Deutschland den klinischen und betriebswirtschaftlichen Nutzen so genannter E-Health-Lösungen. Gemeint sind IT-Plattformen über die Fachärzte, Kliniken, Reha-Einrichtungen und Krankenkassen digital zusammenarbeiten können.
        „80 bis 90 Prozent aller stationär behandelten Patienten werden im Zusammenhang mit einem Klinikaufenthalt vorher oder nachher ambulant behandelt“, erläutert Dr. Lutz Fritsche, Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Charité, Berlin, und Teilnehmer der Studie. „Beim Informationsaustausch, zum Beispiel mit den einweisenden Ärzten, besteht heute noch erhebliches Optimierungspotenzial. Meist werden Informationen per Brief oder Telefon ausgetauscht, nicht selten wird der Patient selbst als ‚Briefträger’ eingesetzt.“
        Hier setzen moderne E-Health-Lösungen an: Über eine IT-Plattformen können beispielsweise einweisende Ärzte Termine in der Klinik buchen, Patientenunterlagen digital weiterreichen sowie Patientenakten für die Weiterbehandlung in beiden Richtungen austauschen. Durch die Nutzung solcher Plattformen ergibt sich nach Einschätzung der befragten Krankenhausmanager für das einzelne Krankenhaus pro Patient ein Nutzen von rund 100 Euro. Dieser Nutzen lässt sich weiter aufgliedern in einen klinischen und einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Zu den relevanten Einflussfaktoren gehören unter anderem die Vermeidung von Mehrfachuntersuchungen durch den verbesserten Austausch von existierenden Untersuchungsergebnissen zwischen Fachärzten und Krankenhäusern, die Verkürzung der Verweildauer durch den Wegfall von Eingangsuntersuchungen, die Vermeidung von Komplikationen durch erhöhte Informationstransparenz sowie die Reduktion administrativer Kosten durch verringerte papierbasierte Kommunikation.
        Dr. Peter Langkafel, SAP-Experte für Gesundheitswirtschaft und Initiator der Studie, sagt: „Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich: Für das Krankenhaus lohnt sich die Einführung solcher Plattformen schon aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Zudem haben Patienten durch die bessere Zusammenarbeit ambulanter und stationärer Leistungsanbieter ebenfalls einen Gewinn an Behandlungsqualität und –komfort.“
        „Die befragten Krankenhausmanager schätzen, dass innerhalb von drei Jahren rund 25 Prozent aller stationär betreuten Patienten die Vorteile von IT-Plattformen nutzen können“, ergänzt Dr. Harald Deutsch, für den Bereich Healthcare verantwortlicher Partner bei Accenture. „Wollen Kliniken nicht nur Kosteneinsparungen erzielen, sondern auch den steigenden Ansprüchen an den klinischen Nutzen gerecht werden, sind moderne E-Health-Lösungen als Wettbewerbsfaktor künftig unabdingbar.“
        Die Studie wurde nach der Delphi-Methodik, also mit Hilfe strukturierter, ausführlicher Experteninterviews, im Zeitraum Herbst 2007 bis Frühjahr 2008 durchgeführt. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem die Charité Universitätsmedizin Berlin, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, die Asklepios Klinik Hamburg-Barmbek und die Sana Kliniken München.

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